Szeneanfang:
Die Mutter steht da mit dem Gesicht zum See und h?lt ihr Kind an der Hand. Meneor, Ewald und Iris stehen mit Messerfackeln vor der Mutter. Piri hat sich zum Kind niedergekauert und sagt l?chelnd zu dem etwas bedrückt wirkenden Kind: "Sei nicht traurig. Wir kommen bald wieder und dann nehmen wir euch mit nach Genville."
Piri schenkt dem Kind ihr strahlendstes L?cheln, ...
... was seine Wirkung nicht verfehlt, denn das Kind verliert seine Traurigkeit und auch sein Gesicht beginnt zu strahlen.
Ewald, Meneor und Iris schreiten voran in Richtung See. Piri folgt ihnen mit etwas Abstand, h?lt sich ein Messer vors Gesicht, zu dem sie leise "loder" sagt, ...
... sodass die auflodernde Flamme aus der Sicht des Kindes einen m?rchenhaften Schimmer um Piris Kopf entstehen l?sst.
Fasziniert auf dieses Ph?nomen blickend, sagt das Kind: "Mama ..."
Die Mutter schaut zu ihrem Kind und sagt mit liebevollem L?cheln: "Ja?"
Aus der Sicht der Mutter sagt das Kind, immer noch Piri im Blick: "Ist Piri eine Fee?"
Die Mutter ist zuerst überrascht, ...
... betrachtet dann die schimmernde Piri ...
... und sagt mit stillem L?cheln: "Ja, wer weiss ..."
Das Quartett Meneor steht am Rand des Sees, der im Fackelschein wie schwarze Tinte wirkt. Ewald, mitfühlend: "Ekelst du dich nicht davor, Iris?"
Iris, angeekelt: "Doch, natürlich, aber lieber darin schwimmen, als daraus zu essen."
Ewald zieht sich aus und Iris protestiert: "He, was soll das?!"
Ewald: "Willst du deine Kleider mit Pisse durchtr?nken?"
Mit auf den Kopf gebundenen Kleidern stehen alle nackt nebeneinander. Iris droht Ewald: "Wag es ja nicht, deinen geilen Bocksblick auf mich zu richten. Dafür ist Piri zust?ndig."
Unwillkürlich schaut Ewald zu Piri hinüber.
Piri schaut auf Ewalds Geschlechtsteil und sagt ganz natürlich: "Das Bocksblick zeitigt Wirkung. Ewald hat ein Steifen ..."
Piri, zu Ewald, hilfsbereit: "Soll ich ...?"
Ewald ist es peinlich: "?hm, nein danke."
Meneor, zu Ewald, hilfsbereit: "Oder soll ich ...?"
Ewald ist es peinlich und gleichzeitig verschl?gt ihm das Angebot die Sprache: "?hm ..."
Iris l?sst sich ins Wasser gleiten und sagt ungerührt: "Zeit für eine Abkühlung."
Sie haben die Fackeln ausgemacht und schwimmen in der Dunkelheit hinter Meneor her, ...
... der sie quer über den See führt.
In der Mitte des Sees angelangt, h?ren sie aus dem Flüchtlingslager Schüsse und Schreie.
Sie drehen sich um und sehen, wie Natural Guards das Lager stürmen.
Ein Mann versucht mit einer Eisenstange einen Guard anzugreifen, wird aber vorher erschossen.
Andere fliehen ins Dunkle, ...
... werden aber von den Taschenlampenstrahlen der Guards erfasst ...
... und sterben im Kugelhagel.
Die Mutter presst ihr Kind schützend an die Brust ...
... und rennt in Richtung See, ...
... bis sie von einer Kugel getroffen wird, die sie und das Kind durchschl?gt.
Die Mutter stürzt nach vorn, ...
... schl?gt auf und bleibt seitlich liegen, ...
... sodass das tote Kind in ihrem Arm liegt, als würden beide schlafen.
Piri starrt mit grossen, traurigen Augen auf die von Lagerfeuern und Taschenlampen gespenstisch erhellte Szene. Meneor bleibt ernst und ruhig. Ewald ist geschockt. Iris wirkt eher überrascht.
Piri, traurig, tonlos: "W?ren wir ein paar Minuten sp?ter aufgebrochen, h?tten wir das Angriff abwehren k?nnen ..."
Piri, weinend: "Ich fühle mich so hilflos ..."
Meneor, ernst: "Alle sind tot."
Piri schaut zu Meneor und fragt leidend: "Auch das Kleine?"
Meneor: "Ja."
Sie schwimmen weiter. Meneor mit ernstem Gesicht. Piri weinend. Ewald lodert vor ohnm?chtiger Wut. Iris wirkt verwirrt, weil ihre Welt zusehends aus den Fugen ger?t.
Nachdem sie den See überquert haben, steigen sie neben einem Kanal, der sich ebenfalls in einem grossen Tunnel befindet, aus dem Wasser.
W?hrend die anderen sogleich ihre "Gesch?ftskleidung" anziehen, bekommt Ewald einen Wutanfall. Voller Abscheu brüllt er: "Dieses natürliche Pack ist doch zum Kotzen Ekel erregend! Ich sch?me mich dazu zu geh?ren! Sobald wir in Genville sind, werde ich mir diesen Naturdreck von Ambellmi aus dem Gehirn brennen lassen!"
Piri ist immer noch traurig, aber gleichzeitig überrascht von Ewalds ungew?hnlichem Ausbruch. Meneor schaut besorgt zu den Guards rüber, ob sie wohl etwas geh?rt haben.
Der Guard-Anführer hat Ewald geh?rt, blickt lauernd über den See ...
... und bellt: "Bringt mir ein Maschinengewehr, schnell!"
Iris betrachtet Ewald, der nackt, zitternd vor Wut und mit einem Bündel Kleider auf dem Kopf vor dem schwachen Licht der Lagerfeuer ziemlich l?cherlich aussieht, und sagt kühl: "Schau dich an, Ewald! Du bist l?cherlich und peinlich. Und wenn du zu Ambellmi gehst, bist du für mich gestorben."
Meneor zischt leise: "Hinlegen, schnell!"
Die vier werfen sich zu Boden, wobei alle ausser Meneor ein Fragezeichengesicht machen.
Der Guard-Anführer zeigt in selbstbewusster Feldherrenpose über den See. Zu seinen Füssen ist das Maschinengewehr aufgestellt, hinter dem ein Guard liegt, der mit einem "Taktaktaktak" in die angegebene Richtung ballert.
Die Geschosse f?chern über die eingezogenen Kopfe des Meneor-Quartetts.
Der Guard-Anführer bellt: "Holt Schlauchboote! Wir kriegen sie!"
Wie das Maschinengewehrfeuer aufgeh?rt hat, hebt Meneor leicht den Kopf, "schaut" mit geschlossenen Augen zu den Guards und sagt leise: "Geht jetzt tiefer in das Tunnel und sucht Deckung!"
Gehorsam schleichen Piri, Ewald und Iris tiefer in den Tunnel. Iris zischt: "Dein bl?des Geschrei hat uns verraten ..."
Vorsichtig tasten sie sich in der Dunkelheit der Wand entlang. Iris, wie oben: "Und wie sollen wir Deckung finden, wenn wir kaum die Hand vor Augen sehen?"
Piri: "Wir ertasten uns ein Stollen, das abzweigt."
Iris geht es gar nicht gut, weshalb ihr Spott gezwungen wirkt: "Und was macht unser Weltenretter?"
Piri, dunkel, weil sie ahnt, was Meneor vorhat: "Es wird uns Zeit verschaffen."
Iris, bitter: "Ja, Zeit ist immer gut, auch wenn unsere Lage immer katastrophaler wird."
Entlang dem See verl?uft ein schmaler Sims, der zum benachbarten Abwassertunnel führt. Lautlos wie ein Schatten und schnell wie ein Tier schleicht Meneor über diesen Sims, ...
... um sich im benachbarten Tunnel mit dem Gesicht zum See auf den Boden zu legen.
