Szeneanfang:
Kurz nach ihrer Begegnung mit Ritsch ist Ili bei der Schuhverk?uferin. Sie stehen an einem Ort, wo sie unter sich sind, sodass niemand die folgende Unterhaltung beobachten kann.
Schuhverk?uferin, ungl?ubig: "Ritsch sucht 'Feinde', um uns zu bek?mpfen?"
Ili: "Ja, das Mann von dem Security Guard will ihm nicht helfen. Deshalb sucht Ritsch Leute, die euch so stark hassen, dass sie euch vertreiben."
Schuhverk?uferin, unsicher: "Woher wollen Sie das wissen?"
Ili, treuherzig: "Ich bin mit Ritsch ins Zimmer gegangen und habe geh?rt, was es gesagt hat."
Schuhverk?uferin, kichernd, weil es für sie so absurd ist: "Auch wenn Sie unsichtbar sind … Kann er nicht h?ren, wie Sie atmen?"
Ili: "Ich kann das Mund und das Luftr?hre so weit aufmachen, dass es kein Ger?usch mehr gibt beim Atmen … Schau!"
Ili reisst ihren Mund so weit auf, dass er zusammen mit ihren spitzen Z?hnen so bedrohlich wirkt, dass die Schuhverk?uferin mit einem erschrockenen "Aaahhh!" zurück weicht.
Schuhverk?uferin, noch unter Schreck: "Und wenn Ihre Gelenke knacken?"
Ili l?sst sich zusammen fallen und sagt: "Meine Gelenke knacken nicht."
Entsetzt starrt die Schuhverk?uferin auf Ili, die wie eine in sich zusammen gefallene Gummipuppe vor ihr liegt.
Wie Ili sich nicht mehr regt, fragt die Schuhverk?uferin ?ngstlich besorgt: "Haben Sie sich verletzt?"
Grazi?s schl?ngelt sich Ili hoch …
… und lacht, wieder aufrecht, die verwirrte Schuhverk?uferin herzlich an.
Schuhverk?uferin, fast verzweifelt: "Aber er kann doch Ihre Schritte h?ren."
Ili, fr?hlich wie ein Kind, das ein Spiel macht: "Wenn du meine Schritte h?rst, dann zeige dort hin, wo ich stehe."
Ili wird unsichtbar …
… und die Schuhverk?uferin versucht vergeblich festzustellen, wohin sich Ili bewegt.
Kopf schüttelnd zeigt die Schuhverk?uferin hilflos in eine beliebige Richtung, nur nicht nach hinten.
Ili, die hinter der Schuhverk?uferin steht, macht sich sichtbar und flüstert der Schuhverk?uferin ins Ohr: "Hier bin ich."
Die Schuhverk?uferin f?hrt mit einem erschrockenen "Aaahhh!" herum.
Ili lacht fr?hlich.
Schuhverk?uferin, zitternd von den Schrecken: "Sie … Sie sind mir unheimlich."
Ili, erstaunt: "Warum hast du mehr Angst vor mir als vor Ritsch, das dein Vater umgebracht hat und Feinde sucht?"
Schuhverk?uferin, besch?mt: "Ja, Sie haben recht. Es tut mir Leid. Es ist … Mein Leben wurde innert kürzester Zeit total umgekrempelt. Vorher war jeder Tag irgendwie gleich. Das ist zwar langweilig, aber es gibt einem auch eine Art Sicherheit. Jetzt ?ndert sich alles so schnell. … Ich verliere den Halt und … ich bin noch nie einem so seltsamen Wesen wie Ihnen begegnet."
Ili, treuherzig: "Ist das Halt in einem langweiligen Tag nicht schmerzhaft? Ist Freundschaft nicht das bessere Halt, wenn alles sich immer ?ndert? Und kann Freundschaft nicht alle Wesen verbinden, egal wie seltsam sie sind?"
Die Schuhverk?uferin h?rt es mit grossen Augen …
… und sagt bedrückt: "Ich hatte noch nie einen Freund."
Ili, treuherzig: "Das macht nichts. Natürliche funktionieren sowieso nicht so gut. Natürliche meinen Freundschaft sei, wenn die Nerven stark vibrieren. Und wenn die Nerven aufh?ren zu vibrieren, ist das Freundschaft zu Ende und sie suchen ein anderes, dass sie wieder zum Vibrieren bringt. Ich habe viele Weinen gespürt, weil ihre Nerven noch vibriert haben, w?hrend das andere schon weg gegangen ist. Freundschaft ist nur, wenn die Nerven dauerhaft vibrieren durch das andere Wesen, so seltsam es auch ist."
Die Schuhverk?uferin h?rt es bewegt, ist aber auch etwas verwirrt von der seltsamen Formulierung.
Ili, die H?nde der Schuhverk?uferin auf ihre Schultern legend: "Spüre meine Vibrationen."
Ili ergreift mit ihren H?nden die Schultern der Schuhverk?uferin.
Schweigend schauen sie sich in die Augen.
Ili n?hert sich behutsam.
Die Augen der Schuhverk?uferin weiten sich leicht.
Ilis Lippen n?hern sich dem Mund der Schuhverk?uferin, deren Atem sich beschleunigt.
Sanft legt Ili ihre Lippen auf die der Schuhverk?uferin, die es mit weit aufgerissenen Augen und klopfendem Herzen geschehen l?sst.
Sanft und innig küsst Ili die Schuhverk?uferin mit umgelegten Armen.
Zitternd, mit geschlossenen Augen erwidert die Schuhverk?uferin die Umarmung und den Kuss.
Mit einer fliessenden Bewegung zieht Ili ihr lebendes Kleid aus …
… und beginnt, langsam auf die Knie sinkend, der Schuhverk?uferin das Kleid abzustreifen, welche es zitternd und mit geschlossenen Augen geschehen l?sst.
Wie die Schuhverk?uferin nackt ist, streichelt Ili ihre Brüste und küsst ihren Bauch, …
… streichelt sanft den ganzen K?rper, …
… was die Schuhverk?uferin auf die Knie sinken l?sst, …
… wo sie sich innig küssen …
… und hin sinken, …
… worauf Ili die Beine der Schuhverk?uferin ?ffnet, …
… um mit ihrem Kopf zwischen die Schenkel zu tauchen, …
… wo sie die Schuhverk?uferin sexuell stimuliert, was diese mit lustvollem St?hnen quittiert.
Wie die Schuhverk?uferin zum Orgasmus kommt, b?umt sich ihr Unterleib auf und sie st?hnt vernehmlich.
Wie Ili neben der vor Lust zerflossenen Schuhverk?uferin liegt, nimmt sie deren Hand und führt sie zwischen ihre Schenkel, …
… wo die Schuhverk?uferin damit beginnt, Ili zu stimulieren, …
… bis Ili mit einem lauten "Aiiihhh!!" zum H?hepunkt kommt.
Erl?st liegen sich die beiden in den Armen.
Die Schuhverk?uferin kann nicht fassen, was sie eben erlebt hat, weil sie es mit einer Frau getrieben hat: "Was haben wir getan?"
Ili, mit erl?stem L?cheln: "Wir haben Freude erzeugt."
Schuhverk?uferin, mit abwesendem Blick: "Freude? … Was für ein fremdartiges Wort … Seit mein Vater tot ist, weiss ich, wie grausam das Leben sein kann …"
Ili, sanft: "Wenn du dem nackten Universum ins Gesicht schauen willst, ist es gut, wenn es eines gibt, das dich umarmt."
Schuhverk?uferin, Ili anschauend, etwas verwundert, so als s?he sie Ili zum ersten Mal: "Warum tust du das?"
Ili, ahnungslos: "Was denn?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Du gibst mir Kleidung und Essen. Unterstützt mich im Kampf gegen Ritsch. Verschaffst mir Lust, wie ich sie noch nie erlebt habe. Gibst mir Halt in deinen Armen …"
Ili, treuherzig: "Das ist doch ganz einfach: Wenn deine Nerven schmerzen, dann schmerzen auch meine. Wenn deine Nerven tanzen, dann tanzen auch meine."
Schuhverk?uferin, kichernd: "Dann war das eben … ein T?nzchen?"
Ili, fr?hlich: "Ja-aa."
Szeneanfang:
Myrta und Iris halten sich an Meneor fest, w?hrend sie auf einer zwanzig Meter hohen S?ule des Pilzwesens stehen. Meneor und Iris konzentriert, Myrta mit offenem Mund beobachten sie die Quadratkilometer grosse Armee der Schleier der Nacht, die sich majest?tisch langsam und unaufhaltsam über die Wüste bewegt.
Iris, den Blick unverwandt auf dieses faszinierende Ph?nomen gerichtet: "Wenn dieses H?llenbrut auf Genville trifft, …"
Meneor: "… dann wird viel Freude sterben."
Myrta schaut Meneor an mit einer Mischung aus Furcht und Staunen über die merkwürdige Formulierung.
Iris, unsicher kichernd: "Meneor bringt es, wie immer, auf das Punkt."
Myrta, fassungslos auf die Schleier blickend: "Aber was nützt uns dieses Punkt? Da n?hert sich mindestens ein Million Monster."
Iris, verunsichert, mit Blick auf die Schleier: "Irgend ein natürliches Idiot muss dieses Monsterarmee in Auftrag gegeben haben. Was für ein ungeheuerliches Zerst?rungswille muss in uns Natürlichen schlummern, damit solche kranken Fantasien ins Leben gerufen werden!"
Myrta, zu Iris, erschüttert: "Das eigentliche Monster lebt in uns Natürlichen?!"
Iris, grimmig: "Was wir hier sehen, ist doch nur ein weiteres Ausgeburt unseres kaputten Bedürfnisstrukturs."
Meneor: "Ja. Wir k?mpfen nicht gegen Monster. Wir k?mpfen gegen schmerzhaftes Wollen."
Die Frauen schauen Meneor fast ehrfürchtig an.
Myrta, zu Iris, irgendwie staunend: "Es bringt es wirklich auf das Punkt."
Iris, schwach mit der Faust auf Meneor hauend, grimmig: "Und jetzt sind wir auf dieses Monster angewiesen, um das schmerzhafte Wollen zu besiegen."
Myrta, mit Blick auf die Schleier, verloren: "Aber wie soll das gehen?"
Meneor: "Zuerst ?ndern wir das Richtung."
W?hrend die Frauen Meneor verblüfft anstarren, schliesst dieser die Augen, um sich zu konzentrieren.
Myrta, ungl?ubig: "Will es jetzt etwa Verkehrspolizist spielen?"
Iris kichert.
Meneor steht immer noch da mit geschlossenen Augen und streckt den Arm aus, um eine Richtung anzuzeigen.
Die Frauen schauen in diese Richtung …
… und sehen verblüfft, wie sich Tentakel des Pilzwesens aus dem Boden schl?ngeln.
Angelockt von diesen Tentakeln, verharren die Schleier, …
… um sich dann mit fast qu?lender Langsamkeit auf die Tentakel zuzubewegen.
Fassungslos kommentiert Myrta, leise vor sich hin: "Das Richtung ?ndern …"
Iris, kritisch: "Und was soll das bringen? Ich meine …"
Meneor ?ffnet die Augen und schwenkt seinen Arm noch weiter auf das Ziel der Richtungs?nderung und sagt: "Dort ist das Armee der Natürlichen."
Myrta, begreifend: "Ach so, du l?sst die Natürlichen die Schleier vernichten."
Meneor: "Nein. Die Schleier werden die Natürlichen vernichten."
Myrta, fassungslos: "Aber … das sind Menschen …"
Meneor: "Das Pilzwesen hat ihnen Wasser angeboten. Sie haben die Arme des Pilzwesens zerst?rt. Das Pilzwesen hat ihre Gedanken gelesen. Sie wollen alles vernichten, was nicht natürlich ist. Genville ist nicht natürlich. Sie bewegen sich auf Genville zu. Wir müssen ihr Richtung ?ndern."
Iris, beeindruckt und düster zugleich beim Gedanken an das bevorstehende Massensterben: "Hammerhart, aber korrekt."
Myrta starrt verwirrt und traurig vor sich hin.
Iris h?lt Myrta ein Messer hin und sagt provozierend: "Willst du Meneor t?ten, um die Natürlichen zu retten?"
Myrta, überrascht: "Spinnst du? …"
Myrta, klagend: "… Aber ich darf doch wohl noch unglücklich sein darüber, dass Tausende junger Menschen sterben müssen wegen eines alten, wahnhaften Generals."
Meneor, mit Fragezeichengesicht: "Ich verstehe nicht, was du sagst."
Myrta, zu Meneor, erregt: "Armeen werden von einem Führungsperson befehligt. Sie sind ein Diktatur. Das Führungsperson sagt, was alle zu tun haben. Wer nicht gehorcht, wird erschossen. Woher willst du wissen, ob es in diesem Armee nicht viele hat, die gern in Frieden mit Genville leben m?chten, aber nicht dürfen, weil sie sonst erschossen werden?"
Meneor, sinnierend: "Dann müssen wir das Führungsperson t?ten und die anderen fragen, ob sie Frieden wollen oder Tod?"
Myrta, überrascht von dieser Schlussfolgerung: "?hm …"
Iris, kichernd: "Pass auf, was du mit deinen Argumenten anrichtest. Meneor fordert das General noch zum Duell."
Myrta schaut Meneor tief ernst in die Augen: "Du bist doch ein Hirngucker. Kannst du nicht meine Gefühle sehen und ein L?sung finden, damit ich mich nicht mitschuldig fühlen muss an einem grausamen Massaker?"
Meneor: "Es gibt kein Schuld. Wenn du im Wüste überleben willst, musst du alles t?ten, was dich t?ten will. Aber ich verstehe, was du spürst: Wenn etwas aufh?ren will, dich zu t?ten, muss es nicht sterben. Ich finde ein L?sung. Aber wenn sie nicht aufh?ren wollen, …"
Myrta, schicksalsergeben: "… müssen sie sterben."
