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Band 12

  Szeneanfang:

  Die Genvilles liegen verteilt im abgedunkelten Labor, auf dünnen Matratzen und schlafen. Die Dialoge in dieser Szene sind alle geflüstert.

  Ili steht im Raum und beobachtet Martin, der mit offenen Augen daliegt, aber von Ilis Blick nichts bemerkt.

  Mit schlangenhafter Eleganz n?hert sich Ili lautlos Martin, ...

  ... kniet sich neben ihm auf den Boden, so dass Martin etwas erschrickt, ...

  ... und flüstert: "Süsser Martin, ich m?chte so gern Sex haben mit dir."

  Martin err?tet und flüstert: "Das ist freundlich von dir, liebe Ili ... Aber ich kann nicht."

  Ili, entt?uscht: "Warum denn nicht?"

  Martin: "Ich bin verheiratet."

  Ili, neugierig und etwas erschrocken: "Ist das eine Krankheit?"

  Martin, l?chelnd: "Nein nein, das bedeutet, dass ich eine Frau habe."

  Ili, Martins Kleidung über der Brust ?ffnend: "Ist sie auf deiner Brust angewachsen? Kannst du sie nicht wegschneiden?"

  Martin, verblüfft: "?hm, nein, ... sie ist nicht angewachsen ..."

  Ili: "Aber wie kannst du eine Frau haben, wenn sie nicht angewachsen ist?"

  Martin, geduldig: "Eine Frau haben bedeutet, dass ich einer Frau versprochen habe, mit ihr zusammen zu leben und ihr treu zu sein."

  Ili: "Du kannst doch mit ihr zusammenleben und trotzdem Sex haben mit mir."

  Martin, geduldig: "Nein, dann bin ich ihr nicht treu."

  Ili: "Treu sein heisst also keinen Spass haben mit anderen Lebewesen?"

  Martin, unsicher: "Ja ... ich nein ... ich darf schon Spass haben mit anderen, nur nicht beim Sex."

  Ili: "Dann machen wir Sex, ohne dass wir Spass haben daran."

  Martin, etwas gestresst: "Nein, ich darf nur mit meiner Frau Sex haben, egal ob es Spass macht oder nicht."

  Ili, neugierig: "Und, macht es Spass, Sex zu haben mit deiner Frau?"

  Martin, voller Unbehagen: "Nein, ... ich meine ... Natürlich würde es Spass machen, aber wir haben keinen Sex."

  Ili, verwirrt: "Du darfst nur mit ihr Sex haben, aber ihr habt keinen Sex?"

  Martin, bedrückt: "Meine Frau will keinen Sex ... Sie findet das primitiv."

  Ili, erstaunt: "Primitiv? ... So wie essen und scheissen?"

  Martin, etwas überrascht: "Ja, etwa so."

  Ili: "Dann ist deine Frau aber nicht sehr konsequent, wenn sie isst und scheisst, obwohl es primitiv ist."

  Martin: "Aber zum Essen und ... ?h, ... sich Entleeren ist sie gezwungen ... Vielleicht würde sie das auch weglassen, wenn sie k?nnte."

  Ili schaut ihn voller Mitleid an.

  Ili, voll Mitleid: "Armer Martin, dann geht es dir wie mir."

  Martin, erstaunt: "Was meinst du?"

  Ili, ihre Hand auf den Bauch legend: "Ich habe hier ein gewaltiges Verlangen, das nie gestillt wird ..."

  Ili, die andere Hand auf Martins Bauch legend: "... So wie du hier ein gewaltiges Verlangen hast, das nie gestillt wird."

  Martin, Ilis Hand von seinem Bauch zwischen seine H?nde nehmend: "Aber du hast doch Lapsus."

  Ili, bedrückt: "Weisst du, Lapsus hat mich gern, aber k?rperlich ekelt er sich vor mir. Sobald ich ihm nahe komme, ist er impotent."

  Martin, tr?stend ihre Hand streichelnd: "Das ist traurig ... Geh doch zu Chromos 5. Als ihr euch begrüsst habt, hat er dich so seltsam angeschaut ... Ich glaube, er mag dich."

  Ili, protestierend: "Der würde mich doch am liebsten t?ten."

  Martin, begütigend ihre Hand streichelnd: "Ich glaube, das ist ein Missverst?ndnis. Chromos 5 würde dich nicht t?ten, im Gegenteil, er würde sein Leben riskieren, um dich zu verteidigen."

  Ili, trotzig: "Er hat gesagt, er würde ein Monster wie mich sofort t?ten."

  Martin, wie oben: "Chromos 5 hat allgemein über die Gentechnik gesprochen ..."

  Ili: "Er hat gesagt, t?ten sei das 'Natürlichste' der Welt."

  Martin, wie oben: "Damit hat er die natürlich entstandenen Lebewesen, vor allem die Menschen, gemeint, die fast alles natürliche Leben auf diesem Planeten ausgerottet haben. Er wollte mir damit zeigen, dass ich als ehemaliger Natürlicher wohl kaum das Recht habe, ihn über die Moral des T?tens zu belehren ..."

  Ili: "Aber seine Ansicht über das T?ten von Genmonstern ist doch sehr hart."

  Martin, wie oben: "Das hat mich zuerst auch schockiert. Dann aber habe ich mir vorgestellt, wie es ist, wenn du über die ungeheure Macht der Gentechnik verfügst ... Ein einziger gravierender Fehler, ein heimtückisches Virus oder auch etwas Gr?sseres kann die Welt vernichten ..."

  Martin, schaudernd: "... Diese Macht, sie l?sst mich schaudern! ... Ich verstehe jetzt: Wenn du bereit bist, diese Macht einzusetzen, dann musst du auch bereit sein, jeden Fehler sofort und rücksichtslos ungeschehen zu machen."

  Ili, kleinlaut: "Findest du denn auch, dass ich ein Fehler bin, der sofort und rücksichtslos ausgel?scht werden sollte?"

  Martin, tr?stend ihre Hand streichelnd: "Ein so nettes Wesen wie du kann kein Fehler sein."

  Ili strahlt Martin dankbar an.

  Pl?tzlich zischt Tanja, die neben Martin liegt, wütend: "Lass die H?nde von meinem Mann, du liederliches Monster!"

  Ili steht auf und sagt dabei l?chelnd: "Armer Martin."

  Verfolgt von den giftigen Blicken Tanjas, geht Ili hinüber zu Chromos 5, der mit dem Rücken an einen Schrank gelehnt ist.

  Chromos 5 sieht sie kommen und schaut ihr entgegen mit einem tiefgründigen Blick.

  Etwas unsicher kniet Ili zu Chromos 5 hin ...

  ... und sagt: "Wenn du mich gemacht h?ttest, h?ttest du mich get?tet."

  Chromos 5, ernst: "Ja."

  Ili zieht ein Messer aus Chromos 5s Gürtel ...

  ... und drückt es ihm in die Hand.

  Chromos 5 hebt das Messer an und sagt mit festem Blick auf das Messer: "Nein, ich werde dich nicht t?ten."

  Ili, erstaunt: "Warum nicht?"

  Chromos 5, das Messer in seinen Schoss sinken lassend: "Wenn du als Ergebnis meiner Versuche im Tank gelegen h?ttest, h?tte ich dich eingeschl?fert, bevor du überhaupt etwas bemerkt h?ttest. Ich will keine Wesen erschaffen, die ein Unsterblichkeit lang leiden müssen unter ihrem Deformation ... Aber du, ... du bist ein Pers?nlichkeit ... und ich glaube nicht, dass du gef?hrlich bist."

  Schlangengleich schiesst Ilis Kopf nach vorn ...

  ... und ihr beiden Eckz?hne bohren sich einen Millimeter in Chromos 5s Hals. Chromos 5 bleibt ganz ruhig.

  Ilis Kopf zuckt wieder zurück und sie sagt: "Wenn ich dir mein Gift eingespritzt h?tte, w?rst du jetzt tot."

  Ein paar Blutstropfen rollen Chromos 5s Hals hinab.

  Chromos 5 l?chelt seltsam entrückt: "Ich vertraue dir."

  Ili, überrascht: "Warum?"

  Chromos 5, wie oben: "Lapsus liebt dich und arbeitet daran, dich zu heilen ... Für ein Monster würde es das nicht tun."

  Ili, überrascht: "Woher weisst du das?"

  Chromos 5, ernst: "Warum würde es sich sonst unter Lebensgefahr in einem Labor verstecken? Und warum würde es sich sonst einem übermacht entgegenstellen, um dich zu retten?"

  Ili, traurig: "Ja, er hat mich verkrüppelt erschaffen ... Und das tut ihm Leid ... Er arbeitet wie ein Wahnsinniger daran, seinen Fehler wieder gut zu machen."

  Chromos 5, ernst: "Er wird scheitern."

  Ili, mit Tr?nenflor: "Warum sagst du das?"

  Chromos 5, ernst: "Mit seinen Hilfsmitteln wird es nicht in dem Lage sein, die Gene eines gewachsenen K?rpers derart zu ver?ndern."