Das Trio Piri hat einen abw?rts führenden Stollen gefunden, in dem es sich versteckt. Ewald zieht endlich seine Kleider an und sagt tief ernst: "Wenn dir dieses Massaker an Hilflosen nicht endgültig die Augen über die Natur der Natürlichen ge?ffnet hat, bist du für mich auch gestorben, Iris."
Iris ist geschockt. So hat sie Ewald noch nie erlebt.
Gespannt beobachtet Meneor die vier sich der Seemitte n?hernden Schlauchboote. Die Lichtpunkte der Taschenlampen verraten deutlich ihre Position. Leise pl?tschern die Paddel, als n?here sich fast lautlos ein jagendes Ungeheuer.
Vier Messer zückend, springt Meneor lautlos auf, ...
... flüstert den Messern ein "Zisch, Bumm" zu ...
... und l?sst sie auf ihren Raketenstrahlen zu den Schlauchbooten reiten. Rufe aus den Booten: "He, was soll das?!", "Schiesst!".
Kugeln zischen über Meneor hinweg, der sich schon wieder hingeworfen hat.
Die Messer finden je ein Boot als Ziel und explodieren mit "Wummm!", ...
... sodass im aufblitzenden Licht der Explosionen zerfetzte K?rper durch die Luft fliegen und Wasser hoch aufspritzt.
Piri entzündet eine Messerfackel. Ewald schaut aus dem Stollen auf den See und ruft mit hartem Lachen: "Hahaha, das war keine Bet?ubungsfl?te. Das war das volle Rohr, hahaha."
Iris sitzt nur da. Aus ihren Augen spricht Angst.
Piri, besorgt: "Komm lieber rein, bevor du ein Kugel im Kopf hast."
Ewald wird mulmig bei dem Gedanken und er zieht sich schnell in den Stollen zurück, wobei er murmelt: "Schadenfreude ist ja auch so ein natürlicher Konstruktionsfehler."
Meneor huscht herein und sagt: "Sie haben bestimmt gemeldet, dass sie uns gesehen haben. Bald tauchen hier viele Guards auf."
Mit einer Messerfackel leuchtend, schreitet Meneor den steil abfallenden Stollen hinab, gefolgt von den andern.
Nach einer Zeit finden sie sich wieder in der riesigen Halle, wo die Algen in den Glaszylindern wachsen und vollautomatisch geerntet werden.
Wie damals, als sie aus Genville geflohen sind, stehen sie neben einer Algenfarm und stopfen sich mit Algenpulver voll, welches sie mit Wasser aus einem Hahn runterspülen.
Ewald sitzt vollgefressen am Boden und st?hnt: "Ah, ich platze. Lasst uns einen Moment ruhen. Die Guards haben bestimmt unsere Spur verloren."
So setzen sie sich zu Ewald, in einem lockeren Kreis, als brenne ein Lagerfeuer zwischen ihnen.
Eine Zeit sitzen sie da und schweigen. Iris blickt traurig und verloren vor sich hin.
Obwohl sie dagegen ank?mpft, laufen Iris pl?tzlich Tr?nen übers Gesicht, ...
... welches sie rasch hinter angezogenen Knien und umgelegten Armen verbirgt.
Ewald muss wieder an Iris' Worte denken, dass er für sie gestorben sei, wenn er sich mit Ambellmi einlasse, und sagt deshalb mit einer Mischung aus Grimm und Mitgefühl: "Weinst du, weil das Monster Meneor sich geopfert hat, um uns zu retten ..."
Iris unterbricht ihn, ohne aufzuschauen: "Was hat er schon geopfert? Er wusste ja, dass er überlebt."
Ewald, wie oben: "... Oder weil du deine Felle davon schwimmen siehst, in Natural City je wieder ein Fernsehstar zu sein?"
Iris, wie oben: "Mein Lebenstraum ist zerst?rt. Ich werde nie mehr ein Star sein."
Meneor, naiv: "Warum willst du ein Star sein?"
Piri erl?utert ernsthaft: "Ein Star ist ganz oben und alle anderen schauen zu ihm auf. Das ist für ein natürliches Pers?nlichkeit wie ein wollüstiges Bauchmassage."
Meneor, hilfsbereit zu Iris: "Aber ich kann dir doch auch ein wollüstiges Bauchmassage machen, ohne dass du ganz oben bist."
Ohne aufzuschauen, schreit Iris gequ?lt: "Aaaaahhhhh!!"
Meneor ist verblüfft. Piri kichert.
Piri, mit sanftem L?cheln zu Iris: "Du wirst noch in tausend Jahren ein Star sein, ..."
überrascht hebt Iris ihr verweintes Gesicht und schaut Piri an.
Piri, wie oben: "... wenn du Reportagen für das Bibliothekswesen machst. Es ist unsterblich. Und für das Geschichtsforschung werden deine Beitr?ge von unsch?tzbarem Wert sein."
Iris, entt?uscht: "Pah, ich bin doch keine H?hlenmalerei. Ich will jetzt ein Star sein."
Ewald, wie oben: "Genville wird wachsen. Es werden mehr und mehr Leute dort leben. Dann wirst du halt der Star von Genville sein. Das ist doch egal. Hauptsache Star, oder?"
Iris sch?pft Hoffnung und fragt neugierig: "Geht das denn auf diese Distanz?"
Piri, sachlich: "Die Bibliothekswesen sollen eines Tages ein weltumspannendes Kommunikationsnetz bilden. Wir haben deshalb ihr Feldsinn so fein eingestellt, dass sie sich gegenseitig von jedem Punkt dieses Erde aus wahrnehmen k?nnen."
Iris ist verblüfft.
Ewald, beeindruckt: "Wow, dann kann ich an jedem Punkt dieser Erde einen 'Film drehen'!"
Szeneanfang:
Gegen Mittag in Genville. Yon schlendert durch Genville und betrachtet den neuen Messergürtel in seinen H?nden. Yon denkt: 'Wozu noch üben? In Genville herrscht doch Frieden.'
Schulter zuckend schnallt Yon sich den Messergürtel um ...
... und horcht auf, wie er ein merkwürdiges Ger?usch h?rt: "Lauam." (Lara, du Schlampe.), "Lalaag!" (Schlampenschlaaag!)
Neugierig n?hert sich Yon der Ger?uschquelle und sieht die drei Schwestern Lara, Hisch und Wagon auf einem Platz mit Schutzw?nden trainieren. Lara sticht mit einem Messer so schnell auf Wagon ein, dass Yon kaum etwas sehen kann. Und Wagon weicht so schnell aus, dass ihr K?rper verschwimmt. W?hrend des folgenden Kampfes bewegen sich die Frauen so schnell, dass Yon sie teilweise kaum sehen kann.
Hisch ruft: "Aume!" (Achtung Messer!)...
... und wirft eine Serie Messer nach Lara, ...
... die mit einem Rückw?rtssalto ausweicht, sodass die Messer in den Schutzw?nden landen.
Wagon stürzt, Messer nach Hisch werfend, vorw?rts und ruft grinsend: "Iefdi!" (Ich perforiere dich!)
Hisch federt ab, sodass sie waagrecht in der Luft liegt und die Messer oben und unten an ihr vorbeifliegen. Gleichzeitig pfeift sie ihre Messer zurück, ...
... die sich aus der Schutzwand l?sen und von hinten auf Wagon zurasen. Lara ruft: "Au!" (Achtung!)
Wagon l?sst sich reflexhaft zu Boden fallen und schmeisst gleichzeitig je einen Strauss Messer zu Lara und Hisch, ...
... dem die beiden ausweichen, indem sie aus dem Stand auf die Schutzw?nde hochspringen.
Mit einem Vorw?rtssalto lassen sich Hisch und Lara von den Schutzw?nden fallen, ...
... um sich mit gezückten Messern auf Wagon zu stürzen.
Wagon wehrt sich, indem sie ausweicht oder die Stichattacken mit Armen und Beinen ablenkt.