Iris, beeindruckt: "Wow, wow, wow, was für ein Drama! Als h?ttet ihr es geprobt."
Myrta zeigt erschrocken hinunter und ruft: "Das Pilzwesen wird angegriffen!"
Auf dem Wüstenboden liegen Tentakel herum, über die sich die Schleier her machen.
Meneor, grinsend: "Das Pilzwesen hat ein paar Tentakel abgestossen, damit die Schleier dorthin gehen, wo sie sollen."
Meneor: "Wir gehen jetzt zum Armee der Natürlichen."
W?hrend sie, vom Pilzwesen hoch hinauf katapultiert, durch die Luft segeln, fragt Myrta: "Das Pilzwesen transportiert dich. Es opfert seine Tentakel, um das Kurs der Schleier zu ?ndern. Warum gehorcht es dir? Ich meine, … es k?nnte dich doch auch einfach fressen."
Meneor, als w?re es die selbstverst?ndlichste Sache der Welt: "Ich helfe ihm. Es hilft mir."
Myrta schüttelt l?chelnd den Kopf, weil diese Beziehung trotz Meneors Aussage so absurd ist: "Na, dann ist das wohl das Beginn eines wunderbaren Freundschaft zwischen einem Krieger und einem Wesen, das so gross ist wie ein Kontinent."
Iris lacht.
Szeneanfang:
Die Schuhverk?uferin spricht vor der versammelten Genossenschaft: "Ritsch will uns bek?mpfen, indem er Feinde sucht, die auf uns los gehen. …"
Genossenschafterin 1: "Woher willst du das wissen?"
Schuhverk?uferin: "Ritsch ist verhasst. Auch bei seinen Angestellten. Deshalb gibt es Leute, die uns über seine üblen Absichten informieren."
Genossenschafterin 1: "Und wer ist das?"
Schuhverk?uferin: "Willst du ernsthaft, dass ich das verrate und diese Person dann einen t?dlichen Unfall erleidet?"
Genossenschafterin 1, erschrocken: "?h … nein."
Genossenschafter 2: "Aber vielleicht arbeitet diese Person im Auftrag von Ritsch und labert was von Feinden, um uns einzuschüchtern."
Schuhverk?uferin: "Genau deshalb sollen wir uns umh?ren. Gibt es irgendwo feindliche Reaktionen gegen uns?"
Genossenschafter 3: "Manche Typen behaupten, die lebenden Kleider h?tten unsere Gehirne gefressen, und beschimpfen uns als Zombies. …"
Genossenschafterin 4: "Ja, ist mir auch passiert. Da muss Ritsch nur ?l ins Feuer giessen … ein bisschen Alkohol … ein bisschen Geld … und die Typen werfen Steine auf uns."
Genossenschafter 5: "Dann besorgen wir uns Knüppel und prügeln ihnen den Alkohol aus dem Leib!"
Schuhverk?uferin: "Dann hat Ritsch genau, was er will: eine Massenschl?gerei. Die Security sperrt alle ein und unser Protest stirbt im Gef?ngnis."
Genossenschafterin 1: "Sollen wir uns steinigen lassen?"
Genossenschafter 2, sarkastisch: "Nur keine Sorge, meine Liebe, die Security wird uns Abschaum bestimmt beschützen."
Schuhverk?uferin: "Seit Hans Hart tot ist, hat sich einiges verbessert bei der Security Guard. Sie h?lt sich an das Gesetz. Und das Gesetz verbietet gewaltt?tige übergriffe auf Menschen, auch wenn sie nur Abschaum sind. Die Guards erleben steigende Wohnungsmieten am eigenen Leib. Vielleicht sympathisieren manche sogar mit unseren Zielen. Ich werde also zu den Guards gehen und um Schutz bitten. Jemand was dagegen?"
Verblüfftes Schweigen im Publikum.
Genossenschafter 5, grimmig: "Dann freue ich mich schon auf meine blauen Flecken von den Steinen der Zombiej?ger und den Knüppeln der Guards."
Die unsichtbare Ili flüstert der Schuhverk?uferin ins Ohr: "Das lebende Kleid kann auch Wunden heilen."
Schuhverk?uferin: "Falls du wirklich mal was abkriegst: Das lebende Kleid kann auch Wunden heilen. Wir brauchen also nicht mal ins Krankenhaus, das wir uns sowieso nicht leisten k?nnen."
überraschtes Raunen im Publikum.
Genossenschafter 6, witzelnd: "K?nnte sich das Kleid nicht auch in eine Rüstung verwandeln, damit es nicht so weh tut?"
Allgemeine Heiterkeit. Gel?ste Atmosph?re.
Die unsichtbare Ili steht hinter der Schuhverk?uferin und denkt sinnierend: 'Gutes Idee …"
Schuhverk?uferin: "Und wenn jemand noch Zweifel hat: Was haben wir zu verlieren?"
Schuhverk?uferin, sich auf den Po klopfend: "Scheiss drauf!"
Publikum lacht.
Obdachloser 1, sich auf den Po klopfend, lachend: "Scheiss drauf!"
Obdachloser 2, sich auf den Po klopfend, lachend: "Scheiss drauf!"
Publikum, sich auf den Po klopfend, lachend, im Chor: "Scheiss drauf!"
Szeneanfang:
Die Schuhverk?uferin betritt in Begleitung der unsichtbaren Ili das Büro des Chefs der Security Guard, der auch schon mit Ritsch telefoniert hat.
Chef, ihr die Hand reichend, l?chelnd: "Sie sind also die Anführerin dieser Wohnungsdemos, die unseren verehrten Herrn Ritsch so auf die Palme bringen."
überrascht von dem freundlichen Empfang reicht die Schuhverk?uferin dem Chef die Hand.
Der Chef führt sie zu einer Sitzgruppe mit Salontischchen und bittet sie mit einer Geste, Platz zu nehmen.
Gleichzeitig setzen sie sich.
Chef, freundlich: "Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten bzw. dieses merkwürdige Gebr?u, das wir seit der Vernichtung aller Kaffeeplantagen dafür halten?"
Schuhverk?uferin, schüchtern l?chelnd: "Ja gern, ich hatte schon lange keinen mehr."
Wie zwei dampfende Kaffeetassen auf dem Tischchen stehen, fragt der Chef freundlich: "Was ist der Grund Ihres Besuches?"
Schuhverk?uferin, schüchtern: "Danke, dass Sie mich empfangen. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet."
Chef, wie oben: "Warum nicht?"
Schuhverk?uferin, unsicher: "Als Obdachlose werden wir nicht gerade …"
Chef, wie oben: "… respektiert?"
Die Schuhverk?uferin nickt und senkt bedrückt den Blick, …
… reisst sich zusammen und sagt mit offenem Blick: "Mir ist aufgefallen, dass die Security Guards uns nicht verhaften. Deswegen sucht Herr Ritsch nun Leute, die uns das Demonstrieren gewaltsam verleiden. Unser Protest soll streng gewaltfrei bleiben. Wenn wir jedoch verprügelt werden, kann es gut sein, dass manche von uns die Nerven verlieren und zurück schlagen. Der Konflikt eskaliert und wir haben einen kleinen Bürgerkrieg auf der Strasse. Die Security Guard müsste eingreifen und alle ins Gef?ngnis stecken. Unser Protest w?re erledigt, der schmutzige Plan von Ritsch aufgegangen."
Chef, Stirn runzelnd, ernst: "Wenn das wahr ist …"
Schuhverk?uferin: "Ich habe es aus zuverl?ssiger Quelle. Deshalb wollte ich Sie bitten, unsere gewaltfreien Aktionen vor den Unruhestiftern zu beschützen."
Chef, sinnierend: "Eigentlich ist Ihr Anliegen ja eine Selbstverst?ndlichkeit. Warum glauben Sie, mich speziell darauf hinweisen zu müssen?"
Schuhverk?uferin, etwas eingeschüchtert: "Bitte verzeihen Sie. Bestimmt macht die Security Guard unter normalen Umst?nden eine gute Arbeit. Aber diese Situation ist nicht normal. Die Schl?gertrupps werden uns auflauern und verprügeln, wenn keine Guards in Sicht sind …"
Chef, kritisch den Kopf wiegend: "Um das zu vermeiden, müssten wir allen Demonstrierenden eine Leibwache zuteilen, was die Kapazit?t der Security Guard übersteigen würde."
Schuhverk?uferin: "Das habe ich mir auch gedacht. Aber da wir dort demonstrieren, wo viele Leute sind, die einen überfall bezeugen k?nnten, werden sie es nicht wagen, uns anzugreifen. Nach der Demo k?nnen wir uns zu vielleicht zehn gr?sseren Gruppen zusammen finden, die von jeweils nur zwei bewaffneten Guards beschützt werden. Auf unserem Schlafplatz finden sich dann alle zusammen und müssen halt bis zur n?chsten Demo von den zwanzig Guards bewacht werden. Unser verwahrloster Schlafplatz w?re sonst ein gefundenes Fressen für die Mord- und Totschl?ger."
Erstaunt und beeindruckt betrachtet der Chef die Schuhverk?uferin schweigend mit einem feinen L?cheln.
Chef, ehrlich interessiert: "Wie kann es sein, dass eine Frau wie Sie obdachlos ist?"
Schuhverk?uferin, bedrückt: "Ritsch hat mit Mietzinserh?hungen unser Schuhgesch?ft ruiniert. Mein Vater hat sich deswegen umgebracht. Das hat mich aus der Bahn geworfen."
W?hrend die unsichtbare Ili ihre flachen H?nde dicht über die Schulterbl?tter des Chefs h?lt, sagt dieser grimmig: "Das tut mir Leid. In letzter Zeit gibt es mehr und mehr Suizide. Ich bin kein Freund eines Mannes, der sich offenbar zur Aufgabe gemacht hat, die Selbstmordrate in Natural City zu steigern. Wir werden das so machen, wie Sie es vorschlagen …"
Chef, mit grimmigem L?cheln: "… Ich hoffe, zwanzig tapfere Ritter genügen, um Ihrer Bewegung zum Erfolg zu verhelfen."
Die Schuhverk?uferin schaut ihn an mit Tr?nen in den Augen.
Chef, besorgt: "Habe ich etwas Falsches …"
Die Schuhverk?uferin wehrt ab: "Nein nein …"
Schuhverk?uferin, mit gesenktem Blick: "… Es ist nur … Ich habe nicht damit gerechnet, dass Sie uns helfen … Wir sind doch bloss Obdachlose."
Chef, mir der ihn erspürenden unsichtbaren Ili im Rücken, tief ernst: "Wenn der reichste Mann dieser Stadt meint, er sei mehr wert als der ?rmste Obdachlose, werden wir ihn eines Besseren belehren."
Nach der Sitzung geht die Schuhverk?uferin mit der unsichtbaren Ili an ihrer Seite durch eine belebte Strasse, …
… biegt in eine stille Seitenstrasse ab und fragt: "Bist du da?"
Die Schuhverk?uferin betrachtet die sichtbar gewordene Ili und sagt, bewundernd den Kopf schüttelnd, l?chelnd: "Ich kann es kaum fassen, dass du immer dabei warst. Ich habe absolut nichts gemerkt!"
Ili, treuherzig: "Ja, Lapsus hat mich gut gemacht."
Schuhverk?uferin, kichernd: "Du bist doch kein Lapsus."
Ili, wie oben: "Nein, Lapsus ist das Gentechniker, das mich entworfen hat. Am Anfang hatte ich ein offenes Rücken, aber das hat Lapsus mit den Chromos 4 Nutzwesen geflickt."
Schuhverk?uferin, unsicher l?chelnd: "Irgendwie unheimlich, wenn Leute so mit Genen herum spielen …"
Ili, wie oben: "Nicht, wenn du weisst, was du tust."
Schuhverk?uferin, unsicher: "Aber sieh dir die Welt an … Sie ist zerst?rt."
Ili, wie oben: "Die Gene tun, was du ihnen sagst. Die Natürlichen wollten Chromos 2 Krieger. Diese haben Millionen Natürliche get?tet, bis Meneor sie vernichtet hat. Die Natürlichen wollten Kampforganismen. Diese haben Millionen Natürliche get?tet und werden noch viele t?ten, bis die Genvilles sie vernichtet haben …"
Ili, wie oben: "… Du hast recht. Wenn die Natürlichen mit Genen herum spielen, wird es unheimlich. Deshalb gehorchen wir Genvilles den Natürlichen nicht mehr."
Schuhverk?uferin, mit grossen Augen: "Ich dachte immer, die Genmonster seien das übel … Aber so, wie du das sagst, sind wir die Monster …"
Ili, mit einer tr?stlichen Berührung: "Ich will dich nicht traurig machen."
Schuhverk?uferin, mit schmerzlichem L?cheln: "Ich sch?tze deine Offenheit, auch wenn sie schmerzt. Und wenn ich ehrlich bin, haben mir die 'Natürlichen' viele Schmerzen zugefügt, w?hrend das 'Genmonster' mir … gut tut."
Schuhverk?uferin: "Was meinst du? K?nnen wir uns auf die Security Guard verlassen?"
Ili: "Wenn es über Ritsch spricht, ist sein Wut echt. Vielleicht ist deshalb auch wahr, was es sagt."
Schuhverk?uferin, sich lachend auf den Po klopfend: "Und wenn nicht: Scheiss drauf! Wir geben nicht auf."
Im Weitergehen erreichen sie einen kleinen Park. Niemand ist zu sehen.
Die Schuhverk?uferin merkt erst jetzt, wie erstaunlich Ilis Aussage ist und sagt: "Woher weisst du denn, dass seine Wut echt war? Du konntest ihn ja nicht berühren."