  Ili, trotzig: "Und in tausend Jahren?"

  Chromos 5 begreift sofort: "Du meinst ..."

  Ili, engagiert: "Ja, wir sind beide unsterblich. In tausend Jahren ist Lapsus vielleicht so weit, dass ich geheilt werden kann."

  Chromos 5, betroffen: "Ja, du hast Recht. Ich bin ein Idiot."

  Ili muss l?cheln. Sie hebt die Hand, um Chromos 5s Gesicht zu streicheln.

  Ili, mit tiefem Blick: "Warum hast du mich so seltsam angeschaut, als wir uns begrüsst haben?"

  Chromos 5, sehr sanft: "Ich habe vom ersten Augenblick an ein tiefes Sympathie für dich empfunden."

  Ilis Gesicht n?hert sich langsam dem von Chromos 5.

  Sie küssen sich z?rtlich, ...

  ... bis Chromos 5 seine Arme hebt, um Ili zu umarmen, ...

  ... da zuckt Ili zurück, Chromos 5s Arme abwehrend. Chromos 5 ist überrascht.

  Ili, Chromos 5s Arme haltend, l?chelnd: "Wenn du meinen Rücken berührst, muss ich schreien vor Schmerz ... Das w?re nicht gut für den Schlaf der andern."

  Chromos 5 ist sehr betroffen, ...

  ... schliesst mit traurigem Gesicht die Augen ...

  ... und beginnt leicht zu zittern.

  Chromos 5, w?hrend Tr?nen aus seinen geschlossenen Augen fliessen: "Diese Schlachten heute ... all diese Toten ... und deine Schmerzen ... all diese Schmerzen ... Wie soll ich es ertragen? ..."

  Chromos 5, st?rker zitternd, angstvoll Ilis Schultern packend: "Ili, hilf mir, ich bekomme sonst ein Anfall."

  Ohne zu z?gern, nimmt Ili Chromos 5s Kopf zwischen ihre H?nde, ...

  ... schliesst die Augen, um besser zu spüren, ...

  .. und beginnt pl?tzlich mit den Fingern auf Chromos 5s Sch?del herum zu vibrieren, dass dieser erstaunt die Augen ?ffnet ...

  ... und fragt: "Was tust du?"

  Ili, mit geschlossenen Augen, l?chelnd, unaufh?rlich vibrierend: "Die Schlangengene in mir machen mich sehr sensibel für Erschütterungen. Ich sehe den Rhythmus deines Zitterns so deutlich vor mir wie Wellen im Wasser ... Meine Finger senden Vibrationen, damit sich die Wellen beruhigen."

  Sich ganz Ilis Fingern hingebend, schliesst Chromos 5 seine Augen. Immer noch zittert er stark.

  Allm?hlich aber l?sst das Zittern nach, ...

  ... bis es ganz aufh?rt und Chromos 5 die Augen ?ffnet und Ili ein schwaches, aber dankbares L?cheln schenkt.

  Chromos 5, wie oben: "Auch wenn dein Erkl?rung recht einfach ist ... Ich habe das Gefühl, ein Wunder sei geschehen."

  Ili fasst Chromos 5s Kopf mit den H?nden, ...

  ... führt ihre Stirn an die seine und sagt: "Für die Wunder lohnt es sich, die Schmerzen zu ertragen."

  Chromos 5 fasst an Ilis Hals ...

  ... und f?hrt mit seinen H?nden über ihren nackten Oberk?rper, Bauch und Hüften.

  Chromos 5, w?hrend er seine Kleider auszieht, l?chelnd: "Dann lass uns jetzt noch ein Wunder tun."

  Aus der Silhouette ist zu sehen, wie Ili auf Chromos 5s Schoss kniet, die Arme in die Seiten gestützt, den Kopf nach hinten geworfen.

  Zitternd vor Angst und Abscheu beobachtet Iris die beiden aus dem K?fig heraus.

  Ewald, der die Szene auch beobachtet, bleibt gelassen, ...

  ... macht aber eine besorgte Miene, wie er sieht, wie Iris zumute ist.

  Ewald, besorgt: "Was hast du?"

  Iris, wie oben: "Wenn ich sehe, wie sich diese Monster paaren, l?uft es mir kalt den Rücken hinunter und ich k?nnte meinen Magen auskotzen vor Ekel."

  Ewald, mit Blick zurück auf Chromos 5 und Ili, ruhig: "Chromos 5 macht einem armen Gesch?pf eine Freude ... Das ist für mich ein Bild der Z?rtlichkeit."

  Iris schaut Ewald entgeistert an: "Bis jetzt habe ich geglaubt, dein Geschleime gegenüber diesen Monstern und deine verr?terischen Sprüche seien Ausdruck deiner Feigheit und bloss Mittel zum überleben ... Aber wenn du unter uns auch noch solche Reden führst, glaube ich bald, mit deinem Kopf ist etwas nicht in Ordnung."

  Ewald, schwach protestierend: "Bloss weil ich etwas anders sehe als du, muss ich doch nicht gleich spinnen."

  Iris zischt giftig: "Du hast gar nichts anders zu sehen als ich. Du bist mein Kamerahund, mein Sklave, der mir aufs Wort zu gehorchen hat. Und wenn dir das nicht passt, dann schmeisse ich dich raus und du kannst wieder ganz unten anfangen."

  Ewald, begütigend: "Schon gut, Iris, beruhige dich. Ich bin ja dein Sklave und alles, was du willst. Aber im Moment ist es doch wichtiger, einen Weg aus unserem Gef?ngnis zu finden."

  Iris schaut ihn giftig an ...

  ... und sagt dann, sich mühsam beherrschend: "Und wie, bitte, kommen wir hier heraus? ... Hast du etwa schon einen Nachschlüssel?"

  Ewald: "Das nicht, aber eine Idee, die mehr Wert ist als ein Nachschlüssel."

  Iris will eben neugierig fragen, was das für eine Idee sei, ...

  ... da ert?nt ein lautes 'Aiaahhh!', was Iris herumfahren l?sst.

  Das Licht geht an. Chromos 5 betrachtet etwas verdattert seine H?nde, w?hrend Ili zusammengesunken mit dem Kopf an seiner Schulter lehnt. Etliche Genvilles stehen mit verschlafenen oder erschrockenen Gesichtern um das Paar herum.

  Chromos 5, verdattert zu Ili: "Habe ich dein Rücken berührt?"

  Ili, sich aufrichtend, lachend: "Nein, das war mein Orgasmus."

  Chromos 5 schaut bel?mmert. Estragon, anerkennend zu Aladan: "Mann, Aladan, dieses Chromos 5 muss ja ein Supertyp sein, wenn es seine Sexpartner so zum Schreien bringt."

  Allseitiges Kichern.

  Aladan entdeckt Meneor, der mit gezückten Messern dicht unter der Decke, auf einem Regal kauert. Aladan: "Was macht denn unser Krieger? Ist das dein Schlafplatz?"

  Meneor, ernsthaft: "Ich dachte, wir werden angegriffen."

  Allgemeines Gel?chter.

  Grinsend springt Meneor vom Gestell herunter, w?hrend er gleichzeitig seine Messer wegsteckt.

  Lara, zu ihren Schwestern: "Was meint ihr, müssen wir in Zukunft auch so schreien, wenn wir mit Ili mithalten wollen?"

  Wagon, Hisch und Piri, wie auf Kommando, in voller Lautst?rke: "AIAAHHH!!!"

  Die Umstehenden halten sich gequ?lt bis entsetzt die Ohren zu.

  Estragon, die H?nde von den Ohren nehmend, mit gequ?lter Miene zu Aladan, der die gleiche Stellung hat wie Estragon: "Ich glaube, wir kommen ganz gut ohne Kampfschreiorgasmus aus. Was meinst du Aladan?"

  Aladan, s?uerlich:

  "Wohl mag ob diesem Schrei des Mannes Busen schwellen,

  doch werd in Zukunft ich mich aus den Kleidern pellen,

  nur wenn ich sicher bin, dass nicht des Lunge Kraft

  mir Schreck und Pein in mein Organ für Kl?nge schafft."

  Lapsus, beeindruckt: "Oh, wie poetisch!"

  Aladan verbeugt sich geschmeichelt: "Ah, ein Kenner."

  Die Genvilles kichern.

  Iris, fassungslos: "Sie sind auf der Flucht und vertr?deln ihre Zeit mit Scherzen."

  Ewald, l?chelnd: "Wir k?nnten jedenfalls nicht ein solches Gedicht aus dem Stegreif aufsagen."

  Iris, geringsch?tzig: "Ach was, das kann ich auch."

  Ewald, lachend: "Na, dann tu's doch."

  Iris merkt, dass alle sie gespannt anschauen, ...

  ... wird rot ...

  ... und schimpft: "Was f?llt dir ein, mich so blosszustellen ... Sag ihnen lieber, dass wir hier raus wollen!"

  Ewald: "Wir wollen hier raus."

  Hisch, wütend: "Um Lapsus und Ili dem Natural Guard auszuliefern? Nein!"