Die Schwestern bewegen sich mit der Eleganz von T?nzerinnen ...
... und Yon starrt mit offenem Mund auf dieses Schauspiel, bei dem die K?rper sich so rasend schnell bewegen, dass sie ineinander zu verschwimmen scheinen.
Abrupt endet die Bewegung und die drei Schwestern stehen eingefroren da und starren mit Wurf bereiten Messern ernst zu dem erschrockenen Yon hinüber.
Yons erschrockener Gesichtsausdruck bringt die Schwestern zum Lachen. Wagon, herzlich: "Na Yon, willst du ein bisschen mit uns üben?"
Lara, mit verführerischem Hüftschwung: "Mit uns oder mit den Messern?"
Yon, verlegen: "?hm ..."
Die Schwestern lachen herzlich.
Yon geht auf die Schwestern zu und es gelingt ihm ein verlegenes L?cheln: "Die Nutzwesen meinten, ich solle mit diesen Messern etwas üben ... ?hm, was war das für eine Sprache, in der ihr euch vorhin unterhalten habt?"
Die Schwestern schauen sich verblüfft an. Hisch: "Na dasselbe, das wir immer brauchen."
Lara begreift: "Oh, ich verstehe, was es meint ..."
... und erl?utert Yon: "Weil wir mit langsameren Leuten zusammen leben, passen wir unser Bewegungs- und Sprechgeschwindigkeit an. Wenn wir unter uns Chromos 4 sind, reden wir aber manchmal so schnell, wie uns das Schnabel gewachsen ist. Das klingt dann für dich wie ein anderes Sprache."
Yon l?chelt bitter. "Es ist sinnlos, mit euch zu üben. Ihr seid viel zu schnell für mich."
Wagon, l?chelnd: "Du sollst ja auch nicht uns besiegen, sondern deine neuen Messer kennenlernen."
Yon zieht ein Messer aus dem Gürtel und sagt artig zu ihm: "Guten Tag, Messer, ich bin Yon und wie heisst du?"
Die Schwestern lachen.
Hisch wirft einen kleinen Messerkreis an eine Schutzwand ...
... und fordert Yon auf: "Versuch, dieses Kreis zu treffen, Yon?"
Yon wirft sein Messer, ...
... welches an die zwei Meter vom Ziel mit flacher Klinge auftrifft und zu Boden f?llt.
Yon, entmutigt: "Ich werde zehn Jahre Training brauchen, um ein Messer ins Ziel zu bringen."
Hisch, bestimmt: "Nein, du brauchst nur etwas mehr Konzentration."
Yon ist verwirrt: "Aber ..."
W?hrend Lara und Wagon geheimnisvoll l?cheln, fordert Hisch bestimmt: "Wirf ein Messer und denk intensiv daran, wo es hin soll!"
Yon denkt unfroh: 'Die machen sich lustig über mich ...'
W?hrend er mit dem n?chsten Messer ausholt, denkt Yon gequ?lt: 'Ich will ihnen den Spass nicht verderben.'
Yon wirft und konzentriert sich voll auf die Kreismitte seines Zieles.
So schnell, dass es kaum zu bemerken ist, f?hrt das Messer seine Flügel aus und korrigiert damit die verkorkste Flugbahn, ...
... um mitten im Messerkreis stecken zu bleiben. Yon ist sprachlos. Die Schwestern applaudieren begeistert: "Bravo, Bravo!"
Die Schwestern scharen sich fr?hlich um Yon. Lara l?chelt: "Wir haben für dich ein Messer entwickelt, dass du mit deinen Gedanken steuern kannst. Dadurch sparst du zehn Jahre Training."
Yon ist etwas verwirrt: "Aber ... warum?"
Lara küsst Yon auf die Wange und sagt: "Weil wir dich gern haben."
Aus der Ferne t?nt der Ruf: "Vooortraaag!"
Die Schwestern drehen sich nach dem Ruf um ...
... und eilen in Richtung Theaterplatz davon. Leicht err?tet bleibt Yon zurück.
Langsam setzt auch Yon sich in Bewegung und denkt: 'Sie sind so ganz anders ... Es f?llt mir schwer, sie zu begreifen. Die Gewohnheit l?sst mich immer etwas Hinterh?ltiges erwarten ... Ein gemeines Wort, eine ver?chtliche Geste, die mich zurückjagt ins traurige Land der Einsamkeit. Doch jedes Mal wird meine Erwartung entt?uscht. Keine Dornen bohren sich in meine Haut. Es ist vielmehr, als schw?mme ich in einem Meer aus Freundlichkeit ...'
Yon denkt mit grimmiger Entschlossenheit: 'Ich habe beschlossen, mich auf sie einzulassen ... Und das werde ich durchziehen ...'
Yon hat ein Messer gezogen, welches er betrachtet, und denkt. '... Bis zum bitteren Ende.'
Wie Yon den Theaterplatz erreicht, dr?ngen sich Aladan, Estragon, die drei Schwestern, Chromos 5 und Antara, Flu und Meer um ein Bildschirmwesen auf der Bühne. Martin mag nicht dr?ngeln und sitzt auf der Tribüne. Wagon ruft: "H?rt auf zu dr?ngeln! Wir haben doch ein Kinobildschirmwesen geschaffen, wenn wir mal was zusammen anschauen wollen."
Aladan, sp?ttisch: "Ja, wo ist es denn, wo?"
Die drei Schwestern schw?rmen aus und rufen im Chor: "Kinobildschirmwesen, wo bist du?!"
Aladan pflanzt sich vor dem kleinen Bildschirmwesen auf und sagt befriedigt: "So, jetzt haben wir Platz."
Estragon, tadelnd: "Du willst doch nicht ohne die Schwestern anfangen?"
Aladan seufzt: "Hach, ich ahnte es schon, mein liebes Bruder. Dein Mitgefühl zwingt uns zu hastigem Beinarbeit. Wie unerfreulich!"
Estragon packt Aladan am Kragen, zieht ihn mit und sagt l?chelnd: "Kommen Sie, euer Hastigkeit, wir haben ein Quest."
Aladan, Estragon und die anderen rennen in alle Richtungen davon, sodass nur Yon und Martin übrig bleiben.
Etwas schüchtern setzt Yon sich neben Martin.
Verstohlen mustert Yon Martins unbewegte Miene. Yon denkt: 'Auch wenn wir Chromos 1 sind, bleibt unser Ursprung natürlich. Das bedeutet dorniges Land ...'
Yon, behutsam zu Martin: "Wie geht es dem Herrn Stadtpr?sidenten?"
Martin lacht hart und unfroh und sagt: "Alles bestens."
Schweigend und aufmerksam betrachtet Yon Martins Gesicht. Martin bemerkt diesen Blick und l?sst sein künstliches Lachen ersterben.
Martin schaut mit verschlossenem Gesicht vor sich hin.
Yon, ernst und ruhig: "Ich werde vorschlagen, dass wir dich zum Stadtpr?sidenten von Genville ernennen."
Martin ist zuerst verblüfft, ...
... sagt dann aber leise und traurig: "Ja ja, mach dich nur lustig über einen alten Mann, der sich in der Zukunft nicht zurechtfindet."
Yon runzelt die Stirn: "Das verstehe ich jetzt nicht. Das Leben in Genville ist doch viel einfacher und überschaubarer als in einer technisierten Grossstadt. Warum solltest du dich hier nicht zurechtfinden?"
Martin, Stirn runzelnd: "Ja, es ist so überschaubar, dass es gar keinen Stadtpr?sidenten braucht."
Die Aufmerksamkeit der beiden M?nner richtet sich auf einen aufrecht stehenden, mehrere Meter hohen, schlanken Zylinder, der auf vier Beinen herbei galoppiert, im Schlepptau eine Schar lachender Genvilles.
W?hrend es sich die Zurückgekehrten auf der Tribüne bequem machen, teilt sich auf der Bühne der Zylinder in zwei H?lften, ...