Ili, ihre Handfl?che nahe an die Schuhverk?uferin haltend: "Ich kann auch aus kleinem Distanz etwas spüren. Nicht so gut, aber es geht. Du hast jetzt angenehme Vibrationen. Denkst du an das Chef?"
Schuhverk?uferin, err?tend: "H? … Wie … Wie kommst du darauf?"
Ili, sachlich: "Wenn das Chef dich angesehen hat, waren da angenehme Vibrationen, so wie bei dir."
Schuhverk?uferin, kichernd: "'Angenehme Vibrationen', wie seltsam du dich ausdrückst. Du meinst, ich war ihm sympathisch?"
Ili, wie oben: "Ich kenne 'pathisch' nicht, aber die Vibrationen sind synchron."
Schuhverk?uferin, puterrot: "Du meinst, zwischen uns hat's gefunkt?"
W?hrend die Schuhverk?uferin etwas verwirrt vor sich hin schaut, stellt sich Ili Funken zwischen den beiden vor, ohne das Bild zu verstehen.
Schuhverk?uferin, traurig: "Es ist aussichtslos."
Ili, treuherzig: "Du brauchst kein Aussicht. Es fasst dich an. Du fasst es an. Dann gibt es synchrone angenehme Vibrationen."
Schuhverk?uferin, wehmütig: "Er hat einen hohen Posten als Chef der Security Guard. Wenn er sich mit einer Obdachlosen einliesse, würde das seinem Ruf schaden. Die Leute würden den Kopf schütteln und mich verachten. Mit der Zeit würde das unsere Beziehung zerst?ren."
Ili, treuherzig: "Es muss nicht auf die Leute h?ren. Es muss nur dich anschauen und vibrieren. Dann ist alles gut."
Die Schuhverk?uferin ist gerührt ob so viel Naivit?t, umarmt Ili und sagt: "Ach, Herzchen! Wenn die Welt nur so w?re!"
Ili l?sst es, etwas erstaunt über den Gefühlsausbruch, mit sich geschehen.
Schuhverk?uferin, bewundernd: "Es ist unglaublich, wie fein dein Tastsinn ist. Du kannst damit fast Gedanken lesen."
Ili, sachlich: "Ja, Lapsus hat für mich die Gene von den Tieren mit den feinsten Sinnen genommen."
Schuhverk?uferin, mit grossen Augen: "Dann bist du gar kein richtiger Mensch?"
Ili, interessiert: "Was ist das, ein richtiges Mensch?"
Schuhverk?uferin, überfordert von der wuchtigen Frage: "?hm … na ja … hm …"
Schuhverk?uferin, zerknirscht: "Verzeih mir. Ich h?tte das nicht sagen dürfen. Das war dumm und taktlos."
Ili, unbekümmert: "Warum? Ich bin, wie ich bin. Ich versuche jedes Tag richtig zu sein."
Schuhverk?uferin, Kopf schüttelnd, amüsiert und erschlagen zugleich von dieser Schlichtheit: "Du bist so … anders. Wie absurd, von dir zu verlangen, dass du ein 'richtiger Mensch' bist! Es genügt v?llig, dass du 'richtig' bist."
Ili hat ihren Mund zu einem fr?hlichen Lachen ge?ffnet, wobei ihre spitzen Eckz?hne deutlich zum Vorschein kommen.
Schuhverk?uferin, mit Blick auf die blitzenden Eckz?hne, neugierig: "Was würde passieren, wenn du mich mit deinen Z?hnen beisst?"
Ili, sachlich: "Nichts, ausser wenn ich dazu Gift spritze. Dann würde dich in Sekunden alles Wasser verlassen und du w?rst nur noch …"
Die Schuhverk?uferin stellt sich als vertrocknete Mumie vor, leer schluckend: "… Staub."
Ili, fr?hlich: "Ja ja, Staub."
Schuhverk?uferin, sinnierend: "Deine Z?hne sehen aus wie die eines Vampirs. Ich war immer fasziniert von Vampiren. Sie beissen die Menschen in den Hals und saugen ihnen Blut aus. Manche sterben dabei und andere verwandeln sich in Vampire."
Ili, neugierig: "Sind das Kampforganismen?"
Schuhverk?uferin, l?chelnd: "Nein, das sind Figuren aus Geschichten, die die Menschen erfunden haben. Sie stehen bloss in Büchern, die die Menschen lesen, wenn es ihnen langweilig ist."
Ili, wie oben: "Warum haben die Menschen sie in Bücher gesperrt? Sie h?tten sie doch bauen k?nnen. Dann w?re ihnen nie langweilig."
Schuhverk?uferin, lachend: "Ja, da hast du recht. Du liest wohl nie Bücher?"
Ili, treuherzig: "Nein, ich lebe lieber."
Schuhverk?uferin, schüchtern: "Ich m?chte dich etwas fragen, aber ich sch?me mich."
Ili, interessiert: "Ist 'sch?men' Schmerz?"
Schuhverk?uferin, wie oben: "Ja, eine Art."
Ili, treuherzig: "Dann lass es weg."
Die Schuhverk?uferin prustet vor Lachen über diese simple Probleml?sung …
… und sagt l?chelnd: "Aber du darfst mich nicht auslachen."
Schuhverk?uferin, sich in die Welt der Vampire versetzend: "Ich habe mich immer gefragt, wie es wohl ist, von einem Vampir gebissen zu werden … K?nntest du mich vielleicht … beissen?"
Ili, sachlich: "Du willst dein Geschichte spüren?"
Die Schuhverk?uferin nickt schüchtern l?chelnd.
In einem wunderbar romantisch-poetisch-intimen Bild nimmt Ili die Schuhverk?uferin in die Arme und versenkt ihre Z?hne in deren Hals, beide mit einem Ausdruck, als w?re es ein Kuss aus innigster Leidenschaft, wobei leichter Schmerz, Erregung und Lust sich alle im Gesicht der Schuhverk?uferin spiegeln.
W?hrend Ili ihre Z?hen zurück zieht, rinnt das Blut aus den Wunden und die Schuhverk?uferin zittert mit geschlossenen Augen vor Erregung.
Schuhverk?uferin, zitternd, mit offenen Augen: "Ich habe mich noch nie so ausgeliefert gefühlt und gleichzeitig so geborgen. Mein Leben ganz in deiner Hand. Was für ein Erlebnis!"
Schuhverk?uferin, zitternd, vor sich hin, begreifend: "Jetzt verstehe ich, was du meinst mit: leben statt lesen …"
Schuhverk?uferin, ruhig, mit Blick auf Ili: "… Wir leben unsere Geschichte …"
Die beiden verlassen den kleine Park und sind von hinten zu sehen.
Schuhverk?uferin, sich auf den Po klopfend: "… und ich habe mich in den Chief der Security Guard verliebt … Scheiss drauf!"
Szeneanfang:
Myrta, Iris und Meneor stürzen aus vierzig Metern H?he scheinbar hinab auf den Wüstenboden, weil dort kein Tentakel des Pilzwesens auftaucht, um sie weiter zu schleudern.
Myrta, angstvoll: "Wo bleibt das Tentakel? Wir stürzen ab!"
Auch Iris ist gestresst.
Der Boden kommt immer n?her. Die Frauen schreien entsetzt "Aaahhh!!!".
Im letzten Augenblick zuckt ein Tentakel aus dem Sand …
… und bildet eine Landefl?che, …
… auf der sie landen und sanft abgefedert werden.
Wie der Tentakel im Sand verschwindet, stehen die beiden Frauen zitternd neben dem grinsenden Meneor.
Myrta, zitternd: "Meneor ist immer für ein Adrenalinschock gut."
Iris schl?gt mit der Faust auf Meneors Schulter und ruft wütend: "Du verdammtes Kerl h?ttest uns warnen k?nnen!"
Meneor grinst.
Myrta, mit ersch?pftem L?cheln: "Ist das Kriegerhumor?"
Iris schimpft: "Meneor ist ein Sadist, ein perverses Sadist!"
Meneor, l?chelnd: "Es ist dein Bedürfnisstruktur, das schmerzt. Du kannst dein Angst kleiner machen lassen von Ambellmi oder Lebensinsel."
Iris, genervt: "Ja ja, blabla, mach ein Genmonster aus dir und alles ist gut."
Myrta, wie oben: "Wo es recht hat … Ich werde wohl noch etwas nachjustieren müssen."
Iris, die Augen verdrehend: "Ihr steckt doch alle unter einem Monsterdecke."
Meneor, auf den Hügel vor ihnen deutend: "Hinter dem Hügel sind keine Monster, alles Natürliche."
Myrta, mit grossen Augen: "Die Armee?"
Myrta rennt den Hügel hoch, gefolgt von Meneor.
Auch Iris setzt sich langsam in Bewegung und sagt seufzend vor sich hin: "Ich weiss, ich weiss … Ein Armee von Schwachk?pfen."
Neben einander liegen sie auf dem Hügelkamm und sehen weit entfernt eine riesige Armee aus Lastwagen, Truppentransportern, Schützenpanzern, Panzern und Raketenwerfern, umhüllt von aufgewühltem Staub.
Myrta, schwer beeindruckt: "Das ist ein gewaltiges Streitmacht! Wer k?nnte es mit ihnen aufnehmen?"
Meneor: "Die Schleier des Nacht."
Iris, zweifelnd: "Die haben doch kein Chance. Mit ihren Raketenwerfern k?nnen sie locker ein Quadratkilometer umpflügen. Dann sind diese langsamen, verletzlichen Viecher alle tot."
Myrta: "Warum heissen sie 'Schleier des Nacht'?"
Meneor: "Sie greifen an, wenn die Natürlichen schlafen."
Myrta, beeindruckt: "Du wachst auf und bist schon tot."
Iris: "Aber wenn das Armee sie bei Tag erwischt, ist das überraschungsmoment dahin."
Meneor, l?chelnd: "Wir werden sehen."
Iris l?sst nicht locker: "Was macht dich so sicher, dass sie das Armee besiegen?"
Meneor: "Ich weiss es nicht. Ich kenne sie schon lange. Und sie wurden noch nie besiegt."
Iris, nachdenklich: "Ja, wir haben sie auch nicht besiegt, nur überlebt."
Iris, provozierend: "Und die Genvilles werden sie aber besiegen?"
Meneor, schlicht: "Ja."
Iris, Kopf schüttelnd: "Ist das noch gesundes Selbstvertrauen oder schon Gr?ssenwahn?"
Myrta kichert.
Meneor beginnt, sich vor den erstaunten Augen der Frauen mit Erde zu beschmutzen, …
… und zerreisst seine Kleider, bis sie in Fetzen herabh?ngen.
Iris, es ihm nach machend, schicksalsergeben: "Jetzt wird’s wohl ernst."
Auch Myrta 'verwahrlost' sich.
Als w?ren sie am Ende ihrer Kr?fte, schleppen sie sich auf die Armee zu.
Wie sie die Spitze der Armee erreichen, stoppt ein Panzer vor den dreien.
Stimme aus dem Panzer: "General, da sind Zivilisten. Sie scheinen vor etwas geflohen zu sein."
Ein offener Jeep kurvt mit dem General auf dem Rücksitz um den Panzer herum.
Begleitet von zwei Soldaten, die ihre Gewehre auf die "Flüchtlinge" richten, baut sich der General vor den dreien auf, die "entkr?ftet" auf die Knie gesunken sind.
General: "Habt ihr Genmonster gesehen?"
Meneor, mit ver?ngstigtem Gesichtsausdruck: "Diese Schleier haben unser Siedlung überfallen … Sie haben alle ... alle … alle get?tet."
Auch Myrta und Iris schauen, als w?ren sie schlimm traumatisiert.
Iris denkt: 'Wenn Meneor so weiter macht, kriege ich ein Lachanfall …'
General, ungerührt: "Und was sind diese 'Schleier'?"
Meneor, wie oben: "Sie sind wie ein Tuch, das schwebt. Es h?ngen F?den herab. Alles, was diese F?den berührt, stirbt."
Erschüttert vergr?bt Meneor sein Gesicht in den H?nden.
Wie Iris vor Lachen prustet, bedeckt sie geistesgegenw?rtig ihr Gesicht mit den H?nden …
… und simuliert mit "Huhuhu" ein Weinen, wobei sie heraus presst: "Mein ganzes Familie … ist tot."
General, grimmig: "Wo finden wir diese Monster?"
Mit gesenktem Kopf zeigt Meneor hinter seinen Rücken in Richtung der Schleier.
General, in sein Funkger?t: "Vor uns ist eine Horde Monster. Wir werden sie uns holen!"
Vielstimmiges Echo aus der Armee: "Wir werden sie uns holen!"
Meneor, leidend, bittend: "Warte."
Der General h?rt es mit hoch gezogenen Augenbrauen, weil er es nicht gewohnt ist, geduzt zu werden.
Meneor, wie oben: "Die Schleier sind sehr gef?hrlich. Es gibt ein Dorf mit Gentechnikern. Diese k?nnten die Schleier vernichten, ohne dass deine Leute sterben müssen."
General, mit falschem L?cheln: "Und wo ist dieses Dorf?"
Meneor, in Richtung Genville zeigend, wie oben: "Wir wollen dorthin und sie um Hilfe bitten."
General, Stirn runzelnd: "Wieso geht ihr dann in diese Richtung und nicht zu diesem Dorf?"
Meneor, wie oben: "Wir haben das Staub gesehen und wollten euch warnen, damit die Schleier euch nicht t?ten."
General, ver?chtlich lachend: "Deine Schleier machen mir keine Angst."
General, ins Funkger?t: "Leute, da gibt es noch ein Dorf mit Gentechnikern. Wir holen uns zuerst die Monster! Dann holen wir uns die, die sie geschaffen haben!"
Vielstimmiges Echo aus der Armee: "Wir holen uns zuerst die Monster! Dann holen wir uns die, die sie geschaffen haben!"