  Ewald, ruhig: "Das w?re nicht von Vorteil für uns ..."

  Iris schaut ihn überrascht an. Hisch wütend.

  Ewald: "... Wenn wir euch ans Messer liefern, gibt das für uns nur eine einzige Story. Wenn wir euch nicht verraten, k?nnen wir noch viele Stories bringen."

  Hisch, grimmig: "Wie willst du Stories über uns bringen, ohne zu verraten, dass wir noch am Leben sind und wo wir uns verstecken?"

  Ewald: "Früher oder sp?ter werdet ihr euch an einem Ort befinden, der sicher ist vor der Natural Guard. Dann landen wir mit unseren Stories über euch den grossen Hammer ... In der Zwischenzeit bleiben wir in Kontakt."

  Iris geht ein Licht auf.

  Iris, fast begeistert: "Wir verzichten auf die eine und bekommen dafür viele andere."

  Hisch, unsicher zu den anderen: "Was meint ihr?"

  Wagon: "Wenn wir davon ausgehen, dass sie ihrem Herrschbedürfnis gehorchen müssen, wird ihr Vorschlag wohl ehrlich gemeint sein. Denn viele gute News bringen ihnen ein h?heres Stand bei den Natürlichen als bloss eines."

  Ili: "Spielt es überhaupt eine Rolle?"

  Fragende oder erstaunte Blicke.

  Ili: "So verkrüppelt, wie ich bin, macht das Leben keinen Spass ... Mir ist es egal, wenn ich get?tet werde ..."

  Betroffenheit.

  Ili: "... Und auch wenn ich eines Tages geheilt sein sollte ... Auf einem Planeten, der von den Natürlichen beherrscht wird, ist das Leben sowieso nicht lebenswert ... Wir haben keine echte Chance, glücklich zu werden. Was spielt es also für eine Rolle, wenn die Natürlichen uns t?ten?"

  W?hrend Iris nicht recht weiss, was sie davon halten soll, ist Ewald erschüttert.

  Antara: "Du sprichst uns aus dem Seele."

  Alle sind nachdenklich, ausser Caesar, der wieder einmal seine Stunde gekommen sieht.

  Caesar: "Wenn ihr mich zu eurem Herrscher macht, rotte ich die Natürlichen aus. Dann habt ihr Ruhe vor ihnen und k?nnt glücklich sein."

  Aladan, sp?ttisch: "Du als Herrscher! Dann haben wir doch bloss das eine Kacke mit dem anderen Kacke ausgetauscht."

  Schwaches Grinsen.

  Hisch, mit blitzenden Augen: "Im übrigen k?nnen wir die Natürlichen auch gut selbst ausrotten. Für Chromos 4 Forschende ist das doch bloss ein Fingerübung."

  Iris und Ewald sind entsetzt.

  Ewald, ziemlich geschockt: "Heisst das, Natural City lebt nur noch, weil ihr es am Leben lasst?"

  Hisch, wie oben: "Wir k?nnten euch mit links von diesem Planeten schnippen ..."

  Caesar, h?hnisch: "Gerade das ist eben nicht wahr. Euer kleinkariertes Moral macht euch zu Schw?chlingen, die unf?hig sind, ihre Interessen konsequent durchzusetzen."

  Chromos 5: "Ich will kein massenmordendes Monster sein. Also ist es mein Interesse, die Natürlichen leben zu lassen."

  Caesar, triumphierend nach oben zeigend: "Ha! Und was war das, was ihr vor ein paar Stunden in Genville angerichtet habt ... etwa kein Massenmord?"

  Chromos 5, bedrückt: "Die Leute sind gestorben, weil sie uns angegriffen haben, nicht weil wir sie kaltblütig vernichtet haben."

  Caesar, h?hnisch: "Offensichtlich bist du dir nicht so sicher, sonst würdest du nicht so bedrückt dreinschauen."

  Chromos 5, Caesar traurig anschauend: "Wenn ich an das Kampf denke, dann spüre ich das Qual der Sterbenden. In meinem Brust ist ein See, gefüllt mit bleiernem Leid ..."

  Antara zu Caesar: "Das ist Mitgefühl, nicht Moral."

  Hisch, zu Caesar: "Aber da du keines von beidem besitzt, sagt dir das wohl nichts."

  Caesar, mit unergründlichem L?cheln: "Nun gut, ihr habt gew?hlt."

  Die Genvilles verstehen nicht, was Caesar meint.

  Szeneanfang:

  Hans Hart rennt mit etwa 50 Guards auf das Geb?ude der Natural News zu.

  Die Guards wollen durch die gl?serne Eingangstür. Doch diese ?ffnet sich nicht.

  Hart bellt: "Sprengen!"

  W?hrend ein Guard eine Haftbombe an die Tür drückt, gehen die anderen in Deckung.

  Der Zeitzünder ist auf 5 Sekunden eingestellt.

  Die Explosion l?sst die Glastüren splittern.

  Die Guards stürmen ins Geb?ude, ...

  ... erschiessen die herbeieilenden Wachleute ...

  ... und rennen die breite Treppe hoch.

  Hans Hart bedroht eine geschockte Angestellte mit seiner Pistole und bellt: "Wo ist das Studio?!"

  Die Frau bringt keinen Ton heraus, deutet aber nach oben.

  Angeführt von Hart, rennen die Guards die breite Treppe hoch.

  Schwer atmend versammeln sich die Guards vor der Studiotüre um Hart. Hart, leise: "Seid leise, M?nner. Die Zuschauer sollen von uns nichts bemerken."

  Mit festem Griff ?ffnet Hart die Tür zum Studio.

  Im Studio laufen Live-Nachrichten mit einer Nachrichtensprecherin.

  Leise verteilen sich die Guards hinter der Kulisse und den Kameraleuten.

  Hart übergibt einer entsetzten Redaktorin, die ausserhalb des Sets sitzt, ein Blatt.

  Stadtbildschirm. Die eingeschüchterte Redaktorin übergibt das Blatt der Nachrichtensprecherin, die es professionell entgegennimmt ...

  Stadtbildschirm. ... und vorliest: "Eben geht eine wichtige Meldung ein ... Chief Held steht im Verdacht, ein Genmonster zu sein. In einer Speichelprobe von Held wurden Chromos 1-Gene gefunden. Dieses Testresultat sowie das zunehmend jüngere Aussehen von Held haben Kommandant Hart veranlasst, eine gerichtliche Untersuchung anzuordnen. Held wird mit sofortiger Wirkung seines Postens als Chef der Natural Guard enthoben. Kommandant Hans Hart wird bis zum Nachweis von Helds Unschuld die Leitung der Natural Guard übernehmen ..."

  In der NG-Zentral, im Keller des Gef?ngnisses schaut Held, rot vor Wut, auf den Fernseher. Yon steht etwas starr, aber gefasst daneben. Es ist eingetroffen, was er seit langem erwartet hat. Nachrichtensprecherin: "... Held wird gebeten, sich der n?chsten NG-Patrouille zu stellen."

  Held, wutschnaubend: "Das ist der Dank!"

  Held h?rt Schüsse in seinem Rücken und f?hrt herum.

  Yon steht kühl, mit rauchender Pistole da. Ein paar tote Guards liegen über ihren Pulten oder am Boden. Die übrigen stehen erschrocken, mit erhobenen H?nden da.

  Yon, kühl: "Waffen weg!"

  Die Büroguards schnallen langsam ihre Pistolengürtel ab. Held ist verwirrt, ...

  ... beginnt aber allm?hlich zu begreifen, in welcher Situation er sich befindet, ..

  ... und zieht ebenfalls seine Waffe.

  Zur Verblüffung von Yon t?tet Held mit ein paar schnellen Schüssen die noch lebenden Büroguards ...

  ... und rennt zum Ausgang. Yon, ihm nach rennend, ruft: "Das w?re nicht n?tig gewesen! Sie wollten uns nichts tun!"

  W?hrend sie nebeneinander den Gang hinunterrennen, sagt Held grimmig: "Doch, das verschafft uns den n?tigen Vorsprung."

  Zwei Guards, die in den unterirdischen G?ngen Wache halten, h?ren erstaunt aus ihrem Kommunikator: "Chief Held ist ein Chromos 1-Genmonster. Er ist sofort zu verhaften oder zu erschiessen, falls er sich widersetzt."

  Guard 1: "Was h?ltst du davon?"

  Guard 2: "Da l?uft irgendeine Sauerei. Aber wenn der Chief unschuldig ist, wird ihm schon nichts passieren."

  Guard 1: "Dann k?nnen wir ihn ja verhaften."

  Die beiden h?ren Schritte und halten ihre Gewehre aus den Hüften heraus schussbereit.

  Meer macht in seinem Labor den Fernseher aus und denkt beunruhigt: 'Zuerst verhaften sie Held. Dann werden sie sich fragen, wer das getan hat. Und die Antwort kann nur heissen: Doktor Meer.'

  Angstvoll rennt Meer zur Geheimtür, ...

  ... die Kellertreppe hinab.