... welche von je einem Beinpaar nach links und rechts zum Bühnenrand getragen wird. Zwischen den Zylindern entfaltet sich eine Kinoleinwand grosse Bildschirmmembran.
Das Kinobildschirmwesen hat sich voll entfaltet. Lara ruft: "Was bekommen wir denn zu sehen?"
Estragon ruft: "Lass dich überraschen!"
Auf der Leinwand erscheint Iris in ihrem Gesch?ftsanzug. Sie steht in dem Felsenstollen, der zur Glasr?hre im S?uregraben führt. Sie tut nicht mehr so, als rede sie in ein Mikrofon. Iris, professionell: "Hier spricht Iris von den Genville News ..."
Wagon jubelt: "Juhuuu, Genville hat jetzt auch ein Nachrichtensendung!"
Iris: "Nach einigen unerfreulichen Zwischenf?llen haben wir es geschafft, bis zur Glasr?hre vorzudringen, welche Natural City mit der ehemaligen Genville-Gef?ngnisinsel verbindet ..."
Nun sind Piri und Meneor in Gesch?ftskleidung zu sehen, die sich an der schweren Panzertür zur Glasr?hre zu schaffen machen. Iris, aus dem Off: "Piri und Meneor sind eben dabei, den Zugang zur Glasr?hre zu ?ffnen. Falls die Glasr?hre besch?digt sein sollte, werden wir also in ein paar Sekunden im S?urebad sterben ..."
Aladan spottet: "Seht euch das Krieger an! Wie ein Zuckerrübe mit Seidenschlips."
Lachen und Kichern.
Lara protestiert: "Sie sind in Lebensgefahr und ihr lacht."
Aladan, grinsend: "Iris macht es bloss spannend. Meneor hat mit seinem Feldsinn l?ngst geprüft, ob da S?ure drin ist."
Die Panzertür ist offen und Ewalds Augen filmen die Glasr?hre, ...
... schwenken zur Seite und geben den Blick frei auf die Leichengebirge am Grund des S?uregrabens, die seit dem letzten Mal erheblich gewachsen sind.
Ewald filmt Iris, die die Fassung verloren hat, mit offenem Mund, wie gel?hmt dasteht und auf dieses grauenhafte Bild starrt. Auch das Publikum ist totenstill.
Leise und erschüttert versucht Iris zu sprechen: "Es scheint, dass ... Es ist noch nicht lange her, dass wir hier vorbeigekommen sind ... In dieser kurzen Zeit müssen Hunderttausende von Menschen ermordet worden sein ... Es ist erstaunlich, dass es überhaupt noch Menschen gibt in Natural City ... Es scheint, dass wir nur noch die Wahl haben unter der Herrschaft von kranken Hirnen oder Genmonstern zu leben ..."
Lara, leise: "Wofür wird es sich entscheiden?"
Antara, leise: "Es hat sich schon entschieden. Es macht jetzt Genville News. Es wird zu uns zurückkommen."
Meer wundert sich: "Warum wollt ihr, dass sie zurückkommt? Sie giftet euch dauernd an und macht euch runter."
Lara: "Das ist wertvoll."
Meer: "H??"
Antara: "Iris h?lt uns ein Spiegel vor. Indem es uns als Monster betrachtet, macht es uns bewusst, mit welchem Macht wir spielen. Und dass jedes Dummheit sich zu einem monstr?sen Fehler auswachsen kann."
Meer protestiert: "Aber sie beleidigt euch fortw?hrend!"
Antara: "Definiere 'beleidigen'."
Meer ist verblüfft, ...
... versucht dann eine Erl?uterung: "?hm ... ja ... Natürliche respektieren das Bild, das sie vom anderen haben. Wenn dieses Bild durch eine Beschimpfung schlecht gemacht wird, sinkt der Respekt der anderen, weil sie vor einem schlechten Bild weniger Achtung haben. Das ist für den Betroffenen sehr schmerzhaft. Deshalb wehren sich Natürliche vehement gegen Beleidigungen. Manchmal bis zu Mord und Totschlag."
Antara: "Wir respektieren das Existenz, nicht das Bild. Aber du kannst dich selber beleidigen, indem du Schmerzen erzeugst."
Meer, mit schmerzlichem L?cheln: "Das hat gesessen."
Kinoleinwandwesen: "Das Aufzeichnung ist hier abgebrochen, aber es gibt noch ein weiteres."
Aladan ruft: "Abspielen!"
Es ist zu sehen, wie Piri und Meneor vorsichtig den Warenlift verlassen, der von der Glasr?hre auf die Ebene von Lapsus' Labor führt. Iris kommentiert aus dem Off: "Wir sind jetzt in dem Stockwerk, wo sich Lapsus' Labor befindet."
Meneor und Piri gehen wachsam voran durch R?ume und G?nge, ...
... bis sie vor einer Tür z?gern.
Meneor ?ffnet vorsichtig die Tür und zieht die Luft schnuppernd durch die Nase ein.
Meneor flüstert: "Im Labor sind Nutzwesen. Lapsus und Ili fehlen."
Meneor und Piri, hinter ihnen Iris betreten, aus der Perspektive von Ewald "gefilmt", vorsichtig das Labor ...
... und sehen schon aus einiger Entfernung das Tankwesen, ein Bioskop, eine Trage und Hilfsorgane, die alle an Rohre gekettet sind.
Hilfsorgane ruft: "Das ist ein Falle! Die Guards haben in Tank ein Bombe versteckt!"
An der Decke ist eine überwachungskamera zu sehen, die sich eben gerade auf die Ank?mmlinge richtet.
Wieselflink drehen sich Meneor und Piri um und hechten auf Ewald und Iris zu, w?hrend die Nutzwesen von der Bombe zerfetzt werden.
Der Bildschirm wird schwarz. Im Publikum ist es totenstill.
Wagon ruft ernst zum Leinwandwesen hinab: "Bibliothekswesen, kannst du Ewalds Wisperfelder noch spüren? Ist es am Leben?"
Leinwandwesen: "Bibliothek sagt, es sei bewusstlos, wache aber gleich auf."
Wagon, erleichtert: "Gut, dann haben es die andern wohl auch geschafft."
Auf dem Leinwandwesen ist im flackernden Licht einer Messerfackel der unscharfe Umriss von Piris Kopf zu sehen. Piri liegt bewusstlos auf Ewald.
Ewalds Blick klart auf, sodass er Piri auf sich liegen sieht. Eine Stimme aus dem Off: "Mach dir keinen Kopf. Deine Monsterliesel lebt."
Ewald sieht Iris, die mit der Messerfackel in der Hand dasitzt und sich bereits von Meneor befreit hat, dessen schlaffer K?rper neben ihr liegt. Ewald: "Und dein Monsterfreund, lebt er?"
Iris, geringsch?tzig: "Pah, der macht seinen Sch?nheitsschlaf. Den kann sowieso nichts totkriegen."
Ewald, aus dem Off: "Sie haben uns mit ihren K?rpern beschützt. Sonst w?ren wir jetzt tot."
Iris schaut Ewald mit grossen Augen lange an. Sie scheint erst allm?hlich zu begreifen, was hier abgelaufen ist.
Ewald betrachtet die Trümmer der überwachungskamera, die von der Decke h?ngen und sagt aus dem Off: "Mit dieser überwachungskamera haben die Guards uns entdeckt und dann die Bombe ferngezündet."
Iris, nüchtern: "Dann kommen sie bald nachsehen und wir sind tot."
Ewald, aus dem Off: "Nein, jetzt sind wir an der Reihe."
Iris, etwas verwirrt: "Womit?"
Ewald: "Die beiden zu beschützen."
Iris lacht unfroh "Hahaha".
Eine Stimme aus dem Off l?sst Iris erstarren: "Da sind sie!"
Angst zeigt sich auf Iris' Gesicht. Gleichzeitig arbeitet ihr Verstand schnell und eiskalt, ...
... sodass sie eines von Meneors Messern ergreift, ...
... es an die Lippen führt und ihm "Zisch, Bumm" zuflüstert, ...