Myrta denkt erschüttert: 'Das ist also Meneors 'L?sung' meines Gewissenskonflikts: Es sagt ihnen das Wahrheit und l?sst sie selber über Tod oder Leben entscheiden.'
Meneor, wie oben: "Hast du uns etwas Wasser und Essen?"
General, hart: "Unsere Vorr?te sind knapp. Wir k?nnen sie nicht noch mit Flüchtlingen teilen …"
General, geringsch?tzig l?chelnd: "… Und schon gar nicht, wenn diese Gentechniker zu ihren Freunden z?hlen."
Der General und seine Soldaten steigen wieder in den Jeep.
Die Armee setzt sich in Bewegung.
Myrta, zu Meneor, unglücklich: "Meneor, was ist, wenn es unter diesen Tausenden auch Leute hat, die Genville gar nicht vernichten wollen? Sollten wir sie nicht … retten?"
Meneor h?rt aufmerksam zu …
… und sagt, mit Blick auf die Armee: "Gehen wir sie suchen."
Myrta und Iris schauen ihn verblüfft an.
Meneor stellt sich vor einen Truppentransporter, …
… dessen Fahrer verblüfft anh?lt.
Meneor geht zu den Soldaten, die in dem Lastwagen auf B?nken sitzen und fragt: "Werdet ihr die Gentechniker t?ten, auch wenn sie euch helfen, die Monster zu vernichten?"
Vielstimmige Antwort der Soldaten: "Klar! Ja! Nieder mit den Arschl?chern! Wir machen dieses Genpack kalt!"
Myrta und Iris schauen sich vielsagend an …
… und n?hern sich anderen Fahrzeugen, …
… die sie zum Halten bringen …
… und befragen, wobei die Antwort immer die selbe ist: "Aufh?ngen! Einstampfen! Killen das Pack! …"
Auf diese Weise durchk?mmen die drei die ganze Armee …
… und treffen sich am Ende des langen Zuges, wobei die beiden Frauen nun echt ersch?pft und entmutigt sind.
Meneor, neugierig: "Habt ihr eines gefunden, das wir retten müssen?"
Myrta, zerknirscht: "Nicht eines."
Wie sich noch ein Nachzügler-Jeep mit vier Soldaten n?hert, ruft Iris ihnen zu: "Würdet ihr die Gentechniker am Leben lassen, wenn sie euch helfen, die Monster zu vernichten?!"
Soldat 1, grimmig: "Wir rotten alles aus, was mit Genen zu tun hat!"
Iris, streng: "Dann musst du bei dir beginnen, denn du hast auch Gene."
Soldat 1 schaut dümmlich verblüfft.
Der Jeep h?lt abrupt.
Soldat 2, ein kr?ftiger Kerl, steigt aus und sagt grinsend: "He, Wilder, diese leckeren Weiber sind doch zu schade für dich. Verpiss dich und gib sie uns!"
Soldat 3, grinsend: "Na, lecker sehen die nicht aus. Eine Dusche w?re nicht schlecht."
Die anderen Soldaten lachen.
Iris macht beleidigt "Hmpf".
Meneor, ruhig: "Wenn du mich besiegst, kannst du sie haben."
Soldat 2 h?rt es selbstbewusst grinsend.
Myrta denkt erschüttert: 'Sind wir im Mittelalter? …'
Iris, wütend: "He, ihr Kerle, wir sind keine Ware, um die sich streiten l?sst."
Soldat 2, zu Iris, h?misch: "Und ob du Ware bist, du Kratzbürste. Wart's ab, ich werde dich schon z?hmen."
Siegessicher geht Soldat 2 auf den ersch?pft und geschw?cht wirkenden Meneor zu.
Myrta streckt begütigend die Hand aus und sagt: "Tut das nicht. Ich will nicht, dass es Tote gibt."
Soldat 2, sp?ttisch: "Oh, das T?ubchen hat Angst um seinen Wilden. Keine Sorge, ich gebe ihm ein paar Watschen. Dann liegt er platt und ihr kommt mit uns."
Iris, mit Pokergesicht, denkt: 'Du wirst gleich dein farbiges Wunder erleben.'
Soldat 2 holt zu einem Schwinger aus …
… und trifft Meneor voll am Kinn, …
… der sich theatralisch, als w?re er schwer getroffen, nach hinten fallen l?sst.
überrascht und bestürzt sehen die Frauen Meneors 'Schw?che'.
Weil er so siegessicher ist, l?sst Soldat 2 Meneor 'grosszügig' mit in die Seiten gestemmten Armen Zeit, sich mühsam hochzurappeln.
Der n?chste Faustschlag landet in Meneors Magen. Meneor klappt zusammen …
… und kniet auf allen Vieren vor Soldat 2.
Soldat 2 wird es zu dumm und er holt zu einem Fusstritt aus, …
… dem Meneor jedoch ausweicht, wobei er gleichzeitig nach dem Fuss von Soldat 2 greift, …
… sodass er diesen hochstemmen kann …
… und damit Soldat 2 zu Fall bringt.
Gel?chter seiner Kollegen.
Wie Meneor auf Soldat 2 krabbeln will, …
… st?sst ihn Soldat 2 mit einem Fusstritt weg. Nun schon ziemlich wütend.
Schnell ist Soldat 2 wieder auf den Beinen und stürmt auf Meneor zu, der es erst bis auf die Knie geschafft hat.
Kaum ist Soldat 2 in Reichweite, landet Meneors Faust in seinem Magen, …
… was diesen über Meneor zusammenklappen l?sst, …
… wobei Soldat 2 Meneors Oberk?rper von hinten umfasst, …
… mit den Beinen Meneors Hals einklemmt ..
… und ihn umklammert h?lt, um Meneor die Luft abzupressen.
Da der Kopf von Soldat 2 ungef?hr auf Meneors Hintern liegt, kann Meneor sich auf den Rücken fallen lassen, …
… sodass der Kopf von Soldat 2 zwischen Sand und Meneors Hintern zu liegen kommt …
… und er dadurch keine Luft mehr bekommt.
Meneor h?lt diese Position, w?hrend beider K?pfe rot anlaufen.
Wie Soldat 2 das Bewusstsein verliert, erschlafft sein K?rper.
Meneor l?st sich aus der Umklammerung von Soldat 2 …
… und bleibt, schwer atmend, eine Weile auf den Knien.
W?hrend Meneor aufsteht, erlangt Soldat 2 sein Bewusstsein, …
… schaut verwundert zu seinen lachenden Kollegen, die ihm beim Aufstehen helfen, …
… und, wie er begreift, dass er den Zweikampf verloren hat, lodert Wut auf …
… und er ruft, nach seiner Pistole greifend: "Ich bringe ihn um!"
Soldat 3 hindert Soldat 2 daran, die Pistole zu ziehen, und sagt begütigend: "Hey, hey, beruhige dich. Es war ein fairer Kampf. Lass es gut sein."
Pl?tzlich erstarrt Soldat 2 …
… und zeigt mit aufgerissenen Augen auf Myrta.
Die drei andern Soldaten folgen seinem Hinweis und sehen erschrocken, wie das lebende Kleid von Myrta dabei ist, sich zu flicken und mit Ausl?ufern das verschmutzte Gesicht zu putzen.
Soldat 2, wie oben: "Ein Genmonster!"
Myrta versteht nicht, warum sie so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Soldat 1 ruft in Panik: "T?tet es!"
Alle Soldaten greifen nach ihren Pistolen.
W?hrend die Soldaten ihre Pistolen aus dem Halfter ziehen, wirft Iris mit grimmiger Miene ein Messer, zu dem sie "Zisch" sagt.
Angetrieben von seinem Raketenstrahl bohrt sich das Messer in die Brust von Soldat 1.
W?hrend die restlichen Soldaten noch dabei sind, ihre Pistolen zu entsichern, bohren sich in kurzer Folge drei weitere Messer, angetrieben von einem Raketenstrahl in ihre Brust.
Die Soldaten brechen zusammen. Die Raketenstrahlen erl?schen.
Myrta starrt Iris v?llig verblüfft an.
Vor der fassungslosen Myrta, die nicht mehr weiss, in welchem Film sie ist, gehen Meneor und Iris auf die toten Soldaten zu.
Meneor: "Gutes Trick mit dem 'Zisch'. Dann ist das Klinge sicher vorn und du brauchst nicht so viel Kraft."
Iris, schlicht: "Danke."
Meneors Arme verschwimmen …
… und in einer Sekunde ist eine der Leichen mit all seinen Messern gespickt.
Iris ist niedergekniet und steckt Messer für Messer in eine andere Leiche.
Meneors Blick f?llt auf den Kopf einer Leiche, in der keine Messer stecken.
Meneor schnappt sich ein Messer, …
… sagt "Sirrr" zu ihm …
… und schneidet die Sch?deldecke weg, sodass das Hirn offen daliegt.
Meneor steckt das Messer wieder zu den andern in die Leiche, …
… kramt mit beiden H?nden die Hirnmasse aus dem Sch?del …
… und mampft genüsslich das Hirn.
Die Frauen schauen ihn entgeistert an.
Iris, konsterniert: "Hallo, was soll denn das für ein Lektion sein?!"
Meneor, genüsslich schmatzend: "Wie willst du im Wüste überleben, wenn du nicht isst?"
Meneor, auf die Messer in den Leichen weisend: "Auch die Messer essen."
Iris' Magen knurrt.
Iris und Meneor schauen zu, wie die Messer das Blut aus den Leichen saugen, sodass diese schrumpfen, …
… bis nur noch Haut und Knochen übrig sind.
Iris, erschüttert: "Ich habe gemacht, was du gemacht hast … Aber ein Leiche essen geht zu weit. Da hungere ich lieber."
Vor der fassungslosen Myrta sammeln sie die Messer ein.
Meneor schliesst die Augen und weist mit den Armen auf die vier Leichen, von denen zwei noch "ganz" sind.
Tentakel des Pilzwesens schl?ngeln sich hoch, …
… umfassen die Leichen …
… und ziehen sie hinab, …
… sodass von den Soldaten keine Spur übrig bleibt.
Iris: "Die Messer und das Pilzwesen sind jetzt satt, aber mein Magen knurrt."
Meneor: "Nehmen wir ein Bad und etwas Pilz."
Iris, zweifelnd: "Das Bad nehm' ich gern, aber beim Pilz bin ich mir nicht so sicher."
Meneor hat die Augen geschlossen. Ein Tentakel quillt aus dem Boden …
… und formt einen kleinen Swimmingpool, …
… der sich mit Wasser füllt.
Meneor und Iris steigen mit ihren Kleidern in den Pool.
Die erschütterte Myrta n?hert sich vorsichtig …
… und steigt ebenfalls in den Pool.
Meneor hat die Augen geschlossen. Ein Tentakel bewegt sich über den Poolrand, …
… und ein Stück davon trennt sich ab und f?llt ins Wasser.
Meneor schneidet es in Scheiben und bietet sie den Frauen an.
Iris greift mit spitzen Fingern misstrauisch nach dem "Leckerbissen".
Myrta nimmt die Pilzscheibe mit abwesendem Blick.
Myrta versucht sich zu fassen: "Iris, du hast eben vier Menschen umgebracht …"
Iris, vorsichtig am Pilz knabbernd: "Falsch, ich habe vier Idioten daran gehindert, meine Freunde zu t?ten, …"
Iris, mit Blick auf Meneor, grimmig l?chelnd: "… da unser tapferes Krieger offensichtlich ein Schw?cheanfall hatte."
Meneor grinst.
Myrta, bedrückt: "Meneor hat sich verstellt, damit sie nicht merken, dass es ein 'Genmonster' ist. Mein Kleid hat uns verraten, sonst w?ren sie noch am Leben."
Meneor: "Das Soldat, mit dem ich gek?mpft habe, h?tte euch nicht gehen lassen. Es h?tte auf mich geschossen. Ich h?tte es t?ten müssen. Dann h?tten die andern auch schiessen wollen und w?ren jetzt tot."
Iris beisst herzhaft in die Pilzscheibe.
Myrta, wie oben: "Kein einziges wollte Genville am Leben lassen …"
Myrta, tief traurig: "… Ich danke dir, Meneor, dass du ihnen ein Chance gegeben hast, auch diesen vier Soldaten. Ich muss akzeptieren, dass Genville nur leben kann, wenn sie sterben … Aber darüber nachzudenken und zu erleben, wie Menschen sterben, ist ein ungeheures Unterschied …"
Myrta, mit Blick auf die schmatzende Iris, wie oben: "… Macht es dir nichts aus, Iris?"
Iris, mit grossem, tief ernstem Blick: "Ich bin es gewohnt, meine Gefühle zu unterdrücken. Mein Herz zerspringt fast. Und ich habe grosses Angst, so zu werden wie Meneor, das mit einem Selbstverst?ndlichkeit Menschen und Viecher killt, als w?ren sie Figuren in einem Computerspiel. Aber wenn ich zusehen muss, wie jemand dich t?tet, damit ich unschuldig bleibe, dann bin ich lieber wie Meneor. Auch wenn danach mein Herz zerspringt."
Myrta, mit tiefem Blick Iris anschauend: "All diese moralischen Erw?gungen, die ich mir als junges Mensch vorgenommen habe zu leben … Sie liegen wie Staub in meinem Hirn und das Wucht des Wirklichen fegt wie ein Sturm hindurch und bl?st alles weg … Dieses Gefühl zu leben, weil andere gestorben sind … Dieses schreckliche Dankbarkeit, dass ich noch leben darf … und dieses schreckliche Frage, ob ich es wert bin."
Iris, wie oben: "Ich kann nicht lieben … und trotzdem … Du bist mir tausend Tote wert."
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Von dieser Liebeserkl?rung und vom Erlebten überw?ltigt, bricht es aus Myrta hinaus, wie sie ihre H?nde vors Gesicht schl?gt und schluchzt.
Iris, überrascht zu Meneor: "Warum weint es?"