  Am Fuss der Treppe h?rt er Schüsse und überlegt fieberhaft: 'Das ist Held! ... Und entweder ist er jetzt tot oder ... Ich muss mich ihm anschliessen. Allein habe ich keine Chance.'

  Held beugt sich über die beiden toten Guards und greift nach ihren Gewehren.

  Held wirft eben Yon ein Gewehr zu, als Meer vorsichtig um eine Ecke blickt.

  W?hrend Yon mit der einen Hand das Gewehr auff?ngt, zuckt seine Pistolenhand hoch in Richtung Meer.

  Meer zieht seinen Kopf blitzartig zurück und sagt: "Nicht schiessen. Ich bin's, Doktor Meer."

  Held, ver?chtlich: "Erschiess ihn, der will uns doch bloss als Troph?e, um sich von einer Strafverfolgung freizukaufen."

  Meer, hinter der Ecke hervor: "Wenn sie herausfinden, dass ich bei eurer Gen-Therapie beteiligt war, wird mich keine Troph?e der Welt retten."

  Yon: "Er hat Recht. Ich werde nicht schiessen."

  Held bringt sein Gesicht nahe an Yon und sagt wütend: "Wer ist hier eigentlich der Chef?"

  Yon, ungerührt: "H?r zu, Chief, die Guard-Zeiten sind vorbei. Wir sind jetzt gleichberechtigte Flucht-Partner. Und wenn Meer mitkommt, haben wir 50 Prozent mehr Feuerkraft."

  Held, verdriesslich: "Das habe ich davon, dass ich die beste Ausbildung für dich bezahlt habe. Nun kommst du mir mit solchem Rechenmist."

  Yon, bes?nftigend: "Ich will dich nicht demütigen, Chief. Wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren und Verbündete gewinnen, sonst haben wir keine Chance."

  W?hrend Meer ?ngstlich hinter der Ecke hervorschaut, sagt Held ver?chtlich auf Meer weisend: "Ein Verbündeter, h??"

  Yon: "Er hat uns beiden immerhin das Leben gerettet."

  Held, impulsiv: "Und uns damit in diese Situation gebracht!"

  Meer, den Zeigefinger auf den Lippen: "Psst, sie entdecken uns sonst ... Ich konnte euch doch nicht anders retten. Ihr wart schon so gut wie tot. Wenn wir zusammenhalten, k?nnen wir vielleicht überleben."

  Held wirft Meer widerwillig ein Gewehr zu, ...

  ... welches dieser mit erschrockenem Gesichtsausdruck auff?ngt, ...

  ... dann aber mit pl?tzlicher Entschlossenheit in Anschlag bringt ...

  ... und zum Entsetzen von Held und Yon zwischen den beiden hindurch zu ballern beginnt.

  Schreie lassen Held und Yon herumfahren. 6 Guards rennen auf sie zu, wobei die zwei Vorderen getroffen hinfallen.

  Reaktionsschnell feuern Held und Yon gleichzeitig aus ihren Pistolen. Meer schiesst weiter zwischen ihnen beiden hindurch.

  Die sechs Guards liegen tot in ihrem Blut.

  Yon, aufatmend: "Siehst du, zusammen sind wir st?rker."

  Held schaut drein, als h?tte er etwas Bitteres gegessen.

  Held, vorw?rtsrennend: "Ich hole mir ein Gewehr und Munition. Gebt mir Deckung!"

  Yon, flüsternd zu Meer: "Hauptsache, er kann rumbefehlen."

  Meer l?chelt s?uerlich.

  Szeneanfang:

  Ili steht vor der offenen Tür eines ger?umigen Warenlifts und erkl?rt mit einer hinweisenden Geste den versammelten Flüchtlingen: "Dieser Lift führt zu einem Raum, der durch eine s?urefeste Glasr?hre mit den unterirdischen Anlagen von Natural City verbunden ist. Da die Glasr?hre in der S?ure liegt, geh?rt sie nicht zu den bekannten Bunkerzug?ngen, die unter dem S?uregraben verlaufen. Wir k?nnen also damit rechnen, dass die Natural Guard nichts davon weiss ..."

  Ili: "... Aber um sicher zu gehen, dass sie die R?hre nicht vermint haben, werde ich sie zuerst erkunden."

  Piri, protestierend: "Du riskierst dein Leben!"

  Ili, den Lift betretend, l?chelnd: "Na und?"

  Chromos 5, den Lift betretend, l?chelnd: "Ich komme mit ... als Leibw?chter."

  Martin, den Lift betretend: "Ich komme auch mit."

  Tanja, h?hnisch: "Als was wohl? Als Liebhaber?"

  W?hrend die Lifttüren sich zu schliessen beginnen, geht Ili auf Martin zu und sagt l?chelnd: "Ja."

  Durch die fast geschlossenen Türen ist zu sehen, wie Ili den verdatterten Martin auf den Mund küsst. Tanja kocht vor Wut.

  Der Lift f?hrt. Ili l?sst ab von Martin und sagt fast fr?hlich zu Martin: "Ich mag ja eine gentechnische Fehlleistung sein, aber deine Frau ist eine natürliche Fehlkonstruktion. Die macht doch überhaupt keinen Spass."

  Martin schaut ernst vor sich hin auf den Boden, sodass Chomos 5 sich veranlasst sieht zu sagen: "Sei nicht beleidigt, Martin. Du weisst doch mittlerweile, dass wir Genvilles etwas naiv und offen sind."

  Martin, aufblickend, ernst: "Ich bin nicht beleidigt ... Ich habe nur Angst davor, dass Ili Recht haben k?nnte ... Bisher habe ich immer an Gott geglaubt. Aber wenn ich sehe, was die Natürlichen anstellen, beginne ich an seiner Vollkommenheit zu zweifeln."

  Ili, neugierig: "Wer ist dieser Gott?"

  Chromos 5: "Nach Martins Glauben das Sch?pfer des Universums, das Ursache des Seins."

  Ili zu Martin: "Na, dann sag deiner Ursache, wenn du sie n?chstes Mal siehst, sie h?tte sch?nen Mist gebaut."

  Chromos 5: "Vielleicht war es ja das Absicht deines Gottes, dass seine Gesch?pfe uns erschaffen und wir noch bessere ... Bis eines Tages wirklich gute Wesen entstehen."

  Martin, sich an diese Hoffnung klammernd, zu Chromos 5: "Ja, vielleicht ... Dann sollten wir alles tun, damit ihr euer Werk vollbringen k?nnt."

  Chromos 5: "Wir werden dein Hilfe brauchen, Martin."

  Martin, überrascht: "Von einem dummen, herrschbedürftigen Natürlichen?"

  Chromos 5, l?chelnd: "Du hast am meisten Erfahrung damit, welche Fehler wir vermeiden müssen."

  Martin, zerknirscht: "Danke."

  Ili weiss nicht recht, was sie davon halten soll: "Das klingt alles so bedeutungsvoll ..."

  Chromos 5, nachdenklich: "Das Leben ist bedeutungslos. Also k?nnen wir ihm selbst ein Bedeutung geben."

  Ili, fr?hlich: Da ist die Erschaffung eines vollkommenen Wesens das Mindeste!"

  Chromos 5, l?chelnd: "Warum sich ein langweiliges Ziel stecken, wenn es ein Faszinierendes gibt?"

  Ili nickt fr?hlich.

  Meneor, mit an die Lifttür gepresstem Ohr: "Sie sagen, das Frau Stadtpr?sident mache kein Spass."

  Alle kichern. Tanja schaut wütend und getroffen zu Boden. Estragon beobachtet sie mit einem mitfühlenden Blick.

  Estragon: "Ich jedenfall glaube, dass das Frau Stadtpr?sident viel Spass machen würde, wenn es k?nnte."

  Erwartungsvoll schauen ihn alle an. Tanja ist überrascht.

  Estragon: "Tanja, ?h ich meine das Frau Stadtpr?sident ist seelisch genauso verletzt wie Ili k?rperlich ... Eines Tages wird es geheilt sein. Es wird lachen und Spass machen ..."

  Estragon, eindringlich zum gespannt lauschenden Publikum: "... Aber wenn wir auf ihm herumhacken und es auslachen, werden wir das Heilung verz?gern und sein Schmerz verl?ngern."

  Tanja steht da mit gesenktem Kopf, traurig über ihr Schicksal, erschüttert von Estragons Worten. Eine Tr?ne l?st sich aus den Augen.

  Tanja legt die H?nde vors Gesicht. Schweigen. Mitfühlende Blicke.

  Nebeneinander verlassen Chromos 5, Ili und Martin den Lift und betreten die Glasr?hre, die durch den klaren S?uresee führt.

  Wortlos deutet Chromos 5 auf ein Skelett, das auf der Glasr?hre liegt. Ili und Martin schauen ernst.

  In der Mitte der R?hre bleibt Chromos 5 stehen und schaut auf den Grund des Sees. Soweit der Blick reicht, ist der Boden mit Skeletten bedeckt. Die andern bleiben ebenfalls stehen ...

  ... und betrachten mit tiefem Ernst das gewaltige Massengrab.