... um es wie einen Dartpfeil mit zwei Fingern in Richtung der fremden Stimme zu werfen.
Mit der Kraft seines Raketenstrahls bohrt sich das Messer in die Brust des heranstürmenden Guards, ...
... wo es explodiert und den Guard zerfetzt, sodass auch der zweite Guard, der dicht hinter dem ersten rennt, von der Wucht der Druckwelle t?dlich getroffen wird.
Als ob ein D?mon von Iris Besitz ergriffen h?tte, blitzt aus ihren Augen eine Mischung aus lodernder Wut und eisiger Entschlossenheit, wie sie aufsteht, ...
... zu den Guard-Leichen rennt, immer "gefilmt" von Ewald, der ihr auf den Fersen bleibt, ...
... sich eine Maschinenpistole schnappt ...
... und zur Tür hinausrennt, durch welche die Guards gekommen sein müssen.
Lautlos bewegt sich Iris eine Treppe hoch.
Weiter oben sind Stimmen zu h?ren: "Was war diese zweite Explosion?", "Na, unsere Kameraden machen sich einen Spass daraus, die Monster mit Handgranaten in kleine Stücke zu zerlegen.", "Hahaha.".
Iris zieht sich auf der Treppe splitternackt aus, ...
... verbirgt die Maschinenpistole hinter ihrem Rücken, indem sie die Arme so h?lt, als ob sie gefesselt w?ren, ...
... und betritt den Raum, wo vier Guards und eine Menge überwachungsbildschirme stehen, mit den Worten: "Helft, mir, die Monster haben mich gefesselt!"
Beim Anblick der nackten Frau fallen den Guards die Augen aus dem Kopf und für einen Moment sind sie so verblüfft, dass sie einfach nur verharren.
Immer "gefilmt" aus Ewalds Perspektive, reisst Iris ihre Maschinenpistole nach vorn ...
... und durchl?chert die entsetzten Guards, die nicht mehr zum Reagieren kommen.
Iris dreht sich um zu Ewald. Ihr vor Wut und Mordlust verzerrtes Gesicht ist erschreckend. Aus dem Publikum ist zu h?ren: "Ah", "Uh", "Das soll unsere souver?ne Iris sein?".
Iris dreht sich wieder um und stapft wie ein Rachegeist durch den Raum mit schussbereiter Maschinenpistole.
Iris zuckt herum und legt an.
Ewalds Kamerablick sucht, was Iris gesehen hat, und entdeckt einen K?fig, in dem der ?ngstlich l?chelnde Lapsus steht und die aufmerksam schauende Ili am Boden sitzt. Lapsus: "Hallo, Iris, willst du uns erschiessen?"
Auf Iris' Gesicht scheint es zu flackern, weil die Mord lüsterne Killerin mit der kühlen Reporterin um die Vorherrschaft k?mpft.
Schliesslich siegt die Reporterin, welche die Waffe sinken l?sst und seltsam tonlos sagt: "Die Aufgabe einer Reporterin ist es, festzuhalten und zu kommentieren, und nicht, aktiv in das geschehen einzugreifen."
Ein Schlüssel fliegt von Ewald auf den K?fig zu und Ewalds Stimme ist zu h?ren: "Trotzdem werden wir jetzt nicht festhalten, wie Lapsus und Ili im K?fig verhungern."
Lapsus und Ili stehen ausserhalb des K?figs. Von Ili ist immer noch nur die Vorderseite zu sehen. Ewalds Hand ist im Bild, mit der er Iris ihre Kleider hinstreckt. Iris wirkt entrückt, als gehe sie nichts etwas an, ...
... realisiert aber beim Anblick der Kleider entsetzt ihre Nacktheit, ...
... schl?gt blitzschnell Lapsus und Ewald ins Gesicht und ruft: "Was gafft ihr mich an, du billiges Monster und du geifernder Kamerawichtel?!"
Wagon ruft: "Zum Glück, Iris ist zurück!"
Antara, erleichtert: "Ja, das ist gut. Es hat mir Angst gemacht."
Meer, zu Antara: "Aber du weisst doch, dass in allen Natürlichen ein blutrünstiges Monster steckt. Die Frage ist nur, wann es hervorbricht."
Aladan: "Ja, bei Meneor geht es viel lockerer zu. Das murkst die Guards ganz ohne Blutdurst, mit einem L?cheln ab."
Weil niemand so recht weiss, was von Aladans Bemerkung zu halten ist, herrscht ratloses Schweigen im Publikum.
Auf der Leinwand ist Ili zu sehen, wie sie ihren Rücken zeigt und sagt: "Lapsus hat mit den neuen Nutzwesen mein Rücken geflickt ..."
Ili hat sich wieder umgedreht und erz?hlt mit kindlicher Freude: "Ich bin jetzt auch ein sch?nes Frau und kann Lapsus viel Freude machen mit meinem K?rper."
Iris verdreht die Augen: "Wir sind hier in Lebensgefahr und ihr Monster redet von Sex!"
Iris, ernst: "übrigens, die Nutzwesen ..."
Ili, fr?hlich: "Ja, die Nutzwesen sind jetzt meine Freundlichen. Sie sind so lustig, wenn sie Lapsus verspotten. Wir haben viel Spass."
Ilis betroffenes Gesicht ist gross auf der Leinwand zu sehen, w?hrend Iris' Worte aus dem Off zu h?ren sind: "Die Nutzwesen sind tot. Die Guards haben sie gesprengt."
Tr?nen laufen über Ilis Gesicht, wie sie leise fragt: "Aber warum ...?"
Die Leinwand wird weiss. Das Publikum schweigt ergriffen.
Lara, bekümmert von Ilis Schmerz: "Puh, spürt ihr's? Ili wird unser Blut zum Kochen bringen."
Wagon, wie Lara: "Ja, ich glaube auch."
Estragon protestiert: "Ili hat eben ein schweres Verlust erlitten und ihr unterhaltet euch darüber, welches es zuerst vernaschen darf."
Lara, Hisch und Wagon denken erstaunt: 'Haben wir das?'
Yon: "Ich denke, Meneors und Piris Mission wird erfolgreich sein. Sie bringen uns Iris und Ewald zurück und zwei neue Mitglieder von Genville, womit wir beim Thema sind: Genville w?chst und damit es nicht wuchert, schlage ich vor, Martin zum Stadtpr?sidenten von Genville zu w?hlen."
Das Publikum ist verblüfft. Martin ist nicht wohl bei der Sache.
Aladan, sp?ttisch: "Kompliment, du kannst schon ebenso chaotisch das Thema wechseln wie wir."
Hisch, kritisch: "Und was hat das Herr Stadtpr?sident für ein Aufgabe?
Yon: "Gesetze vorschlagen, den Aufbau der Stadt organisieren, damit alles seine Ordnung hat und wir nicht einen Punkt erreichen, wo wir im Chaos versinken."
Chromos 5: "Gesetze dienen dazu, die negativen Auswirkungen ungeeigneter Bedürfnisstrukturen zu begrenzen. In Genville aber versuchen wir unsere Bedürfnisstrukturen dahin gehend zu optimieren, dass wir von selbst meistens das Richtige tun, ganz ohne Gesetze."
Meer wirft ein: "Und was ist mit eurem 'Mehr Freude. Weniger Schmerz.'? Das ist doch auch ein Gesetz."
Chomos 5: "Das ist kein Gesetz. Es ist nur dass Essenz unseres Bedürfnisstruktur ..."
Antara: "... in vier Worten auf das Punkt gebracht."
Yon: "Martin, Meer, Iris, Ewald und ich leben auch in Genville mit natürlicher Bedürfnisstruktur. Was ist, wenn noch mehr Natürliche hier Zuflucht suchen?"
Meer protestiert: "?hm, das ist nicht ganz wahr ..."
Meer, mit schmerzlichem L?cheln: "Ich habe mein sadistisches Bedürfnis schon vor einiger Zeit von Ambellmi entfernen lassen."
Lara, erstaunt: "Oh, warum hast du uns das nicht früher gesagt?"