Meneor: "Es hat Angst und Glück."
Iris, wie oben: "H?? Angst verstehe ich ja noch, aber Glück?"
Meneor: "Es hat noch nie jemand getroffen, das tausend Leute t?ten würde, um es zu retten. Das Freude darüber ist so stark, dass es Weinen ausl?st."
Iris, err?tend: "H?tte ich doch nur mein Mund gehalten …"
Iris, wie oben: "… Aber ich geb's ja zu: Myrta ist das erste weibliche Natürliche, bei dem ich mich wohl fühle."
Myrta, mit Tr?nen nassem Gesicht: "Aber warum muss ein so kleines Insel des Glücks umgeben sein von einem Meer aus Leichen?"
Iris: "Dieses Frage haben sich wohl schon viele gestellt. Aber wie wir eben gesehen haben, herrscht für Natürliche erst Frieden, wenn sie alle abgemurkst haben, die anderes Meinung sind."
Myrta, entrückt: "Das Fluch der Gene."
Myrta, gequ?lt: "Aber Meneor bringt auch alle um, die ein anderes Meinung haben."
Meneor: "Wer das Glück in Ruhe l?sst, kann leben. Ich bringe nur die um, die das Glück t?ten wollen."
Myrta, betroffen: "Verzeih, Meneor. Ich bin so durcheinander. Mir verrutschen die Massst?be. Du bist nie zornig, immer duldsam und tolerant …"
Myrta, etwas nerv?s kichernd: "… Du hast ja sogar ein Pilzwesen zum Freund."
Meneor h?rt, Myrtas Gedanken lesend, aufmerksam zu.
Myrta bemerkt den Blick und denkt: 'Sogar Meneor hat dieses Genville-Blick … und dazu kann es noch meine Gedanken lesen …'
Myrta denkt mit geschlossenen Augen, intensiv: '… Meneor, ich bin bereit, mit dir das Weg des Kriegers zu gehen!'
Meneor, l?chelnd: "Gut, dann wollen wir sehen, was geschieht."
Iris ist etwas verwirrt über diesen scheinbar unmotivierten Satz von Meneor.
Sie steigen aus dem Pool. Alle sind sauber und die Kleider haben sich geflickt.
Neugierig beobachten die Frauen, wie das Wasser im Pilzwesen versickert.
Myrta: "Das Pilzwesen verschüttet kein Tropfen."
Iris: "Es muss das Wasser ja auch ein paar tausend Kilometer vom Meer heran pumpen."
Myrta, schwer beeindruckt: "Kannst du dir ein Wesen dieser Gr?sse vorstellen?"
Iris, diese Ungeheuerlichkeit begreifend: "Nicht wirklich …"
Iris, fast ehrfürchtig: "… Ich frage mich, wer es geschaffen hat."
Meneor, aus dem Off: "Niemand."
Die Frauen schauen Meneor erstaunt und fragend an.
Meneor: "Es war nur ein kleines Kampfpilz, vielleicht zehn mal zehn Meter. Es war gedacht als Falle, um ein Weg zu blockieren. Das Gentechniker hat ein Fehler gemacht. Es hat vergessen, das Wachstum zu stoppen. Es wurde so gross, dass es verhungert w?re, wenn die Genvilles nicht viele Essg?rten gebaut h?tten."
Myrta, betroffen: "Aber wenn es immer weiter w?chst, wird es eines Tages aus dem Boden quellen und das Erde Meter hoch bedecken. Alle, auch das Pilzwesen werden sterben! Die Genvilles müssen etwas erfinden, damit das Pilzwesen sein Wachstum steuern kann."
Meneor, erstaunt: "Das ist ein gutes Idee. Wir sagen es ihnen."
Iris, kritisch: "Und wenn das Pilzwesen nicht mitmacht? Dann sind wir alle am Arsch!"
Meneor: "Myrta kann es fragen."
Myrta, etwas überfordert: "?hm … und wie?"
Meneor: "Erzeuge Bilder in deinem Kopf, die zeigen, was geschehen wird, wenn nichts geschieht. Und wie die Genvilles ein Mittel machen, das ein gutes Zukunft gibt."
Myrta, begreifend: "Ich soll ein Art Erkl?rfilm in meinem Kopf abspielen?"
Myrta schliesst die Augen und konzentriert sich: "Na dann …"
Gespannt beobachten Iris und Meneor die voll konzentrierte Myrta.
Myrta, die Augen ?ffnend: "So … fertig … Und wie erfahren wir jetzt sein Antwort?"
Meneor: "Ich werde seine Gedanken anschauen."
Iris, lachend ins Off zeigend: "Nicht n?tig!"
Alle drei betrachten die m?chtige Faust mit dem hochgereckten Daumen, die das Pilzwesen gebildet hat.
Meneor, für den die Geste neu ist, schaut seine Hand an, mit der er die Geste nachgebildet hat, und sagt: "Das ist gut?"
Spontan ?ffen die Frauen seine Geste und seine Haltung nach und sagen mit tiefer Stimme im Chor: "Ja, das ist gut."
Erleichtert über die Antwort des Pilzwesens und erheitert von ihrem Spott, lachen die Frauen Meneor an, der das Lachen erwidert.
Iris, flüsternd zu Myrta: "Zum Glück hat Meneor so ein sonniges Gemüt. Bei einem natürlichen Mann müssten wir uns jetzt für das Spott entschuldigen."
Myrta nickt, …
… geht auf Meneor zu, …
… legt ihre H?nde auf Meneors Schultern und sagt: "Ein Mann, das nie wütend wird. Was für ein Luxus!"
Meneor staunt über diese seltsame Ansprache.
Meneor: "Wollen wir jetzt sehen, was geschieht?"
Myrta nickt, sich des Ernstes der Lage wieder bewusst werdend: "Ja, es wird schrecklich, nicht wahr?"
Meneor, schlicht: "Ja."
Myrta l?sst mit gesenktem, bedrücktem Blick ihre H?nde von Meneors Schultern sinken.
Szeneanfang:
Nach der Demo sammeln sich etwa zwanzig Mitglieder der Genossenschaft in einer unbelebten Nebenstrasse.
Zwei Security Guards kommen auf die Gruppe zu, was einige der Obdachlosen mit Unbehagen registrieren.
Obdachlose 1, unbehaglich: "Wollen die uns jetzt verprügeln?"
Wie die Guards zur Gruppe aufschliessen, weichen einige Obdachlose ?ngstlich zurück.
Guard 1, befremdet: "Was habt ihr?"
Obdachloser 2, ?ngstlich: "Hat euch Ritsch geschickt, um uns zu verprügeln?"
Obdachlose 3, tadelnd: "Nun mach dir nicht in die Hose. Unsere Anführerin hat doch gesagt, dass die Guards kommen würden, um uns zu beschützen."
Obdachloser 4: "Sie hat recht. Und überhaupt: Egal, was geschieht, …"
Alle klopfen sich spontan auf den Hintern und rufen im Chor: "Scheiss drauf!"
Die verblüfften Guards wissen nicht, ob sie jetzt beleidigt oder amüsiert sein sollen.
Auf dem Obdachlosenareal treffen nach und nach die jeweils von zwei Guards beschützten Gruppen ein, …
… bis sich an die zweihundert Obdachlose und zwanzig Guards auf dem Areal tummeln, wobei sich die Guards, etwas unsicher, was sie hier eigentlich tun sollen, eher am Rand aufhalten und dem Treiben der Obdachlosen zusehen, die herum hocken, quatschen, sich ausruhen oder sich von ihren "Halsperlen" ern?hren.
Wie die Dunkelheit herein bricht, flackern überall Feuer auf, die das Areal mit einem fast romantischen Licht erhellen. Auch die Guards haben sich in etwas Abstand hingesetzt, misstrauisch be?ugt von den Obdachlosen.
Eine Obdachlose erhebt sich, …
… pflückt, auf einen Guard zugehend, Essperlen von ihrem Hals …
… und bietet sie ihm schüchtern an.
Guard, nicht wissend, was er von dieser Geste halten soll: "Was ist das?"
Obdachlose, wie oben: "Essen."
Etwas misstrauisch, mit hoch gezogenen Augenbrauen, weil er auch erstaunt ist über die Antwort, betrachtet der Guard die Perlen.
Guard, dem dieses "Obdachlosenessen" nicht geheuer ist: "?hm, vielen Dank, aber ich will Ihnen nichts weg nehmen."
Obdachlose, wie oben: "Sie sind seit Stunden bei uns ohne Verpflegung. Sie haben bestimmt Hunger. Sie nehmen mir nichts weg. Ich habe genug davon."
Moralisch in die Enge gedr?ngt, aber auch hungrig, nimmt der Guard mit schmerzlichem L?cheln eine Essperle …
… und steckt sie sich in Erwartung eines schrecklichen Erlebnisses in den Mund.
Verblüfft spürt er den k?stlichen Geschmack der Essperlen …
… und l?sst sie mit geschlossenen Augen geniesserisch im Mund zergehen.
Der Guard st?sst seinen Nachbar an, h?lt ihm dabei eine Essperle hin und sagt: "Koste mal."
Auch dieser Guard registriert verblüfft den k?stlichen Geschmack.
W?hrend die Obdachlose ihre Perlen verteilt, wird diese Speisung der Guards von andern Obdachlosen bemerkt, ..
… die sich erheben …
… und nun auch den Guards Essperlen anbieten, …
… sodass bald alle Guards geniesserisch am Kauen sind.
Ili und die Schuhverk?uferin stehen in einem versteckten Winkel und beobachten das friedliche Schauspiel.
Schuhverk?uferin, ungl?ubig: "Ich kann nicht fassen, was ich sehe."
Ili: "Ist ein sch?nes Augenblick für Natürliche so selten?"
Schuhverk?uferin, zu Ili, sinnierend: "Ich habe immer gedacht, wir Natürlichen seien die Krone der Sch?pfung, das Zentrum der Welt. Jetzt, wo ich lerne, die Dinge auch mit deinen Augen zu sehen, merke ich, wie seltsam das ist, dass wir so selten glücklich sind."
Ili, entzückt: "'Die Dinge mit deinen Augen sehen' – was für ein sch?nes Bild! Es gibt so viele Augen! So viel zu sehen!"
Schuhverk?uferin, die es nicht ganz so gemeint hat: "?hm … ja …"
Schuhverk?uferin, kichernd: "Ich hab's zwar nicht ganz so gemeint, … aber dein Gedanke ist auch sehr sch?n."
Erstaunt bemerkt die Schuhverk?uferin, wie Ili, unwillkürlich eine kampfbereite Haltung einnehmend, gebannt nach vorn starrt, …
… wo sich, zum Erschrecken der Schuhverk?uferin, eine Horde knüppelbewehrter M?nner dem Areal n?hert.
Schneidend ruft der Guard-Offizier: "Alle in Linie!"
Sofort bilden die Guards eine Linie zwischen den Knüppelm?nnern und den Obdachlosen …
… und ziehen ihre Schlagst?cke.
Knüppelmann 1, ruft: "Warum stellt ihr euch vor diese Zombies?! Seht ihr nicht, wie ihre Monsterkleider ihnen das Gehirn weg fressen?!"
Der eine oder andere Guard l?sst sich durch diese Behauptung verunsichern.
Guard 1, flüstert zum Nachbarn: "Und wir haben noch ihr Zeug gegessen …"
Guard-Offizier: "Geht nach Hause, Leute. Diese Party wird nicht stattfinden."
Weitere Knüppelm?nner str?men herbei, …
… sodass schliesslich an die fünfzig Knüppelm?nner den zwanzig Guards gegenüberstehen.
Knüppelmann 1 ruft triumphierend: "Und ob die Party steigt!"
Guard-Offizier, gestresst: "Wenn ihr angreift, werden wir von der Schusswaffe Gebrauch machen!"
Knüppelmann 1, ruft anheizend: "Das werdet ihr nicht wagen! Und wenn doch, schlagen wir euch Zombiebeschützer alle tot!"
Begeistert strecken die Knüppelm?nner ihre Waffen nach oben.
Schuhverk?uferin, geschockt von der sich überschlagenden Entwicklung: "Es wird Tote geben!"
Ili, entschlossen: "Ich glaube nicht."
Knüppelmann 1 ruft drohend: "Ihr habt zehn Sekunden, um zu verschwinden! Sonst landet ihr Zombiebeschützer im Spital oder auf dem Friedhof!"
Knüppelmann 1, aus dem Off: "Zehn! …"
Zum Erstaunen der Schuhverk?uferin rast Ili davon, …
… n?her sich den Knüppelm?nnern von hinten, …
… entwindet einem verblüfften Knüppelmann den Schl?ger, …
Knüppelmann 1: "… Neun! …"
… schickt mit gezielten Schl?gen auf die Hinterk?pfe die hinterste Reihe in Ohnmacht, …
Knüppelmann 1: "… Acht! …"
… was von einem Knüppelmann bemerkt wird, …
Knüppelmann 1: "… Sieben! …"
… der sofort auf Ili eindrischt, die aber schon zur Seite ausgewichen ist und den Mann an der Schl?fe trifft, …
Knüppelmann 1: "… Sechs! …"
… was weitere M?nner dazu veranlasst, auf Ili loszugehen, die sie mit schlagbereitem Knüppel zu erwarten scheint, …
Knüppelmann 1: "… Fünf! …"
… sich aber blitzschnell zu einer Kugel zusammen faltet …
… und hinter die Angreifenden rollt, …
… aufsteht und sie mit kurzen Schl?gen ausknockt, …
Knüppelmann 1: "… Vier! …"
… worauf Ili schon ziemlich in der Mitte der verbliebenen Knüppelm?nner angekommen ist, sodass nun immer mehr M?nner mit erhobenen oder seitlich ausgeholten Knüppeln auf Ili zustürzen, was Ili scheinbar in eine brenzlige Situation bringt, …
Knüppelmann 1, der von dem praktisch lautlosen Kampf in seinem Rücken nichts merkt: "… Drei! …"
… der sie jedoch durch Schlangen gleiches Ausweichen, …
… Blitz schnelles Zuschlagen, …
Knüppelmann 1: "… Zwei! …"
… Rollbewegungen und Zuschlagen entgeht, …
Knüppelmann 1: "… Eins! …"
… sodass vor den verblüfften Guards die restlichen Knüppelm?nner im Rücken von Knüppelmann 1 umfallen wie Kegel. Im Dunkel der Nacht ist die herum huschende Ili kaum zu erkennen, was der Szene eine gewisse Unheimlichkeit verleiht.