  Ili, wie oben leise: "Wie du gesagt hast ... Das Leben ist bedeutungslos."

  Langsam, schweigend und ernst gehen sie weiter.

  Am Ende der R?hre ?ffnet Ili durch Knopfdruck eine Art Lifttür, ...

  ... die aber nicht in einen Lift, sondern in eine Schleuse führt. Die Schleuse ist mit Glas beschichtet. Ebenfalls die schwere Panzertür am anderen Ende, die mit einem grossen Rad zu ?ffnen ist.

  Ili will am Rad drehen, ...

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  ... da dr?ngt sich Martin vor und sagt: "Lass mich das machen."

  Martin versucht das Rad zu drehen, aber es bewegt sich nicht.

  Martin setzt seine volle Kraft ein, aber das Rad bewegt sich nicht.

  Entt?uscht von seinen Anstrengungen, tritt Martin zurück.

  Ili packt das Rad energisch ...

  ... und dreht es schwungvoll. Martin ist verblüfft. Chromos 5 l?chelt leise.

  Ili stemmt die Panzertür einen Spalt weit auf, um zu sehen, ob die Luft rein ist.

  Sie stemmt die Tür ganz auf und winkt den anderen, ihr zu folgen.

  Sie gelangen in einen etwa zwanzig Meter langen, düsteren, in den Fels gehauenen Stollen.

  Am Ende des Stollens finden sie eine Stahltür mit Klinke.

  Ili legt ihr Ohr an die Stahltür und lauscht konzentriert.

  Ili sp?ht vorsichtig aus der leicht ge?ffneten Tür, ...

  ... um sie dann ganz aufzustossen.

  Vor ihnen ?ffnet sich eine gewaltige H?hle, deren Decke durch einzelne Stahls?ulen abgestützt ist. Auf dem H?hlengrund stehen einzelne ?lf?rderpumpen. Von den Pumpen führen etwa 20 Zentimeter dicke Rohre zu meterdicken Sammelpipelines, welche nach oben abknicken und aus der H?hle führen.

  Das dumpfe Ger?usch der zufallenden Tür l?sst die drei herumfahren.

  Zur Verblüffung von Martin und Chromos 5 ist nur rohe Felswand zu sehen, aber keine Tür.

  Ili, beruhigend: "Der Türgriff liegt versteckt in einer ?ffnung."

  Wieder widmen sie sich dem atemberaubenden Anblick der riesigen H?hle.

  Martin: "Natural City wurde aus strategischen Gründen auf ein gewaltiges ?lfeld gebaut. Es ist für tausend Jahre unabh?ngig von einer ?usseren Energieversorgung ... Ich kenne diesen Ort. Wir k?nnen von hier aus weitergehen."

  Chromos 5 dreht sich zur Tür um, ...

  ... sucht kurz nach einer ?ffnung, ...

  ... greift hinein und ?ffnet die Tür.

  Chromos 5 ruft in den Stollen hinein: "Ihr k?nnt kommen! Wir haben ein Weg gefunden!"

  Labor. W?hrend alle bereits im Lift sind, steht Aladan noch bei Lapsus. Hisch, ungeduldig: "Komm endlich, Aladan!"

  Aladan, abwinkend: "Geht vor, ich werde folgen."

  W?hrend sich die Lifttüre schliesst, ?fft Hisch Aladan nach: "Geht vor, ich werde folgen."

  Einige l?cheln.

  Nachdem sich die Lifttür geschlossen hat, h?lt Aladan Lapsus ein S?cklein hin mit den Worten: "Mit diesen Samen kannst du dir ein Laboreinrichtung heranziehen, das wir in Genville entwickelt haben ... Du musst ihnen aber das Sprechen beibringen, sonst kannst du nicht mit ihnen arbeiten."

  Misstrauisch nimmt Lapsus das S?cklein entgegen und sagt: "Sprechende Laborger?te? ... Du willst mich verarschen."

  Aladan, lachend: "Wenn ich mir vorstelle, wie du vor einem Rübe sitzt und ihm das Sprechen beibringen willst ..."

  Lapsus findet es nicht so witzig.

  Aladan, l?chelnd, ernsthaft: "Vertrau mir, ... auch wenn es vielleicht kein Grund gibt dafür."

  Lapsus, nachdenklich auf das S?cklein schauend: "Ja, es gibt keinen Grund ... Aber ich werde es ausprobieren. Auch wenn ich mich dadurch zum Narren mache ... Ich tue es für Ili ..."

  Aladan, ernst: "Du wirst Ili damit nicht heilen k?nnen ... Eines Tages werden wir das Problem l?sen. Dann kommen wir zu euch und Ili wird gesund."

  Lapsus streckt Aladan die Hand hin.

  Aladan ergreift die Hand. Wortlos und ernst schauen sie sich in die Augen.

  Aladan kommt aus dem Lift in die Glasr?hre.

  Auch er bemerkt die Skelette, bleibt in der Mitte der R?he stehen und betrachtet das Massengrab.

  Wie Aladan so da steht, gedankenversunken, taucht lautlos Ili neben ihm auf.

  Aladan, unverwandt auf das Massengrab schauend: "Du hast wirklich Schlangengene in dir. Ich habe dein Kommen nicht geh?rt."

  Ili, auf das Massengrab schauend: "Ich wurde entworfen als Spionin, die sich überall lautlos einschleichen kann."

  Aladan, wie oben: "Ich wurde entworfen als Forschendes, das das ultimative Kampforganismus herstellen sollte."

  Ili, wie oben: "Und? ... Hast du?"

  Aladan, wie oben: "Nein ... Ich wollte kein Wesen bauen, das nicht mehr aufgehalten werden kann, wenn es ausser Kontrolle ger?t."

  Ili, wie oben, schwach l?chelnd: "Dann sind wir beide Fehlkonstruktionen, weil wir unseren Zweck nicht erfüllt haben."

  Aladan, wie oben, schwach l?chelnd: "So habe ich das noch nie gesehen. Aber du hast Recht."

  Schweigend legt Ili Aladan den Arm um den Rücken.

  Vorsichtig legt Aladan seinen Arm auf Ilis Schultern.

  Ili, den Kopf an Aladans Schultern schmiegend: "Ihr seid alle so lieb. Ich habe euch gern."

  Aladan küsst Ili auf die Stirn ...

  ... und sagt: "Nicht alle."

  Neugierig schaut Ili zu ihm auf.

  Aladan: "Iris, das Reporter, wird euch verraten. Für ein gutes Story geht es über Leichen."

  Ili: "Du meinst, wir sollen uns ein neues Versteck suchen?"

  Aladan: "Ja, ich habe Lapsus ein Handvoll Samen gegeben, mit denen es überall ein neues Labor wachsen lassen kann ... Eines, das viel besser ist als alles, was es jetzt hat ... Ihr seid also frei zu gehen."

  Ili, dankbar: "Am liebsten würde ich mit euch gehen. Aber mit meiner Behinderung w?re ich st?ndig in Gefahr und euch w?re ich eine Last."

  Aladan, ihr l?chelnd in die Augen blickend: "Ein süsses Last."

  Aladan küsst Ili auf den Mund.

  Ili: "Sag mir noch eines. Warum verwendet ihr nur noch die s?chliche Form?"

  Aladan: "Hast du schon jemals ein Wort mit einem Geschlechtsorgan gesehen?"

  Ili lacht: "Ah, jetzt verstehe ich. Was du zwischen den Beinen hast, wird dadurch v?llig unwichtig. Das gef?llt mir!"

  Sie trennen sich, ...

  ... winken einander zu. Ili hat eine Tr?ne in den Augen.

  Aladan geht weiter durch die Glasr?hre ...

  ... und st?sst zu den anderen in der riesigen H?hle.

  Iris zu Ewald: "Komm, Ewald, wir gehen jetzt eine neue Kamera holen."

  Iris zu den anderen: "Wo werden wir euch finden? Euer Ende soll schliesslich nicht ungefilmt bleiben."

  Martin: "Wir werden Ihnen wohl kaum unseren Aufenthaltsort verraten, damit Sie die Guards hinführen k?nnen."

  Iris, dreist: "Wir haben doch abgemacht, dass wir in Verbindung bleiben. Als Gegenleistung verraten wir nicht, wo das Labor ist."

  Martin ist zerknirscht.

  Aladan, l?chelnd zu Iris: "Verraten Sie ruhig das Labor. Ich habe dafür gesorgt, dass die Guards dort nichts finden werden."

  Martin ist erleichtert ...

  ... und sagt, Aladan anerkennend auf die Schulter klopfend: "Aladan, du h?ttest Politiker werden sollen."

  Wütend dreht sich Iris ab und geht, Ewald am ?rmel zerrend, davon.

  Martin zu Meneor: "Hast du einen Plan, Meneor, oder soll ich euch führen? Ich weiss, wo es etwas zu essen gibt."

  Leia, quengelnd: "Hunger!"

  Meneor, l?chelnd: "Du h?rst das Antwort. In welches Richtung?"

  Martin zeigt auf die rechte Seite der H?hle. Meneor eilt in die angegebene Richtung.