Meer, wie oben: "Nun ja, es war nicht leicht, auf mein k?stlichstes Vergnügen zu verzichten."
Martin, angewidert: "'K?stlichstes Vergnügen' ... ekelhaft."
Hisch, misstrauisch: "Und das hast du ganz freiwillig gemacht?"
Meer, mit gespielter Entrüstung: "Natürlich, was denkt ..."
Antara, etwas abwesend, weil sie sich aufs Gedankenlesen konzentriert, ruhig: "Das ist nicht wahr. Ambellmi hat Meer vor das Wahl gestellt, auf sein Sadismus zu verzichten oder Ambellmi würde uns erz?hlen, dass es eben ein kleines Dorf zu Tode gefoltert hat."
Meer h?lt sich die H?nde an den Kopf und protestiert: "He, in den Kopf schauen gilt nicht."
Das Publikum betrachtet Meer unfroh bis kritisch.
Yon, etwas düster: "Wie es scheint, hat Ambellmi das Gesetz vertreten, das Natürliche offensichtlich brauchen."
Chromos 5, mit hellem Blick, weil er die L?sung gefunden hat: "Nein, Ambellmi hat das Behandlung aufgezeigt, welches Natürliche offensichtlich brauchen ..."
Chromos 5 referiert: "Was in Genville leben will, muss sein Bedürfnisstruktur wandeln, sodass kein Gefahr mehr für das Allgemeinheit besteht."
Estragon, kritisch: "Unser Radikalphilosoph."
Wagon: "Na immerhin br?uchten wir dann keine Gesetze. Und so radikal ist das nicht. Es braucht ja niemand her zu kommen, das das nicht will."
Aladan: "Wenn Genville über das ganze Erde wuchert, wird dieses Wahl bald nicht mehr bestehen."
Yon, ernst: "Womit wir wieder beim Stadtpr?sidenten w?ren. Er braucht ja keine Gesetze zu erlassen. Er soll einfach dafür sorgen, dass Genville überschaubar und gemütlich bleibt."
Lara, lachend: "Dann w?hlen wir Martin doch zum Gemütlichkeitsverwalter."
Kichern im Publikum.
Wagon, zustimmend: "Wir kümmern uns um das Wissenschaft, Martin um das Gemütlichkeit. Ich w?hle Martin zum Gemütlichkeitsverwalter."
Publikum: "Ich auch, ich auch."
Yon schl?gt sich die Hand an den Kopf. Meer grinst. Martin ist erschüttert, ...
... erhebt sich dann und sagt geknickt: "Ich nehme diese Wahl zum Hofnarr dankend an."
Kichern und Lachen.
Wie sich die Versammlung aufl?st, bleiben Yon und Martin zurück.
Yon wirft Martin einen scheuen Blick zu und sagt: "Das wollte ich nicht."
Martin schaut Yon an und sagt gefasst: "Hast du etwas anderes erwartet?"
Yon geht bedrückt weg.
Martin schaut Yon nach und denkt: 'Auch eine verlorene Seele.'
Szeneanfang:
Am frühen Nachmittag ?ffnet Meneor die Augen und sieht verschwommen ein Gesicht mit scharfen Eckz?hnen auf sich herab schauen.
Reflexhaft schiesst Meneors Hand nach oben, sodass sich sein Daumen in Ilis Mund versenkt und die Handfl?che sich auf ihr Gesicht legt.
Ili hat den bewusstlosen Meneor auf ihren Armen vor sich her getragen, stellt ihn nun auf die Füsse und fragt mit Meneors Hand im Gesicht: "Walum tuft du daf?"
Sie befinden sich in der Glasr?hre, die durch den S?uregraben führt.
Meneor steht vor der zierlichen Ili, zieht seine Hand aus ihrem Gesicht und sagt l?chelnd: "Damit du mich nicht beissen kannst mit deinen Giftz?hnen."
Ili schweigt und schaut Meneor mit grossen, bewundernden Augen an.
Meneors besorgter Blick f?llt auf Piri, die immer noch bewusstlos in Lapsus' Armen liegt.
Lapsus, mit beruhigendem L?cheln: "Keine Sorge, ihm fehlt nichts."
Meneor, l?chelnd: "Das ist gut."
Iris seufzt mit gequ?ltem Blick nach oben: "Wie schlicht die Welt doch sein kann, wenn du ein Genmonster bist."
Ewald, dunkel: "Das hilft wohl entscheidend beim überleben ... Angesichts all der Grausamkeit ..."
Iris, grimmig: "Wirfst du mir etwa vor, dass ich die Guards abgeknallt habe?"
Ewald, gequ?lt: "Ach Iris, denkst du, ich k?nne das Massaker an den Flüchtlingen einfach so wegstecken?"
Iris, dunkel: "Denkst du, ich k?nne das?"
Ewald ist überrascht, dass Iris mal nicht Hans Harts Linie vertritt.
Ili fasst Meneors Hand und sagt mit scheuem L?cheln: "Komm!"
Aus einiger Entfernung ist zu sehen, wie die kleine Karawane, in einem riesigen Untergeschoss verloren wirkend, ihren Weg nach oben sucht.
Szeneanfang:
Gegen Abend in Genville. Sokrates, Kafka und Beckett sind dabei, Genville zu verlassen und in die Wüste zu rennen. Kafka: "Wohin gehen wir, Sokrates? In dem Wüste gibt's kein L?cheln."
Sokrates: "Doktor Meer hat gesagt: 'Es ist nicht gut, sich nur auf das Pilzwesen zu verlassen. Geht in das Wüste und seht, ob Genville ein Gefahr droht!'"
Beckett: "Wie sieht ein Gefahr aus? Ich habe noch nie eines gesehen."
Kafka: "Es wird etwas sein, das sich von dem Wüste unterscheidet."
Sokrates: "So wie wir uns von dem Wüste unterscheiden? Dann sind wir auch ein Gefahr?"
Beckett: "Sollen wir uns jetzt gegenseitig vernichten?"
Kafka: "Nein, wenn wir vernichtet sind, erhalten wir kein L?cheln mehr."
Beckett: "Vielleicht will das Gefahr auch nur L?cheln. Und wenn es vernichtet ist, bekommt es keines mehr."
Sokrates: "Wir sollen nicht vernichten, nur schauen und melden."
Donnernd rennen die Grossdois durch die Wüste. Die einzigen Lebewesen, denen sie begegnen, sind die m?chtigen B?ume von Estragons Wald.
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Nach etlichen Kilometern erscheint der Mond und taucht Estragons Wald in sein hartes Silberlicht.
Kafka ruft: "Stopp!", was die Grossdois zu sofortigem Stillstehen veranlasst.
Kafka: "Da vorne ist ein Unterscheidung."
Beckett marschiert los und sagt: "Dann sehen wir es uns an."
Sokrates: "Und wenn es ein Gefahr ist?"
Beckett bleibt stehen und sagt: "Dann wissen wir, wie es aussieht."
Sokrates: "Aber ist ein Gefahr nicht gef?hrlich, sodass wir uns ihm vorsichtig n?hern sollten?"
Die drei Grossdois schauen sich unschlüssig an. Beckett gibt zu bedenken: "Ich dachte, ein Gefahr ist nur gef?hrlich für die mit Wasser gefüllten Eiweisss?cke."
Sokrates: "Gibt es für uns nicht auch Kr?fte, die uns vernichten k?nnen und also ein Gefahr darstellen?"
Kafka: "Ein Gefahr ist ein Situation, die mit dem Gefühl Angst verbunden ist. Angst kennen nur die Eiweisss?cke, wir nicht. Also gibt es für uns kein Gefahr."
Sokrates: "Ist es uns denn egal, wenn wir vernichtet werden?"
Beckett: "Ja und nein. Wir haben keine Gefühle, die uns das Bedeutung des Lebens spüren lassen. Also ist es egal, wenn wir erl?schen. Unser programmiertes Bedürfnisstruktur l?sst uns jedoch darauf achten, dass wir nicht besch?digt werden, Abwechslung haben und vor allem viel L?cheln bekommen. Also werden wir uns nicht einfach so einstampfen lassen."