Knüppelmann 1 reckt angriffsbereit seinen Knüppel, interpretiert die Verblüffung der Guards als ?ngstlichkeit und ruft im Bewusstsein der überlegenheit: "… Attackeee!!!"
Wie niemand an ihm vorbei rennt, stutzt Knüppelmann 1, …
… dreht sich um und sieht fassungslos seine ohnm?chtig daliegende Truppe und stammelt: "Wa… Wa…"
Der Guard-Offizier fesselt den pl?tzlich willenlos gewordenen Knüppelmann 1 mit Handschellen und befiehlt: "Verhaftet sie!"
Manche Guards machen sich sofort daran, die Ohnm?chtigen zu fesseln. Andere Guards, denen zumute ist, als h?tte sie ein Racheengel gerettet, z?gern noch im Versuch zu begreifen, was eben geschehen ist.
Der Guard-Offizier bemerkt die Z?gernden und sagt milde: "Kommt Leute, ich begreife auch nicht, was eben geschehen ist, aber wir müssen sie fesseln, bevor sie aufwachen."
Ili steht wieder im Versteck bei der Schuhverk?uferin und beobachtet mit ihr, wie nun alle Guards am Fesseln sind und schon der erste Gefangenentransporter heran f?hrt.
Schuhverk?uferin, noch ganz im Bann des Erlebten: "Wie kann ein so zierliches M?dchen wie du fünfzig M?nner auf die Matte schicken?"
Ili, naiv: "Das ist doch ganz einfach. Die sind ja gar nicht stark."
Schuhverk?uferin, nerv?s kichernd, weil sie immer noch nicht fassen kann, was sie eben gesehen hat: "Bisher dachte ich, M?nner seien st?rker als Frauen."
Ili, treuherzig: "In Genville ist das nicht so. Dort z?hlt nur das Chromos: gleiches Chromos gibt gleiches Kraft. Ich und Lapsus sind Chromos 2. Manche sind Chromos 4. Wow, die haben Kraft …"
Ili, schw?rmerisch: "… Und Antara hat sogar Chromos 5. Es hat mich einmal gerettet. …"
Ili, wie oben, die Gr?sse des Felsbrockens mit den Armen anzeigend: "… Ein solches Felsbrocken h?tte mich fast erdrückt. Antara hat es einfach gepackt und weit weg geworfen."
Die Schuhverk?uferin h?rt mit grossen Augen zu.
Schuhverk?uferin, Kopf schüttelnd vor sich hin: "In Genville werfen die Frauen also mit Felsbrocken?"
Schuhverk?uferin, erschüttert und kichernd zugleich, vor sich hin: "Bei uns gibt es M?nner, die Frauen verprügeln, und bei euch gibt es Frauen, die Felsbrocken werfen. In welcher Welt lebe ich eigentlich?"
Ili, Stirn runzelnd, naiv: "Aber warum verprügeln M?nner Frauen? Das tut doch weh!"
Schuhverk?uferin, sinnierend: "Vielleicht ist es, weil wir Menschen uns so h?ufig weh tun mit dem, was wir sagen und mit dem, was wir machen. Diese Schmerzen machen uns wütend und bringen uns dazu, Schw?chere schlecht zu behandeln, weil die sich nicht wehren k?nnen."
Ili: "Die M?nner tun den Frauen weh und was machen die Frauen mit ihrem Wut?"
Schuhverk?uferin, unsicher: "Vielleicht geben sie sie an die Kinder weiter."
Ili: "Und was machen die Kinder mit ihrem Wut?"
Schuhverk?uferin, selber staunend über ihre Schlussfolgerung: "Sie bewahren sie auf, bis sie gross genug sind, um Schw?chere zu finden."
Ili, sachlich: "Wut erzeugt Wut. Es ist ein Spirale, das in das Zukunft geht. Und wenn niemand das Wut l?scht, erzeugt dieses Spirale endloses Schmerz."
Schuhverk?uferin, traurig: "Endloser Schmerz … ohne Erl?sung …"
Ili, wie oben: "Es gibt nicht kein L?sung. Du musst nur dein Bedürfnisstruktur wandeln und das Schmerz ist weg."
Schuhverk?uferin, ungl?ubig: "Aha … Und wie geht das?"
Ili, fr?hlich: "Das ist doch ganz einfach: Ambellmi l?scht die Erbspeichdenks der schmerzenden Bedürfnisse und die zugeh?rigen Zellen, die das Gefühlsenergie erzeugen. Dann kann dich niemand mehr mit Worten verletzen. Und du willst auch niemand mehr verletzen."
Schuhverk?uferin, v?llig überfordert: "So, Ambellmi …"
Schuhverk?uferin, sich abwendend, ersch?pft von dem Erlebten: "Verzeih mir … Ich muss jetzt allein sein … Es war etwas viel heute."
Ili nickt mit ihrem fr?hlichen Gesichtsausdruck, was kindlich wirkt.
Die Schuhverk?uferin entfernt sich von Ili mit der Hand an der Stirn, als h?tte sie Kopfweh, und denkt: 'So viele intensive Gefühle in so kurzer Zeit …'
Schuhverk?uferin, sich ihr Leben im Schuhgesch?ft vorstellend, denkt: '… Was hatte ich doch für ein beschauliches, behütetes Leben … Ab und zu liess ein attraktiver Kunde mein Herz h?her schlagen und wenn er gegangen ist, ohne mich als Frau wahrzunehmen, habe ich geseufzt … Die kleine Freude, wenn ich etwas verkauft hatte … Ein Tag wie der andere … Eine Art von Geborgenheit, aber auch eine Art von … Tristesse … Dieser Hunger nach Z?rtlichkeit … Dieses Verlangen nach Sex … nach dieser Explosion der Lust … nach diesen Armen, die dich umfangen … und aller Schmerz ist weg …'
Schuhverk?uferin denkt Stirn runzelnd: '… In den Armen dieses seltsamen Wesens habe ich zum ersten Mal einen Hauch von Glück empfunden … und jetzt fliehe ich vor ihm … Weil es fünfzig M?nner umgehauen hat? … Weil ich Angst habe vor so viel Kraft? … Weil ich eine dumme Kuh bin? …'
Die Schuhverk?uferin dreht sich um und sieht, wie Ili sie mit grosser Aufmerksamkeit betrachtet, wobei sie die Arme leicht angewinkelt und die Handfl?chen nach vorn gerichtet hat, als wollte sie auf diese Entfernung die Befindlichkeit der Schuhverk?uferin ertasten.
Spontan rennt die Schuhverk?uferin auf Ili zu, …
… umschlingt Ili mit den Armen …
… und herzt sie, wobei sich eine Tr?ne aus ihren Augen stiehlt.
Ili ist von diesem Gefühlsausbruch überrascht …
… und erwidert die Umarmung mit einem sanften L?cheln.
Schuhverk?uferin, leise: "Magst du dich mit mir an ein Feuer setzen?"
Ili, freudig: "Ja."
Hand in Hand n?hern sie sich einem Lagerfeuer, um das vielleicht ein halbes Dutzend Obdachlose sitzen.
Obdachloser 1, zur Schuhverk?uferin, neckend: "Hast du dir eine Freundin geangelt?"
Verlegen l?chelnd setzt sich die Schuhverk?uferin ans Feuer.
Ili setzt sich neben sie.
Obdachlose 2, zu Obdachlosem 1, tadelnd: "Das geht dich einen Dreck an."
Obdachloser 1, sich auf den Po klopfend: "Ja, scheiss drauf!"
Gel?chter.
Obdachlose 3, zur Schuhverk?uferin, neugierig: "Wie sieht es heute für dich aus? Bist du ein Ja-Kind oder ein Nein-Kind?"
Schuhverk?uferin: "Wie meinst du das?"
Obdachlose 3: "Stell dir vor, dein zukünftiges Leben würde dir vor deiner Geburt in Kurzform pr?sentiert. Würdest du dann ja sagen zu deiner Geburt oder nein?"
Obdachloser 1, Kopf schüttelnd: "Was für eine groteske Idee! Niemand kann w?hlen, ob er geboren wird oder nicht."
Obdachlose 3, zu Obdachlosem 1: "Nun sei nicht so engstirnig! Das ist doch bloss ein Gedankenspiel, das zeigt, ob du mit deinem Leben zufrieden bist oder ob es sich nicht gelohnt hat. überleg dir lieber die Antwort."
W?hrend Obdachloser 1 über der Antwort brütet, sagt die Schuhverk?uferin sinnierend: "Ich kann mich nicht entscheiden. Ich glaube, es ist ein Jein."
Obdachloser 1, grimmig: "Seit ich als Obdachloser auf dem Müllhaufen gelandet bin, ist es definitiv ein Nein."
Obdachlose 2: "Ja, das war für mich auch so. Aber seit ich dieses lebende Kleid habe, sieht es anders aus …"
Obdachlose 2, gerührt: "… Es ern?hrt mich. Es putzt mich. Es heilt mich. Es gibt mir warm. Ich fühle mich sauber und gesund. Früher war ich viel allein und wurde bei der Arbeit schikaniert. Hier habe ich Freundschaften gefunden und niemand befiehlt mir, was ich zu tun habe. Ich habe mich noch nie so frei gefühlt. Und seit wir Ritsch auf den Keks gehen, habe ich eine sinnvolle Aufgabe gefunden. Ich weiss gar nicht, ob ich überhaupt noch eine Wohnung brauche. Das habe ich alles dem lebenden Kleid zu verdanken. Ohne es würde ich kr?nkelnd und ohne Hoffnung auf einer verschimmelten Matratze liegen. Es ist ein Geschenk des Himmels! Deshalb bin ich heute ein Ja-Kind."
Das Publikum ist beeindruckt.
Obdachloser 1, beeindruckt: "So habe ich das noch nie gesehen. Aber du hast recht. Das lebende Kleid verschafft uns die wahre Freiheit. Wir müssen niemandem mehr in den Hintern kriechen, um ein bisschen Geld zu kriegen, mit dem wir uns nur ein lausiges Leben leisten k?nnen."
Obdachloser 4: "Irgendwie revolution?r, findet ihr nicht?"
Obdachlose 2: "Wie meinst du das?"
Obdachloser 4: "Nun ja, wenn die M?chtigen uns dank des lebenden Kleides nicht mehr zwingen k?nnen, zu ihren beschissenen Bedingungen zu arbeiten, …"
Obdachloser 1, staunend über die Konsequenz: "… brauchen wir unser Haupt nicht mehr demütig zu neigen, sondern k?nnen ihnen …"
Schuhverk?uferin, ergriffen: "… auf Augenh?he begegnen als freie Menschen."
Obdachlose 3: "Aber was ist, wenn jemand mehr will, als bloss essen und sauber sein? Dann braucht es wieder Geld, wofür du arbeiten musst."
Schuhverk?uferin: "Ja, aber wenn du keine Angst mehr vor der Obdachlosigkeit haben musst, weil dir unser Kleid eine Art bedingungsloses Grundeinkommen verschafft, kannst du einen besseren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen aushandeln."
Obdachloser 1: "Da gibt’s allerdings einen Haken …"
Obdachloser 1: "… Wenn es keine Jobs gibt, gibt’s auch nichts zu verhandeln. Wir sind schlicht arbeitslos, weil uns niemand besch?ftigen will."
Obdachloser 4: "Warum machen wir nicht auch Schilder mit der Aufschrift "Wir wollen Arbeiten." und gehen Ritsch damit auf den Sack?"
Obdachloser 1, grinsend: "Apropos auf den Sack gehen: Ich h?tte da eine Idee …"
Ili, zur Obdachlosen 3: "Was m?chtest du denn bekommen mit diesem Geld?"
Obdachlose 3, sich das Gewünschte vorstellend, versonnen: "Ein Dach über dem Kopf w?re sch?n … und ein bequemes Bett …"
Ili, sich erhebend, zu sich selbst: "Dach und Bett."
Ili rennt davon.
Die andern schauen ihr erstaunt nach.
Obdachloser 1, zur Schuhverk?uferin, l?chelnd: "Deine Freundin ist etwas seltsam."
Schuhverk?uferin, versonnen l?chelnd: "Ja, das ist wahr."
Die Obdachlose 3 zeigt auf die Bisswunde am Hals der Schuhverk?uferin und ruft erstaunt: "Hat sie dich etwa im Liebesrausch gebissen mit ihren Vampirz?hnen?"
Schuhverk?uferin, err?tend: "Nein, ich habe sie darum gebeten, weil ich mal erleben wollte, wie es ist, von einem Vampir gebissen zu werden. Das ist mir jetzt aber peinlich."
Obdachlose 3: "Das muss es nicht. Ich m?chte es auch gern erleben."
Obdachloser 1, Kopf schüttelnd: "Mann, unsere Weiber haben merkwürdige Gelüste."
Obdachloser 4 ruft grinsend: "Wir sollten unsere Eckz?hne wachsen lassen!"
Gel?chter der M?nner.
Obdachlose 3, l?chelnd: "Lüsternes Pack!"
Obdachlose 2 zum Obdachlosen 1: "Sag jetzt lieber deine Idee, wie wir Ritsch auf den Sack gehen k?nnen."