  Mit Martin an der Spitze, folgen die Genvilles im G?nsemarsch.

  In der N?he der H?hlenwand steht Meneor auf einer F?rderpumpe und winkt den Genvilles zu, dass sie kommen sollen.

  Meneor stürzt sich von der Pumpe, ...

  ... macht einen überschlag und landet mit den Füssen auf dem H?hlenboden.

  An der H?hlenwand führt eine Eisentreppe hoch bis auf eine mittlere H?he.

  Martin deutet nach oben.

  Meneor, die Treppe emporeilend: "Nicht alle zusammen. Auf dem Treppe sind wir ein leichtes Ziel. Und vielleicht wird es auch gesprengt."

  W?hrend die andern, von Meneors Worten verunsichert, unschlüssig warten, steht Meneor schon oben auf der Metallplattform und hat sein Ohr an die weiterführende Stahltür gelegt.

  Vorsichtig ?ffnet Meneor die Tür, ...

  ... schaut in den n?chsten Raum, ...

  ... um dann wieder nach unten zu blicken und den andern zu winken ...

  ... und danach die Zahl drei mit den Fingern anzuzeigen.

  Martin und zwei andere beginnen die Treppe zu erklimmen.

  Nacheinander bewegen sie sich in Dreiergruppen die Treppe hoch, wobei Lara und Antara immer noch getragen werden.

  Sie stehen alle in einer riesigen betonierten Halle. Die Halle ist etwa zehn Meter hoch und angefüllt mit Algenkulturen. Eine Algenkultur besteht aus mehreren R?hrenzylindern, die bis zwei Meter unter der Decke übereinander angeordnet sind. Ein R?hrenzylinder besteht aus zehn Meter langen, zwanzig Zentimeter durchmessenden Glasr?hren, welche kreisf?rmig um einen zentralen Beleuchtungsk?rper angeordnet sind. Die Algen wachsen in den R?hren, so dass die R?hren grünlich leuchten. Die R?hrenzylinder münden in einen Metalltank, wobei jede einzelne Glasr?hre aus dem Tank heraus führt, sich dann wie ein Hufeisen biegt und im Tank mündet. Dadurch k?nnen die Algen mit N?hrl?sung versorgt und schliesslich abgepumpt werden. Vom Metalltank führen verschiedene Rohre durch die Hallendecke weg. Durch sie k?nnen die geernteten Algen weiter geleitet und der Tank mit neuer N?hrl?sung versorgt werden.

  Ziemlich weit entfernt steht Meneor auf einem solchen Metalltank und versucht sich einen überblick zu verschaffen. Die Genvilles schauen ihn gespannt an.

  Aladan, sp?ttisch: "H?uptling knarrendes Lederschurz halten Ausschau nach b?sem Mann."

  Einige kichern.

  Meneor, ungerührt: "H?uptling knarrendes Lederschurz sagen, b?ses Mann nicht hier."

  Die Genvilles lachen über Aladans Verblüffung. Wagon, lachend: "Du weisst doch, dass es alles h?rt."

  Aladan grummelt vor sich hin: "Daran werde ich mich nie gew?hnen."

  Tanja schaut verst?ndnislos auf eine R?hre, in der Algen heranwachsen und sagt: "Was soll denn das sein?"

  Martin, zu ihr tretend: "Das ist ein wichtiger Teil der Nahrungsversorgung von Natural City. Es handelt sich hier um Algenkulturen ..."

  Martin, auf den Metalltank weisend: "... Dort werden die Algen getrocknet und pulverisiert und so als Rohstoff an die Nahrungsmittelindustrie weitergeleitet."

  Tanja, entsetzt auf die R?hre zeigend: "Ihhh, diesen Schleim essen wir?"

  Martin, auf den Metalltank zugehend, begütigend: "Aber Tanja, Algen sind gesund und nahrhaft."

  Eine kurze, vierkantige R?hre führt aus dem Metalltank heraus. Martin bet?tigt einen gleich daneben eingelassenen Hebel ...

  ... und f?ngt mit der anderen Hand das herausrieselnde Algenpulver auf. Martin: "Zu Kontrollzwecken besitzt jeder Tank einen solchen Auslass ... Wir k?nnen ihn zu Ern?hrungszwecken verwenden."

  Martin schleckt von dem Pulver auf seiner Hand, ...

  ... und sagt mit kostendem Gesichtsausdruck: "Etwas Salz w?re nicht schlecht."

  Tanja schaut ihm angeekelt zu.

  Die Genvilles versorgen sich an der Vierkantr?hre mit Pulver.

  überall wird geschleckt, geprüft, der Kopf gewogen.

  Wie Meneor zu der Gruppe tritt, schauen ihn die Genvilles mit verschmierten Mündern an. Meneor grinst breit.

  Fragend schauen sich die Genvilles gegenseitig an, ...

  ... sehen ihre verschmierten Münder und müssen lachen.

  Meneor nimmt auch von dem Pulver, ...

  ... schaut sich mit verschmiertem Mund suchend um ...

  ... und fragt schliesslich Martin: "Wasser?"

  Martin reagiert, als w?re er ein schlechter Gastgeber und eilt auf den Wasserhahn bei einem benachbarten Metalltank zu.

  Hisch beobachtet ihn, ...

  ... rennt vor ihm zum Hahn, ...

  ... dreht ihn auf und schreit fr?hlich, mit der Hand den Strahl so umlenkend, dass er alle bespritzt: "Wasser! Wer will Wasser?!"

  Einige Genvilles eilen zu anderen Wasserhahnen, ...

  ... und inszenieren eine fr?hliche Wasserschlacht. Kopfschüttelnd schaut Tanja dem Treiben zu.

  In dem allgemeinen Durcheinander schleicht sich Caesar unbemerkt davon ...

  ... und rennt zwischen den Algenkulturen ...

  ... bis zur Hallenwand, ...

  ... wo er sich nach einem Ausgang umsieht.

  In der N?he eines Ausgangs erklimmt Caesar einen Metalltank, ...

  ... zieht eine kugelf?rmige Pflanze aus der Tasche ...

  ... und legt sie auf den Metalltank.

  Caesar verl?sst den Tank ...

  ... und geht mit teuflischem L?cheln zum Ausgang.

  Vorsichtig sp?ht er durch die leicht ge?ffnete Tür, ...

  ... um sich dann beh?nde hinauszuschl?ngeln.

  Vorsichtig bewegt sich Caesar den Gang entlang, ...

  ... bis er eine Treppe sieht.

  Caesar erklimmt die Treppe, ...

  ... um nach einer Zeit schnaufend zu denken: 'Das h?rt ja nie auf.'

  Endlich taucht eine Tür auf, ...

  ... die jedoch verschlossen ist.

  Mit einem wütenden Tritt reisst Caesar die Tür aus ihrer Verankerung, ...

  ... stürmt in den dahinter liegenden Gang ...

  ... und weiter bis zu einem Knick.

  Caesar schaut um die Ecke und ruft: "Hallo! Hier ist ein Genmonster!"

  Eine Natural Guard-Wache h?rt den Ruf ...

  ... und rennt mit schussbereitem Gewehr den Gang hinunter.

  Caesar nimmt seine Schrifttolle, ein Bildschirmwesen, aus dem Gewand ...

  ... und streckt sie ausgerollt hinter der Ecke hervor, so dass die heran stürmende Wache sie lesen kann, Caesar aber noch in Deckung bleibt.

  Von Caesar aus ist zu sehen, wie die Wache das Bildschirmwesen bemerkt, ...

  ... stehenbleibt und liest, ...

  ... um dann mit ratlosem Gesicht das Gewehr zu senken.

  W?hrend Caesar, immer noch in Deckung, das zusammengerollte Bildschirmwesen in seinem Gewand verschwinden l?sst, fragt er den Soldaten: "Was hast du jetzt vor? Bringst du mich zu deinem Chef oder willst du das Held spielen und krepieren?"

  Guard, unschlüssig: "Was willst du von Kommandant Hart?"

  Caesar: "Ich will ihm helfen."

  Guard, unbehaglich: "Na sch?n, gehen wir."

  Caesar tritt hervor und der Guard erschrickt. Caesar: "Was hast du?"

  Guard, nerv?s sein Gewehr hochziehend: "Du ... du bist ein Monster aus Genville. Du warst im Fernsehen."

  Caesar, ruhig: "Du solltest weniger fernsehen. Dann würdest du dir weniger in das Hose machen."

  Guard, wütend: "Soll ich dich abknallen?!"

  Caesar, ver?chtlich l?chelnd: "Nur zu."

  Guard, sich wütend umdrehend: "Folge mir!"

  Szeneanfang:

  W?hrend Meneor auf einem Metalltank Wache h?lt, haben die Genvilles, bis auf Martin und Tanja, ihre Kleider abgelegt und duschen vergnügt im Strahl des Wasserhahns.

  Wagon, fr?hlich: "Komm, Martin! ... Ein Stadtpr?sident darf nicht stinken!"

  Martin l?chelt s?uerlich und Tanja ist indigniert.