Lautes Krachen von Holz ist zu h?ren. Kafka ruft: "Weg hier!"
Sokrates und Beckett rennen Kafka nach. Hinter ihnen stürzt einer von Estragons B?umen mit laut brechenden ?sten um, ...
... bis der m?chtige Stamm mit dumpfem "Wumm" die Erde zum Erzittern bringt.
Die Grossdois betrachten den gef?llten Baum. Kafka: "Bestimmt ist das F?llen von Estragons B?umen ein Gefahr für die Eiweisss?cke."
Beckett: "Melden wir es Doktor Meer."
Sokrates: "Wer tut das und warum?"
Kafka: "Sehen wir nach ... m?glichst lautlos."
So leise wie m?glich auftretend, schleichen die Grossdois auf die Stelle zu, wo der gef?llte Baum gestanden hat.
Die Grossdois ersp?hen eine merkwürdige Szene. Als würden sie eine Zeremonie abhalten, stehen um den Baumstumpf herum vielleicht ein Dutzend mannsgrosse Kakteen ?hnliche Figuren. Kopf, Leib, Beine und Arme sind zylinderf?rmig. Weder Füsse noch H?nde sind zu erkennen, noch scheinen sie ein Gesicht zu haben. Ihre Haut ist pflanzenartig grün und glatt. Reglos stehen sie da, als w?ren sie angewachsen. Kein Laut ist zu h?ren. Der Baumstumpf und das abgebrochene Ende des Baumstammes sehen aus, als bestünden sie aus Wachs, das jemand mit einer Flamme zum zerfliessen gebracht hat.
Im Rücken der Grossdois ist wieder das Knacken brechender ?ste und das dumpfe "Wumm" eines aufschlagenden Baumstammes zu h?ren. Etwas weniger laut, weil die B?ume an die zwei Kilometer Abstand zueinander haben. Unschlüssig schauen sich die Grossdois an.
Kafka: "Wenn wir zum n?chsten umgestürzten Baum rennen, werden wir dasselbe Bild sehen und nicht wissen, was geschehen ist."
Beckett beobachtet wieder die Kakteenwesen und sagt: "Dann warten wir, bis sich dieses Bild ?ndert."
Die Kakteenwesen nicht aus den Augen lassend, verharren die Grossdois wie in Stein gemeisselt, ...
... sodass auch das entfernte Krachen eines weiteren Baumes sie in ihrer stoischen Ruhe nicht erschüttern kann.
Eines der Kakteenwesen hebt ein Bein und es ist zu sehen, wie eine Art Wurzelwerk sich aus dem Boden zurückzieht und in dem fusslosen Beinstumpf verschwindet.
Auch die anderen Kakteenwesen bewegen ihre Beine auf dieselbe Art. Beckett: "Das Bild ?ndert sich."
Sokrates: "Und was schliessen wir daraus?"
Kafka: "Sie k?nnen laufen, ern?hren sich aber mit Hilfe von Wurzeln aus dem Boden."
Beckett: "Das erkl?rt, warum sie sich so lange nicht bewegt haben."
Sokrates: "Und wie haben sie das Baum gef?llt?"
Beckett: "Wenn sich das Bild weiter bewegt, sehen wir es."
Pl?tzlich wuseln die Kakteenwesen überraschend rasant auf die Grossdois zu. Kafka: "Sie greifen uns an. Sollen wir sie vernichten?"
Sokrates: "Wie willst du wissen, wie es weitergeht, wenn du das Bewegung des Bildes so abrupt zum Stillstand bringst?"
Die Kakteenwesen bilden einen Kreis um die Grossdois. Kafka: "Und wenn sie uns f?llen wie B?ume?"
Beckett: "Wir werden sie vorher verdampfen."
Der Kreis der Kakteenwesen hat sich so dicht zusammengezogen, dass sie die Grossdois nun berühren k?nnen.
Es sieht irgendwie putzig aus, wie die Kakteenwesen mit ihren Armstümpfen, die entfernt an Stoffpuppenarme erinnern, an den Grossdois herumzutasten beginnen.
Aus der glatten Pflanzenhaut zucken unz?hlige mehrere Zentimeter lange Nadeln, die sich ?hnlich wie ein Bienenstachel in die Haut zurückziehen k?nnen.
Seltsam z?rtlich streicheln die Kakteenwesen die Grossdois mit ihren Nadeln. Sokrates: "Streicheln die uns mit ihren Nadeln? Und ist dies ein Ausdruck des Zuneigung?"
Beckett: "Dem Baum hat dieses Zuneigung nicht gut getan."
Unvermittelt wuseln die Kakteenwesen davon. Kafka: "Haben die uns jetzt untersucht oder wollten sie uns umbringen?"
Beckett: "Das ist vielleicht dasselbe."
Beckett rennt den Kakteenwesen nach mit den Worten: "Das Bild bewegt sich weiter."
Nun, da sie entdeckt sind, brauchen sich die Grossdois nicht mehr zu verstecken. Stampfend verfolgen sie die Kakteenwesen, welche sich dem n?chsten Riesenbaum n?hern.
Flink umstellen die Kakteenwesen den m?chtigen Stamm ...
... und beginnen sogleich, ihn mit ihren Armstümpfen zu "streicheln".
Kaum berühren die Nadeln der Kakteenwesen die Baumrinde, f?ngt diese an zu "schmelzen".
So bildet sich ein Schmelzkreis um den Stamm, ...
... der sich unter den fortw?hrenden Berührungen der Kakteenwesen verbreitert und vertieft.
Schweigend schauen die Grossdois zu, wie der Baumstamm durchschmilzt, als w?re er eine dicke Kerze, die von der Flamme eines Schweissbrenners gef?llt wird.
Wie der Stamm genug geschw?cht ist, bricht der Mittelteil ...
... und der gewaltige Stamm beginnt mit majest?tischer Langsamkeit zu fallen.
Die in der Fallrichtung stehenden Kakteenwesen bringen sich seitlich in Sicherheit, ...
... um sich gleich wieder an den Baumstumpf zu stellen, w?hrend der Baum mit lautem Krachen zu Boden f?llt.
Aus den Beinstümpfen der Kakteenwesen schiessen ihre Wurzeln, ...
... worauf sie unbeweglich dastehen wie Wachsfiguren.
Beckett: "Sollten wir sie vernichten, bevor sie Estragons Wald zerst?rt haben?"
Sokrates: "Mein 'logisches Naivit?t' hat schon Tanja vernichtet. Wir sollten doch nichts t?ten, ausser die Genvilles sagen es uns."
Kafka: "Wir sollen nur keine Genvilles t?ten ... Aber wir fragen besser, sonst gibt's vielleicht kein L?cheln mehr."
Sokrates steht neben dem gef?llten Baum und l?sst eine Probe des geschmolzenen Holzes in seine Handfl?che fliessen. Sokrates: "Wir erz?hlen, was wir wissen, und bringen ihnen ein Probe des kaputten Holzes. Dann k?nnen sie entscheiden."
Beckett hebt seinen Fuss und l?sst ihn bis dicht über den Kopf eines Kakteenwesens herabsinken. Kafka: "Was tust du?"
Beckett: "Schauen, was geschieht. Es scheint ihm egal zu sein, dass es gleich eingestampft wird."
Kafka betrachtet die Situation, sinnierend: "Ja, das ist seltsam. Ein normales Eiweisssack würde jetzt davonlaufen."
Beckett: "Vielleicht sind es bewegliche Pflanzen. Wurzeln haben sie ja. Vielleicht kennen sie kein Furcht."
Die Grossdois machen sich auf den Rückweg nach Genville. Sokrates: "Aber was ich nicht verstehe ... Warum hat das Pilzwesen sie nicht aufgegessen?"