Stimme aus dem Off: "Alle herh?ren! …"
Obdachloser, auf die zahlreichen Knüppel weisend, die nach dem Abtransport der Knüppelm?nner herum liegen: "… Die Guards waren bereit, sich für uns zu opfern, w?hrend wir uns wie Schafe h?tten abschlachten lassen. Jeder gesunde Mann soll sich einen Knüppel greifen. Und wenn noch mal so eine Horde Schl?ger auftaucht, werden wir Seite an Seite mit den Guards k?mpfen und ihnen keine Chance lassen. Wir k?nnen nicht immer darauf vertrauen, dass so ein Ninja aus dem Dunkeln kommt und alle Angreifer flach legt."
Staunen bei den Guards.
Zustimmendes Gemurmel bei den Obdachlosen.
Zahlreiche M?nner stehen auf und bewegen sich auf die herum liegenden Knüppel zu. Unsicher, ob sie die M?nner gew?hren lassen sollen, schauen einige Guards zu ihrem Offizier, der die Szene nachdenklich betrachtet …
… und schliesslich sagt: "Lasst sie gew?hren. Gegen Notwehr ist ja nichts einzuwenden."
Szeneanfang:
Es d?mmert. Meneor, Myrta und Iris wandern in sicherem Abstand zur Menschenarmee durch die Wüste. Die motorisierte Armee bewegt sich schneller und hat etwas Vorsprung.
Meneor packt die Frauen …
… und rennt mit fünfzig Stundenkilometern etwa fünf Kilometer, …
… sodass sie der Armee voraus sind. Meneor stellt die Frauen ab. Wie sie weiter gehen, sagt Iris etwas ersch?pft: "Ob die bald ihr Nachtlager aufschlagen? Das Sonne hat mich durch gebraten. Ich k?nnte ein Pause gebrauchen."
Myrta, ihren Arm betastend, nüchtern: "Hm, seit ich Chromos 1 bin, kriege ich kein Sonnenbrand mehr. Sehr praktisch.
Meneor: "Die Natürlichen werden bald müde."
Iris, streng: "Gib nicht so an! Du hast auch mit mir geschlafen …"
Iris, err?tend: "… ?h, ich meine neben mir."
Myrta kichert.
Meneor: "Ich kann, aber muss nicht. Ich habe viele Gehirne. Die k?nnen nach einander schlafen und ich kann immer wach bleiben, wenn es n?tig ist."
Iris h?rt es verblüfft.
Myrta, nüchtern: "Sehr praktisch für ein Krieger."
Iris, sich erschlagen gebend: "Ich bin langsam. Ich bin ersch?pft. Ich muss schlafen. Neben diesem Monstrum komme ich mir vor wie ein Auslaufmodell."
Myrta, kichernd: "Das sind wir doch schon lange, …"
Myrta: "… aber hast du dich deswegen jemals von ihnen verachtet gefühlt?"
Iris, selber staunend: "Nein … Eigentlich seltsam. Wir Natürlichen verachten andere nur schon wegen ihrem Hautfarbe … und diese Monster akzeptieren uns, obwohl wir für sie geistig Behinderte sein müssen."
Meneor: "Wie geht 'verachten'?"
Iris, den Kopf stolz in die H?he gereckt, zu Meneor: "Ich bin mehr wert als du. Du bist nur ein plumpes, Massen mordendes Genmonster. Alles, was du sagst, ist wertloses Geschw?tz. Deshalb musst du vor mir auf die Knie fallen und alles tun, was ich sage."
Meneor h?rt interessiert zu …
… und sagt mit entwaffnender Naivit?t: "Ist das nicht anstrengend? … Und dumm .. Warum sollte ich so etwas über euch sagen? … Jedes eurer Worte ist kostbar."
Die Frauen h?ren es mit Staunen, …
… legen sich gegenseitig die H?nde auf die Schultern, sich mit den Stirnen berührend, w?hrend Tr?nen aus ihren Augen schiessen.
Iris: "Ich hasse dieses Kerl! Ich hasse es! Als würde es mein Herz ergreifen, massieren und zum Orgasmus bringen … einfach obsz?n! Und ich bin ihm ausgeliefert … Ein paar Worte von ihm und ich weine …"
Myrta, weinend: "Wie sch?n!"
Interessiert und etwas erstaunt betrachtet Meneor, was er angerichtet hat.
Myrta, weinend und kichernd zugleich: "Ich glaube, die wissen einfach nicht, wie verachten geht."
Meneor: "Ich will nicht lernen, was schmerzt."
Die beiden Frauen nicken übereifrig und sagen mit verschworenem L?cheln wie zu einem Kind, im Chor: "Braves Meneor. Auf keines Fall!"
Meneor, mit Blick in die Ferne: "Sie haben aufgeh?rt, sich zu bewegen."
Zu dritt beobachten sie, wie die Soldaten Zelte aufstellen und Feuer entzünden.
Iris, g?hnend: "Was h?ltst du davon, Meneor, dass wir uns auch ein Mütze voll Schlaf holen?"
Meneor stellt sich etwas verwirrt eine Mütze voll Schlaf vor und sagt: "Gutes Idee. Ich wecke euch, wenn es soweit ist."
W?hrend sich die Frauen hinlegen, sagt Myrta: "Dieses 'soweit' macht mir Angst."
Wie sie neben einander im Sand liegen, sagt Myrta: "Nicht eben bequem … Wollen wir uns nicht ein Bett zaubern?"
Iris staunt, …
… begreift und sagt, die Augen schliessend: "Versuchen wir's."
Mit geschlossenen Augen konzentrieren sich die Frauen darauf, mit dem Pilzwesen zu kommunizieren.
Wie sich unter den Frauen eine Art Doppelbettmatratze ausbildet, sagt Iris: "Hui, das kitzelt!"
Myrta kichert.
Iris liegt auf dem Rücken.
Myrta, sie von der Seite betrachtend: "Ein seltsames Anblick: Das Monster hassende Iris vertrauensvoll in den Armen des gr?ssten Monstrums, das es je auf dem Erde gegeben hat. Es k?nnte uns mit einem Haps verschlingen."
Iris, etwas alarmiert: "Du machst mir Angst."
Myrta: "Ja, wir sind nahe an dem Grenze zwischen Geborgenheit und Vernichtung. Ein Schritt in das falsche Richtung und wir sind tot."
Iris, schmerzlich l?chelnd: "Na, das ist vielleicht ein beruhigendes Gutenachtgeschichte."
Myrta kichert.
Iris, sinnierend: "Warum sagt ein Monster, das fürs Vernichten gebaut wurde, 'Ich will nicht lernen, was schmerzt.'? Verarscht es uns?"
Meneor, unverwandt die Armee beobachtend: "Die Chromos 2-Krieger haben Freude gespürt, wenn sie Blut gesehen haben und die toten K?rper der Besiegten. Ich spüre nichts dabei. Ich spüre Freude, wenn andere Freude haben. Ich wurde nicht gebaut fürs Vernichten. Ich weiss nicht, warum sie mich gemacht haben. Sie konnten es mir nicht sagen. Alle waren get?tet von den Chromos 2-Kriegern."
Iris, kritisch: "Aber wenn du doch Freude empfindest, wenn andere Freude haben, warum hast du dich nicht an dem Freude der Chromos 2-Krieger erg?tzt?"
Meneor, wie oben: "Das Schmerz der Sterbenden ist viel gr?sser als das Freude der T?tenden. Es bleibt nur Schmerz."
Iris, wie oben: "Und wenn das Freude der T?tenden gr?sser gewesen w?re als das Schmerz der Sterbenden?"
Meneor, wie oben: "Dann h?tte ich mit den Chromos 2-Kriegern zusammen Natural City vernichtet."
Iris h?rt es mit grossen Augen.
Myrta, nüchtern: "Ist ja logisch. Das Bedürfnis bestimmt das Wert eines Handlung. Wenn T?ten geil ist, machst du's halt. Aber die Sch?pfer von Meneor haben ein Krieger für das Freude in das Welt gesetzt. Sie hatten wohl das Schnauze voll von Monstern, die nur zerst?ren wollen."
Iris, schwach l?chelnd: "'Ein Krieger für das Freude', was für ein Titel! Hoffen wir, dass es stimmt, denn ich m?chte jetzt schlafen, …"
Iris, schl?frig: "… behütet von Monstern."
Myrta kichert.
Stunden vergehen, in denen Meneor ohne Anzeichen von Müdigkeit Wache steht. Die Lagerfeuer sind erloschen. Die Soldaten schlafen in den Zelten. Einzelne Wachposten patrouillieren im kalten Mondlicht.
Meneor schliesst die Augen und denkt konzentriert an die Schleier der Nacht.
Mit seinem Feldsinn sieht Meneor durch den Boden die Gedanken des Pilzwesens, die ihm zeigen, wie nahe die Schleier der Armee gekommen sind. Es fehlen nur noch wenige Kilometer.
Meneor zeigt dem Pilzwesen ein Bild der von den Schleiern der Nacht zerst?rten Armee …
… und danach ein Bild von den durch die Genvilles zerst?rten Armada der Schleier …
… und zum Schluss ein Bild des Pilzwesens, das sich ruhig verh?lt bei diesen Kampfhandlungen und deshalb auch keinen Schaden davon tr?gt.
Meneor steht auf die 'Matratze' zwischen die schlafenden Frauen und stellt sich vor, wie die 'Matratze' zehn Meter h?her auf einer Pilzs?ule liegt, …
… worauf das Pilzwesen diese S?ule ausbildet.
Aus dieser H?he sind die heran nahenden Schleier, deren Oberfl?chen im Mondlicht seidig schimmern, gut zu sehen. In der Menschenarmee scheint niemand die Gefahr zu bemerken.
Meneor zieht ein Messer, …
… sagt "Zisch, Bumm" zu ihm …
… und wirft es in einem 45-Grad-Winkel mit aller Kraft in den Himmel, wo es wie eine Rakete aufsteigt, …
… um dann mit erloschenem Feuerschweif abzusinken …
… und am Rand der Armee einzuschlagen und zu explodieren.
Durch den Knall geweckt, schreckt Iris hoch …
… wirft ihre Beine über den Rand der 'Matratze', um aufzustehen, …
… rutscht jedoch in Ermangelung eines Bodens hinab.
Sich schon aus grosser H?he abstürzen sehend, schreit Iris "Aaahhh!!!", …
… worauf ihr Fall gebremst wird, …
… weil Meneor ihr Handgelenk gepackt hat …
… und sie mit Schwung auf die 'Matratze' zurück hievt.
Schlaftrunken sieht Myrta den l?chelnden Meneor, der immer noch Iris' Handgelenk h?lt, und die vom Schreck gezeichnete Iris vor sich und murmelt: "Was wird das? Ein T?nzchen?"
Iris, wütend, auf Meneor zeigend: "Von wegen T?nzchen. Dieses Idiot hat unser Bett in ein Turm verwandelt, von dem ich fast zu Tode gestürzt w?re!"
Myrta schaut über den Bettrand und sagt mit hoch gezogenen Augenbrauen, nüchtern: "Ja, dieses Bett entspricht wohl nicht ganz den Sicherheitsstandards."
Iris, die F?uste geballt, wütend: "Grrr, Ingenieure und Krieger, cool wie Kühlschr?nke!"
Myrta, kichernd: "Jemand muss ja noch ein kühles Kopf bewahren …"
Myrta: "… und Meneor hat das bestimmt nicht getan, weil es dich umbringen wollte, sonst h?tte es dich nicht gerettet."
Meneor: "Wir haben jetzt übersicht."
Gleichzeitig d?mmert den Frauen die Bedeutung von Meneors Worten und sie schauen sich mit grossen Augen an.
W?hrend Myrta noch hinzutritt, schauen alle drei in Richtung der Armeen.
Meneors Warnexplosion hat das Menschenlager in ein wuselndes Ameisennest verwandelt. Leuchtraketen steigen auf und erhellen das Gel?nde, sodass auch die Schleier deutlich sichtbar werden. Eine Alarmsirene heult.
Myrta, zu Meneor: "Hast du dieses Explosion gemacht, das uns geweckt hat?"
Meneor: "Ja."
Myrta: "Warum hast du sie gewarnt, wenn du doch willst, dass sie sterben?"
Meneor: "Sie sollen aus ihren H?usern kommen. Dann ist es einfacher für die Schleier, sie zu t?ten."
Iris, erschüttert: "Du eiskaltes Monster!"
Die Panzer feuern und, wo ihre Geschosse einschlagen, reissen sie L?cher in die Phalanx der Schleier.
Auch die Raketenwerfer feuern Salven im Bogenschuss in den Himmel, …
… deren Einschlag verheerende Lücken in die Schleierarmee stanzt.
Myrta: "Sehr ihr, was ich gemeint habe? Diese Armee kann gut ein Quadratkilometer umpflügen. In ein ein paar Sekunden ist das Spuk vorbei."
Meneor, kryptisch: "Sie werden alle sterben."
Die restlichen Schleier beginnen auseinander zu schweben, …
… sodass jedes Exemplar einen wachsenden Abstand zu seinem Nachbarn hat.
Verblüfft sieht Myrta, dass der Abstand zwischen den Schleiern innert kurzer Zeit so gross geworden ist, dass die einschlagenden Granaten nur noch einzelne Schleier zerfetzen.
Wie die ersten Schleier die Menschenarmee erreichen, ert?nt Maschinengewehrfeuer, …
… was die Schleier wenig beeindruckt, da die Kugeln zwar L?cher reissen, aber sie nicht t?ten.
Soldaten mit Flammenwerfern fackeln einzelne Schleier ab, …
… was jedoch nicht verhindert, dass die ersten Schleier durchbrechen …
… und ihre quallen?hnlichen F?den durch ?ffnungen von Panzern einführen, …
… wo sie im Innern die Besatzung berühren, …
… die sofort entsetzt bei vollem Bewusstsein mit gel?hmten Muskeln zusammensinkt.