  Im fr?hlichen Treiben innehaltend, schaut Aladan sich suchend um ...

  ... und sagt dann, splitterfasernackt, aber in vornehmer Haltung: "Wo wohl wird Caesar weilen?"

  Estragon, in gleicher Haltung: "Du sprichst von unserem, dem einen und wahren Caesar, dem Kinderschreck?"

  Aladan, wie oben: "Ja, oh Estragon. Aber wohin mein Blick auch schweift, weder erfasst es auch nur flüchtig das edle Antlitz noch das wohlgeformte K?rper unseres, des einen und des wahren Caesars, des Kinderschrecks."

  Estragon, wie oben: "Welch ein Missen müssen wir ertragen. Ist dir, oh Aladan, nicht auch weh ums Herz?"

  Aladan, wie oben, aber ganz gerührt:

  "Wie sch?n, bin ich in meinem Schmerz nicht ganz allein,

  weiss noch ein Herz, das schl?gt im Rhythmus meines Pein."

  Die Genvilles kichern. Wagon, amüsiert: "Die beiden sind wieder voll drauf. Wir haben das Schlimmste wohl überwunden."

  Hisch, kampflustig: "Denkst du etwa, wir seien hier sicher? Wir sind auf dem Flucht. Jedeszeit kann hier ein wildes Horde bewaffneter Idioten hereinstürmen ... Nichts ist überwunden!"

  Meneors Stimme aus dem Off: "Wie viel weiss Caesar?"

  Verst?ndnislos schauen alle zu Meneor hoch.

  Piri, nicht verstehend: "Caesar weiss alles. Wir haben unsere Forschungsergebnisse immer geteilt."

  Meneor, ernst: "Das heisst, es weiss auch alles über das Wisperfeldtheorie?"

  Piri, wie oben: "Ja."

  Chromos 5s Stimme aus dem Off: "Nein, das ist nicht wahr."

  Alle schauen Chromos 5 neugierig an. Chromos 5: "Es weiss nichts von den Experimenten, die ich und Antara gemacht haben."

  Piri, neugierig: "Was denn für welche?"

  Hisch, ver?rgert: "Und uns hast du auch nichts gesagt."

  Chromos 5, ernst: "Meneor hat angedeutet, dass Caesar eines Tages sein Wissen einsetzen k?nnte für seine Herrschaftspl?ne. Deshalb hielten Antara und ich es für klug, ein kleines Geheimnis zu bewahren."

  Wagon: "Nun rück schon raus damit. Jetzt ist es ja nicht da."

  Chromos 5: "Antara kann Gefühle anderer spüren ..."

  Wagon: "Ja, wenn es fremdes Haut berührt. Es hat ein hochentwickeltes Tastsinn."

  Chromos 5: "Es kann auch Gefühle auf DISTANZ spüren ... Antara hat ein Feldsinn, mit dem es Wisperfelder und andere Kraftfelder wahrnehmen kann."

  Piri ruft: "Das kann Meneor auch!"

  Die Genvilles schauen Chromos 5, Meneor oder Antara mit offenem Mund an.

  Martin, sich r?uspernd: "Würde mir jemand erkl?ren, was daran so erstaunlich ist. Meines Wissens gab es früher Tiere, die Magnetfelder spüren konnten. So ein 'Feldsinn' ist also etwas uraltes."

  Lara: "Ja, wenn die Kraftfelder durch dein K?rper gehen und du sie wahrnimmst. Aber Wisperfelder sind winzige Kraftfelder in Nervenzellen. Antara und Meneor k?nnen sie auf Distanz nur wahrnehmen, wenn sie ein Art energetisches 'Hand' haben. Mit diesem 'Hand' k?nnen sie die Felder ertasten ..."

  Piri: "... Und so etwas hat es bis jetzt noch nie gegeben ... Es ist ein Mutation."

  Hisch: "Aber was sollte Caesar mit diesem Wissen auch anfangen? Damit kannst du doch nichts Gef?hrliches herstellen."

  Chromos 5, dunkel: "Wir wissen nicht, wo uns dieses Forschung hinbringt ... Jedenfalls hat Caesar kein Ahnung davon."

  Hisch: "Mit dem, was es weiss, kann es genug Schaden anrichten."

  Piri zu Meneor: "Du meinst also, Caesar habe uns verlassen."

  Meneor nickt."

  Piri: "Aber wohin will es gehen?"

  Meneor: "Dorthin, wo es Macht erwerben kann."

  Piri, bedrückt von der pl?tzlichen Erkenntnis: "Zu den Natürlichen."

  Alle schweigen nachdenklich.

  Aladan, pl?tzlich, erschrocken: "Damit sie es am Leben lassen, muss es uns verraten!"

  Wie elektrisiert rennen alle zu ihren Kleidern und ziehen sich an.

  Meneor springt von Tank zu Tank in Richtung eines grossen Hallentors, das fast die ganze Raumh?he misst. Die Genvilles beobachten ihn, ...

  ... um ihm dann am Boden zu folgen. Antara kann wieder selber gehen, muss sich aber noch auf Chromos 5 stützen. Lara wird immer noch von Flu getragen.

  Wie sie das Tor erreichen, hat Meneor das Ohr ans Tor gelegt und horcht konzentriert.

  Meneor will die ins Tor eingelassene Tür ?ffnen. Sie ist jedoch geschlossen.

  Mit einem heftigen Ruck reisst er sie aus dem Schloss, was Tanja ziemlich verblüfft.

  Vorsichtig sp?ht Meneor durch die Tür?ffnung und sieht einen grossen Vorraum, in den G?nge und grosse Warenlifte münden.

  Meneor huscht in den Vorraum.

  W?hrend ihm alle folgen, murrt Aladan: "Warum folgen wir eigentlich diesem haarigen Affen? Es gibt bestimmt noch ein anderes Weg."

  Lara: "Und woher weisst du, ob das andere Weg besser ist?"

  Aladan: "Ich denke, durch das Haupteingang zu flüchten ist nicht besonders schlau. Da greifen sie doch zuerst an."

  Wagon: "Bis jetzt sind wir einem Kampf ausgewichen, um uns nicht zu verraten. Aber nun, da uns Caesar ohnehin ans Messer liefert, k?nnen wir genauso gut k?mpfen."

  Lara, l?chelnd: "Und Meneor l?sst sich wohl kaum durch das Aussicht auf ein Kampf abschrecken, ..."

  Lara, nachdenklich: "... auch wenn es vielleicht chancenlos ist."

  Aladan: "Ja, dieses Verrückte hat soviel Selbstvertrauen, dass es sich durch nichts erschüttern l?sst. Das k?nnte uns das Kopf kosten."

  Piri, protestierend: "Das ist nicht wahr! Meneor war sehr betroffen darüber, dass Tonne vor seinen Augen gestorben ist."

  Wagon, betroffen: "Tonne ist tot?!"

  Hisch, unglücklich: "Auch wenn nicht viel Liebenswertes an diesem Fass war ... Es hat uns das Leben gerettet ..."

  Estragon, ernst: "In den Augen von Tonne war an dir auch nicht viel Liebenswertes ... Da sind zwei wacklige Stangen mit einem flachen Rumpf drauf, an dem zwei Wackelpuddings befestigt sind und zwei Schlotterknochen. Das Ganze wird gekr?nt von einem haarigen Fussball, das jedeszeit herunterfallen kann."

  Hisch, erstaunlich ruhig: "Tonnes Tod betrifft mich. Deshalb verzichte ich darauf, dir dein haariges Fussball vom flachen Rumpf zu reissen."

  Aus einem der G?nge ert?nen Schüsse. Wagon, aufgeregt: "Sie greifen an!"

  Die Genvilles rennen zu dem Gang, in dem die Schüsse zu h?ren sind.

  Wie eine Statue steht Meneor vor dem Gang und bedeutet den herbeieilenden Genvilles mit ausgestrecktem Arm und flacher, waagrecht gehaltener Hand, dass sie warten sollen. Alle stoppen und halten die Luft an.

  Aladan, sp?ttisch: "Gewinner im griechischen Freistil-Stillstehen: Meneooor!"

  Hisch faucht: "Halt das Klappe! Du bringst uns noch um."

  Aladan, kopfschüttelnd: "Reduziert eure Angstfelder. Diese Schüsse gelten nicht uns. Offensichtlich k?mpfen dort zwei andere Parteien."

  Meneor, sich den Genvilles zuwendend: "Aladan hat Recht."

  Meneor zu Martin: "Martin, suchst du ein neues Versteck? ..."

  Meneor zu den andern: "... Die Kampfstarken werden in dem Zwischenzeit die Guards schlagen."

  W?hrend Hisch, Wagon, Piri, Meneor, Aladan und Chromos 5 durch den Gang davoneilen, ruft ihnen Estragon nach: "Ich werde euch von hier aus ins neue Versteck führen!"

  Piri eilt voraus ...

  ... und sp?ht vorsichtig um die Gangecke.

  Szeneanfang:

  In der Mitte eines grossen, runden Raumes stehen zwei halbrunde, meterdicke Kontrollpulte, welche zusammen fast einen Kreis bilden, der etwa zehn Meter durchmisst. Auf einigen Bürostühlen liegen erschossene Techniker. Held, Yon und Meer knien hinter einem Kontrollpult und feuern mit ihren Gewehren auf Natural Guards, die aus einer Tür?ffnung heraus zurückschiessen.

  Pl?tzlich machen die Gewehre von Helds Leuten nur noch 'Klick', 'Klick', 'Klick'.

  Held schaut die anderen ver?rgert und nerv?s an. Meer schaut erschrocken. Yon sagt, vor sich hin blickend, ruhig und dunkel: "Zeit zu sterben."

  Mit Kampfgeschrei und wild aufs Kontrollpunkt feuernd stürzt sich ein Dutzend Guards aus der Tür?ffnung.

  Held zieht seine Pistole ...

  ... und will eben aufstehen, als er überrascht einen Schwarm Messer über das Pult hinweg auf die Guards zufliegen sieht.

  Auch Yon bemerkt erstaunt die Messer, w?hrend Meer neben ihm am Boden kniet, mit über den Kopf gezogenen Armen.

  Gleichzeitig stehen Yon und Held auf.

  Yon wirft einen Blick auf die Guards, welche tot übereinanderliegen, ...

  ... um dann aus den Augenwinkeln zu bemerken, wie Helds Pistolenhand sich hebt.

  Blitzschnell fasst Yon Helds Handgelenk ...

  ... und drückt es nach unten. Held wirft ihm einen wütenden Blick zu.

  Erst jetzt hebt Yon seine Augen und sieht als erste Wagon, die l?chelnd dasteht und mit einer Hand Meneors Handgelenk umfasst, mit dem er ein Messer nach Held hat werfen wollen.

  Wagon, l?chelnd mit dem Kopf auf Meneor weisend: "Du solltest deinem Freund das Pistole wegnehmen, sonst kann ich dieses explosive Mischung da nicht daran hindern, es in Scheiben zu schneiden."

  Meer streckt den Kopf übers Pult und sagt verwirrt: "Diese Stimme kenne ich doch."

  Wagon, fr?hlich: "Ah, das Doktor Meer ist auch da."

  Mit einer schnellen Bewegung entwindet Yon Held die Pistole.

  Mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung steckt Meneor sein Messer zurück in den Gürtel.

  Yon schaut mit unbewegter Miene zu Wagon. Held zittert leicht vor Angst und Wut.

  Wagon, l?chelnd: "Es ist sch?n, dich zu sehen ... Aber weshalb verfolgen euch die Guards?"

  Yon schweigt kühl. Meer ist aufgestanden und sagt, sich die Hosen abklopfend: "Die Guards wissen jetzt, dass die beiden Genmonster sind."

  Hisch, ?tzend: "Wie schrecklich!"

  Die Genvilles kichern, ausser Wagon, die befremdet ist von Yons Kühlheit.

  Meer, nicht merkend, welche Spannung in der Luft liegt: "Wenn ihr nichts dagegen habt, werden wir uns euch anschliessen. Wir geh?ren ja sozusagen zur Familie."

  Wagon: "Ich habe nichts dagegen ..."

  Wagon, mit verunglücktem L?cheln: "... Wir Monster müssen zusammen halten."

  Eilig trippelt Meer zu den Genvilles, ...

  ... merkt, dass Held und Yon stehenbleiben, und sagt dr?ngend: "Na, was ist?"

  Yon, kühl: "Vielen Dank, dass ihr uns gerettet habt, aber ich halte es für klüger, wenn wir unseren eigenen Weg gehen."

  Meer, konsterniert: "K?nnt ihr eure Vorurteile nicht einmal überwinden, wenn es um Leben und Tod geht?!"

  Yon, den Blick senkend, traurig: "Es geht nicht um Vorurteile."

  Meneor rennt pl?tzlich nach vorn, ...

  ... zu den toten Guards und sammelt die Messer ein.

  Alle beobachten ihn, wie er inneh?lt und lauscht.

  Meneor rennt zurück ...

  ... und sagt, die Messer an die Genvilles verteilend: "Da kommen etwa hundert Guards. Wollt ihr euer Diskussion über das richtige Weg nicht verschieben?"

  Nach kurzem Blickkontakt ...

  ... rennen Yon und Held ebenfalls zu den toten Guards und sammeln so viel Waffen und Munition auf, wie sie tragen k?nnen.

  Mit vollen Armen rennen sie den davon eilenden Genvilles hinterher.

  Szeneanfang:

  Im Vorraum zu Hans Harts Büro. Sechs Guards umringen Caesar mit angeschlagenen Gewehren. Caesar steht da mit entrolltem Bildschirmwesen. Hart steht in gebührendem Sicherheitsabstand davor und liest still die Anzeige, die lautet: "Ich bin ein biologisches Bombe. Wenn ich sterbe, kommen die Viren in meinem K?rper frei, und alle Natürlichen werden get?tet."

  Hart greift sich nachdenklich ans Kinn und macht: "Hm, Sie wollen also den freien Abzug für Ihre Leute erpressen."

  Caesar, zynisch l?chelnd: "Ich habe mich von 'meinen Leuten' getrennt. Was mit ihnen geschieht, ist mir egal."

  Hart, stirnrunzelnd: "Was wollen Sie dann?"

  Caesar: "Ich will Ihnen helfen."

  Hart ist erstaunt.

  Hart, kühl: "Warum glauben Sie, dass ich Ihre Hilfe ben?tige?"

  Caesar, ver?chtlich: "Mit Ihren l?cherlichen Soldaten haben Sie nicht das geringste Chance gegen die Kampforganismen, welche jetzt das Erde bev?lkern."

  Hart, ungehalten: "Na und? Sie werden doch nur neue Genmonster erschaffen, um die Alten zu vertreiben. Was haben wir dadurch gewonnen?"

  Caesar, geheimnisvoll l?chelnd: "Sie denken, weil ich Gentechniker bin, k?nne ich nichts anderes ..."

  Erschrocken h?ren die Guards zu. Caesar, wie oben: "... Mein IQ betr?gt etwa 1600. Ich bin also in dem Lage, innert kürzester Zeit Waffentechnologie zu studieren und Ihnen ein paar nützliche Neuerungen zu liefern, sodass Ihre M?nner ein Chance haben zu gewinnen."

  Hart, trotzig: "Meine M?nner haben auch so eine Chance. Das ist alles eine Frage des Kampfgeistes und ..."

  Schnell wie der Wind entreisst Caesar den Guards ihre Gewehre, ...

  ... verbiegt eines nach dem andern über dem Oberschenkel ...

  ... und wirft die unbrauchbaren Waffen Hart vor die Füsse.

  Fassungslos starren die Guards auf ihre leeren H?nde. Hart schluckt leer.

  Caesar, sachlich: "Wenn ich gewollt h?tte, w?ren Ihre Leute jetzt tot ..."

  Caesar, nach draussen deutend: "... Und da draussen sind Millionen von Organismen, die dasselbe k?nnen ... Wie wollen Sie die besiegen?"

  Hart, sein Erschrecken hinter einer steinernen Miene verbergend: "Was wollen Sie?"

  Caesar: "Obwohl ich ein Genmonster bin, verlange ich Ihr pers?nliches Schutz. Als Gegenleistung verschaffe ich Ihnen das Weltherrschaft."

  Hart, widerwillig: "Also gut, ich bin einverstanden."

  Die Guards schauen ihren Chef befremdet an.

  Caesar: "Würden Sie dann bitte das Leiter des Universit?t anweisen, dass es mich unterstützen soll?"

  Hart, ausdruckslos: "Gut, Sie k?nnen dann in der Universit?t wohnen."

  Caesar dreht sich um ...

  ... und verl?sst den Raum.

  Hart zu den M?nnern, die ihn immer noch befremdet anschauen: "Wenn er schl?ft, bet?ubt ihr ihn mit Gas und werft ihn in den S?uregraben ..."

  Hart, dünn l?chelnd: "... Dann sind wir diesen Hausierer samt seinen Viren los."

  Die Guards lachen erleichtert.

  Draussen h?rt Caesar das Lachen, ...

  ... l?chelt b?se, w?hrend er sich umdreht.

  Caesar steht, die Klinke in der Hand, in der offenen Tür und sagt ernst zu den Guards, die sofort verstummen: "Wenn ihr etwa auf das Idee kommen solltet, mich nachts zu bet?uben und in das S?uregraben zu werfen ..."

  Caesar, zynisch l?chelnd: "... Ich habe an versteckten Orten Wesen ausgesetzt, die nach Ablauf eines Frist die gleichen Viren erzeugen und an das Luft abgeben. Ihr solltet mich also nicht daran hindern, die Wesen jeweils zu t?ten, bevor das Frist abgelaufen ist ..."

  Caesar, wie oben: "... Im Gegenteil: Ihr solltet alles dafür tun, dass mir nichts zust?sst."

  W?hrend Caesar die Tür ins Schloss knallt, schauen sich die Guards und Hart fassungslos an.

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