Fassungslos beobachtet Myrta, wie etliche Panzer aufh?ren zu schiessen und die Schleier die Menschenarmee einzukreisen beginnen.
Myrta, entsetzt: "Meneor, was geschieht da?"
Ein Infanterist liegt gel?hmt am Boden und starrt entsetzt auf den über ihm schwebenden Schleier.
Meneors Stimme aus dem Off: "Die Schleier l?hmen mit ihrem Gift die Muskeln …"
Der Schleier führt F?den durch den Mund des Infanteristen.
Meneors Stimme aus dem Off: "… Dann gehen sie mit ihren F?den durch das Mund …"
Obwohl die Muskeln kaum mehr reagieren, zeigt sich auf dem Gesicht des Infanteristen, welche entsetzlichen Schmerzen er erleiden muss.
Meneors Stimme aus dem Off: "… und l?sen mit S?ure die Organe auf. Die Schleier essen dann, was sie zum Leben brauchen."
Die Armee ist nun eingekreist. Heftiges Gewehrfeuer, Feuergarben aus Flammenwerfern und einzelne Granatexplosionen zeugen vom heftigen Abwehrkampf.
Myrta, Angst voll die Antwort erwartend: "Aber wenn nur die Muskeln gel?hmt sind, erleben die Menschen dieses Tortur mit vollem Bewusstsein."
Meneor: "Ja, es macht sehr grosses Schmerz, bis dass das Tod es beendet."
Nach einer Weile ist jeder Widerstand erloschen. Die Schleier bev?lkern das Gebiet der Menschenarmee. Gespenstische Stille.
Iris: "Aber wenn das doch so schmerzhaft ist, warum h?ren wir keine Schmerzensschreie?"
Meneor: "Sie k?nnen nicht schreien, weil die Muskeln gel?hmt sind."
Myrta l?uft grün an, …
… kniet sich rasch hin und erbricht auf die Plattform.
Iris, Myrta beobachtend, allm?hlich begreifend: "Wenn Flu uns damals nicht gerettet h?tte, w?ren wir auf dasselbe scheussliche Art gestorben?!"
Iris kniet sich neben Myrta und muss erbrechen.
Meneor betrachtet die Frauen mit seinem aufmerksamen Blick.
Iris beobachtet, wie das Pilzwesen das Erbrochene aufnimmt, und sagt mit schr?gem L?cheln: "Das Pilzwesen l?sst nichts anbrennen."
Myrta umfasst auf Knien Meneors Bein und ruft verzweifelt: "Meneor, warum bist du so ein grausames Feldherr? H?tten die Genvilles das Menschenarmee nicht auf schmerzloses Weise besiegen k?nnen?"
Meneor: "Wie viel Genvilles willst du opfern für dein Sieg?"
Myrta, verwirrt: "H??"
Meneor: "Ein Menschenarmee ist gut darin, Menschen zu t?ten. Ein einziges Metall aus einem Peng-Peng-Waffe kann ein Genville t?ten. Und da sind Tausende Peng-Peng-Waffen. Das Voraussicht sagt, dass ein Genville bei einem solchen Kampf sterben kann."
Myrta, erschlagen: "Und dir ist ein Genville mehr wert als tausend junge Menschen."
Meneor: "Als tausend junge Menschen, die ein Genville t?ten wollen."
Myrta, matt: "Aber die Menschen k?nnen doch nichts dafür. Du weisst doch, dass alles einfach geschieht im Kopf. Sie k?nnen sich nicht dagegen wehren, zu welchen Handlungen ihre Bedürfnisse sie zwingen."
Meneor: "Wenn das ein Grund ist, sie am Leben zu lassen, dann musst du auch die Schleier des Nacht am Leben lassen. Für sie gilt dasselbe."
Myrta, fast bittend: "Aber Menschen k?nnen sich ?ndern. Iris und ich hatten auch Angst vor Genmonstern und jetzt leben wir mit ihnen."
Meneor: "Manchmal ist Zeit zum ?ndern. Manchmal nicht."
Iris, aus dem Off: "Ich muss mich auch ?ndern."
Iris, schmerzlich: "Ich habe erst jetzt begriffen, vor welch schrecklichem Ende Flu uns gerettet hat. Als ich mich bei Flu für die Rettung bedankte, habe ich das widerwillig gemacht wie eine reiche Zimtzicke, die sonst von den Eltern kein Pony bekommt …"
Iris, schr?g l?chelnd: "… Dieses Mal werde ich ihm um das Hals fallen und es erdrücken."
Meneor grinst.
Myrta schaut verloren vor sich hin.
Meneors Kopf dreht sich ruckartig um 180 Grad zu den Schleiern um.
Meneor: "Sie haben uns gesehen. Wir müssen gehen."
Meneor packt die Frauen, sich gleichzeitig mit geschlossenen Augen konzentrierend.
Die Plattform beugt sich zurück …
… und schleudert die drei hoch in die Luft, weg von den Schleiern.
Szeneanfang:
Es ist Morgen. Auf dem Obdachlosenareal. Ili rennt auf die Obdachlose zu, die sich Dach und Bett gewünscht hat, ..
… und h?lt der erstaunten eine kleine Kugel hin mit den Worten: "Hier ist Dach und Bett. Du musst es in das Boden tun und Wasser geben. Wenn es gewachsen ist, kannst du ein Stück davon nehmen und es wieder in das Boden tun, dann hast du zwei Dach und Bett."
Mit ungl?ubigem L?cheln, in der festen überzeugung, dass sie hier verarscht wird, nimmt die Obdachlose die Kugel entgegen, ...
... dreht sich um und denkt: 'Ich mach ihr die Freude. Das arme Ding ist ja geistig behindert.'
Obdachlose, auf Knien mit einem Stück Holz ein Loch ins Erdreich grabend, wie zu einem Kind: "Dann machen wir mal ein sch?nes Loch ..."
Obdachlose, die Kugel im Loch mit Erde bedeckend, wie oben: "... und pflanzen das liebe Kügelchen ein."
Ili betrachtet die Frau mit grossem, fragendem Blick, weil sie nicht versteht, warum die Frau sich so merkwürdig benimmt.
Die Obdachlose ist aufgestanden und schaut Ili l?chelnd an, als erwarte sie ein Lob für ihr braves Verhalten.
Die etwas verwirrte Ili zeigt auf die Pflanzstelle und sagt nur: "Wasser."
Die Obdachlose schaut sich nach einem Wasserbeh?lter um und sagt kichernd: "Oh, wie dumm von mir! Das arme Kügelchen hat ja Durst."
Die Schuhverk?uferin sieht Ilis verwirrten Gesichtsausdruck, ...
... tritt an Ili heran und flüstert ihr l?chelnd zu: "Sie glaubt dir nicht. Sie denkt, das sei nur ein kindliches Spiel."
Ili ist verblüfft.
Ili, die nun versteht, h?lt der Schuhverk?uferin ein zehn Zentimeter grosses k?ferartiges Gebilde hin und sagt kichernd: "Ich habe für dich auch ein kindliches Spiel. Es ist ein Anpassung. Du musst es an dein Kleid halten. Dann erg?nzt es das Genom und dein Kleid wird dich noch besser beschützen."
Nun schaut die Schuhverk?uferin mit grossen Augen auf das K?ferding, ...
... fasst es voller Unbehagen mit spitzen Fingern an ...
... und steckt es, wie oben, sicherheitshalber nur auf Schenkelh?he an ihr Kleid.
Wie sich das K?ferding festh?lt und sonst nichts geschieht, schaut die Schuhverk?uferin Ili fragend an: "Und was jetzt?"
Ili: "Lass es machen, bis es sich abl?st. Dann gib es dem N?chsten, bis alle Kleider angepasst sind."
Die Obdachlose hat einen Eimer gefunden und benetzt die Pflanzstelle mit einem Schwall Wasser.
Obdachlose, zu Ili, begütigend: "So, jetzt muss es nicht mehr Durst leiden. Alles ist gut."
Verdutzt sieht die Obdachlose, wie pl?tzlich ein kleines igluf?rmiges Gebilde aus dem Boden bricht.
Schuhverk?uferin, fasziniert: "Wie oft wirst du mich noch überraschen?"
Ili, fr?hlich: "So oft du es m?chtest."
Fassungslos steht die Obdachlose vor dem in wenigen Minuten auf einen Meter gewachsenen Iglu.
Ili kommentiert: "Die Nutzwesen haben mir ein schnelles gemacht, damit du heute Abend schon darin schlafen kannst."
Ili entnimmt von Hand ein kleines Stück von dem Iglu ...
... und h?lt es der fassungslosen Obdachlosen hin: "Du kannst das einem geben, das auch Dach und Bett m?chte. Es kann es auch einpflanzen."
Wie in Trance nimmt die Obdachlose das Stückchen entgegen ...
... und beobachtet, wie sich der Iglu zu passabler Wohnraumgr?sse ausw?chst.
Ili tritt auf den Torbogen zu, der von einer Art Tür verschlossen wird.
Sobald Ili nahe genug ist, ?ffnet sich die Tür wie eine Art Faltvorhang, der sich seitlich in die Wand klappt.
Ili winkt die Obdachlose herein ...
... und zeigt ihr das grosszügige Doppelbett.
Ili legt sich aufs Bett, die Obdachlose zu sich herab ziehend.
Wie sie neben einander liegen, sagt Ili strahlend: "Hier kannst du schlafen und Sex haben."
Die Obdachlose wird puterrot.
Die Schuhverk?uferin steht in der Tür?ffnung und ruft lachend: "Machen wir einen flotten Dreier?!"
Szeneanfang:
Zur selben Zeit liegt Ritsch in seiner Villa im Bett.
Wie Ritsch die Augen ?ffnet, sieht er neben seinem Bett einen Obdachlosen stehen, der ihm mit freundlichem L?cheln den Morgenmantel zum Hineinschlüpfen aufh?lt.
Voller Panik greift Ritsch in die Schublade seines Nachttischchens ...
... und richtet seine Pistole auf den Obdachlosen, wobei er brüllt: "Was tun Sie in meinem Haus?! Verschwinden Sie oder ich schiesse!"
Obdachloser, erschrocken: "Aber wir suchen doch bloss Arbeit."
Ritsch, verdutzt: "Wir?"
Erst jetzt bemerkt Ritsch die Obdachlose mit den Hausschuhen in H?nden und den Obdachlosen mit dem Badetuch über dem ?rmel.
Ritsch, erschrocken und wütend: "Aaahhh!!"
Ritsch schwingt sich aus dem Bett ...
... und rennt die Treppe hinunter ...
... in die Küche, wo zu seinem Entsetzen zwei Frauen und zwei M?nner dabei sind, etwas zu braten, Kaffee zu kochen, Brot zu Toasten und Brotscheiben zu beschmieren.
Wie Ritsch zum Fenster hinaus schaut, sieht er fassungslos, wie Obdachlose die Scheiben putzen.
Noch im Pyjama und mit der Pistole in der Hand stürmt Ritsch in den Garten, ...
... wo zahlreiche Obdachlose sich um Blumen kümmern oder im Rasen knien und ihn "m?hen", indem sie die Grashalme von Hand halbieren.
Wild mit der Pistole herum fuchtelnd, ruft Ritsch wütend zu den Obdachlosen im Gras: "Was macht ihr hier?!"
Ein Obdachloser erhebt sich und sagt ruhig: "Wir m?hen den Rasen."
Ritsch, sich einem Geisteskranken gegenüber w?hnend: "Den Rasen m?hen? ... Von Hand?"
Obdachloser: "Sie haben uns zuerst entlassen. Dann haben sie uns aus der Wohnung geworfen, weil wir die Miete nicht mehr bezahlen konnten. Wir werden so lange für Sie pers?nlich arbeiten, bis Sie uns wieder einstellen und wir uns eine Wohnung leisten k?nnen."
Ritsch ruft fassungslos: "Infam! Infam! ..."
Ritsch rennt im Pyjama und mit Pistole vom Gel?nde seiner Villa und ruft: "... Infam! Infam! Infam! ..."
Ritsch rennt wie oben an seiner konsternierten Sekret?rin vorbei ins Büro.
Ritsch sitzt am Pult und bellt ins Telefon: "Ich verlange, dass Sie sofort dieses Gesindel verhaften und wegen Hausfriedensbruchs einsperren!"
Chef der Security Guard: "Ich werde dafür sorgen, dass die Leute Ihr Grundstück verlassen. Aber einsperren kann ich sie nicht wegen einer solchen Bagatelle."
Ritsch, grimmig: "Dann werde ich sie alle vor Gericht bringen und zu einer hohen Geldstrafe verurteilen lassen. Die müssen sie dann im Gef?ngnis absitzen, weil dieser obdachlose Abschaum kein Geld hat."
Wütend knallt Ritsch den H?rer aufs Telefon.
Chef der Security Guard denkt Stirn runzelnd: ''Verurteilen lassen', sagt er. Ritsch hat also auch die Richter auf seiner Gehaltsliste.'
Wie Ritsch an sich hinunter blickt, merkt er, dass er noch den Pyjama anhat, ...
... stürmt zornesrot aus dem Büro ...
... und blafft seine Sekret?rin an: "Warum haben Sie mich nicht darauf hingewiesen, dass ich noch im Pyjama bin?!"
Sekret?rin, verdattert: "Verzeihen Sie, Herr Direktor. Es steht mir nicht zu, über Ihre Kleidung zu urteilen."
Ritsch, an sich hinab schauend, fassungslos: "Kleidung? Sie nennen das Kleidung?! Sind Sie jetzt komplett durch geknallt?! Beschaffen Sie mir sofort einen meiner Anzüge!" ...
Wie die Sekret?rin diensteifrig davon rennt, ruft ihr Ritsch nach: "... Und vergessen Sie die Schuhe nicht, Sie dummes Huhn!"