Szeneanfang:
Piri ist wieder auf den Beinen. So wandern Meneor, Piri, Iris, Ewald, Lapsus und Ili durch die Kellerr?ume eines Krankenhauses. Ewald: "Es ist nach Mitternacht. Der Zeitpunkt ist günstig, um sich nach oben zu schleichen."
Iris drückt einen Liftknopf: "Nehmen wir den Lift. Ich bin müde."
Piri wendet ein: "Und wenn die Lifttüren aufgehen und vor uns stehen zwanzig Leute?"
Iris betritt den Lift: "Allein werde ich nicht auffallen. Und wenn die Luft rein ist, hole ich euch."
Ewald, mit Blick auf die Lifttür, die sich geschlossen hat, unbehaglich: "Warum habe ich das dumme Gefühl, dass Iris abhauen will?"
Piri, sinnierend: "Vielleicht weil du eben viel Schlimmes erlebt hast und deshalb nur noch Entt?uschungen erwartest?"
Ewald denkt darüber nach und schaut Piri mit einem langen, etwas unglücklichen Blick an.
Meneor: "Die Guards erschiessen Iris, wenn sie es sehen. Wohin will es gehen?"
Ewald, unglücklich: "Iris ist raffiniert und egozentrisch. Sie k?nnte uns ans Messer liefern, damit sie wieder Natural News Reporterin sein darf."
Meneor, analytisch: "Dann werden zwei Guards aus dem Lift kommen und je ein Gruppe von beiden Enden des Ganges. Piri und ich bewachen je ein Gangseite und das Lift. Ihr stellt euch zwischen uns."
Piri und Meneor stehen Rücken an Rücken, dazwischen Ewald, Ili und Lapsus, und beobachten ihre Gangseite. Sie halten ein Messer wurfbereit über ihrem Kopf, mit dem sie sofort die Guards im Lift bek?mpfen k?nnten.
Wie Iris den Lift verl?sst und die Kampfhaltung sieht, kommentiert sie trocken: "Macht ihr jetzt auf Denkmal oder hat eure geistige Gesundheit noch mehr gelitten durch meine Abwesenheit?"
Piri, ohne sich zu bewegen: "Ewald glaubt, dass du uns an die Guards verraten hast, um wieder Reporter sein zu k?nnen."
Ewald ist nicht wohl dabei, so bloss gestellt zu werden.
Iris l?chelt ver?chtlich, w?hrend sie Meneor das Messer aus der Hand nimmt, ...
... die Messerspitze an seinen Bauch drückt und sagt: "Schau nach!"
Meneor versteht nicht.
Iris, energisch: "Schau nach, was ich oben gesehen und gemacht habe! Und wenn du mehr in meinem Gehirn rum stocherst als unbedingt n?tig, werde ich dir den Bauch von unten bis oben aufschlitzen."
Meneor schliesst die Augen, um sich auf Iris zu konzentrieren. Ili sagt leise zu Piri, die ihre Kampfhaltung auch aufgegeben hat: "Wie kann es denn nachschauen?"
Piri erl?utert: "Meneor hat ein Feldsinn, mit dem es auch Wisperfelder wahrnehmen kann. So kann es Bilder in deinem Gehirn sehen und Worte h?ren ..."
Piri, schw?rmerisch: "Das macht es zu einem vollkommenen Liebhaber, denn es spürt immer, was du brauchst ..."
Ili ist beeindruckt ...
... und sagt mit kindlichem Ernst: "Oh, das muss ich ausprobieren."
Piri l?chelt süss: "Ja, das musst du."
Ili betrachtet mit grossen, staunenden Augen Piris wundersch?nes Gesicht und sagt: "Du bist so süss, Piri ..."
Ili küsst Piri z?rtlich auf den Mund: "Darf ich dich auch ausprobieren?"
Piri, z?rtlich: "Ja."
Iris wettert beim Anblick der küssenden Frauen: "Warum kennt ihr keine Grenzen? Ob M?nnlein oder Weiblein ist euch egal. Von Eifersucht keine Spur ..."
Iris wettert und fuchtelt mit dem Messer, zu Ili, du nun erstaunt guckt: "Wenn du dich an meinen Freund ran machen würdest, würde ich dich in Stücke hauen."
Ili, ohne jede Boshaftigkeit, v?llig naiv: "Aber du hast ja gar kein Freund."
Das verschl?gt Iris die Sprache. Mit offenem Mund starrt sie Ili an, ...
... um sich abzuwenden und mit hoch gerecktem Messer zu schreien: "Aaahhh, ihr Monster!"
Obwohl ihm nicht zum Lachen ist, muss Ewald kichern.
Meneor, grinsend: "Ich habe in Iris' Gehirn geschaut. Da war ..."
Blitzschnell hat sich Iris umgedreht und h?lt Meneor das Messer an den Hals. Meneor, grinsend: "?hm, da waren keine Guards ... nur ein leeres Gang."
Ewald geht auf den Lift zu: "Dann nichts wie hoch."
Sie haben den Lift verlassen und stehen in einem Krankenhausgang, der fensterlos ist, weil er zu einem Untergeschoss geh?rt.
Am einen Ende des Ganges ist eine grosse Tür, auf die sie nun, mit Meneor an der Spitze, zugehen.
Alle sp?hen durch die halb ge?ffnete Tür und sehen einen schwach erleuchteten Pathologie-Raum, in dem ein paar Seziertische stehen und die eine Wand vollgepackt ist mit Kühlschubladen zur Leichenaufbewahrung. In der Mitte des Raumes steht eine Art gl?serner Sarg auf einem fahrbaren Tisch. In dem Sarg liegt ein bleiches, etwa achtj?hriges M?dchen mit geschlossenen Augen. Neben dem Sarg stehen ein Tropf sowie ein überwachungsger?t mit Monitor. Schl?uche und elektrische Leitungen führen in den Sarg hinein zu dem M?dchen. Neben dem Sarg sitzt eine junge Frau. Sie hat ihre Arme auf den fahrbaren Tisch gelegt und den Kopf auf die Arme gebettet.
Meneor will die Tür zuziehen und sagt: "Da geht es nicht weiter."
Zum Erstaunen der andern hindert Lapsus Meneor schweigend am Schliessen der Tür ...
... und betritt mit ernster Miene den Raum, wo er zielstrebig auf den Glassarg zugeht.
Lapsus steht neben dem Sarg und betrachtet das bleiche Gesicht des M?dchens.
Ili, Iris und Ewald sind auf halbem Weg zum Glassarg, wie eine Stimme aus dem Off sie ablenkt: "Was tun Sie hier? Sind Sie Angeh?rige?"
Ein junger Arzt hat den Raum betreten und die Tür hinter sich geschlossen. Er sieht Piri und Meneor nicht, die sich kampfbereit links und rechts der Tür postiert haben. Der Arzt marschiert auf den Glassarg zu und sagt ver?rgert: "Ich habe ihr doch gesagt, dass sie schweigen soll."
Iris fixiert den Arzt mit dem Jagdinstinkt der Reporterin und fragt streng: "Warum liegt die Kleine in der Pathologie, obwohl sie noch lebt?"
Ewald denkt: 'Kamera start!' und beginnt das Interview aufzuzeichnen.
Der Arzt windet sich: "Was sollte ich tun? Die drei Monate sind abgelaufen. Ich müsste das Kind sterben lassen. Aber die Mutter hat gedroht, sich umzubringen ..."
Iris, streng: "Was heisst 'Die drei Monate sind abgelaufen'?"
Arzt, unbehaglich: "Kommandant Hart hat befohlen, alle Kranken, die nach drei Monaten nicht wieder auf den Beinen sind, entweder sterben zu lassen oder zu t?ten. Dadurch sollen Gene, die zu chronischen Krankheiten führen, besser ausgemerzt werden. Und wir sparen enorme Pflegekosten."
Da ist sogar Iris sprachlos, ...
... fasst sich aber schnell und fragt: "Und was sagt der Arzt in Ihnen dazu?"
Arzt, gequ?lt: "Alle ?rzte, die sich gegen die neue Regelung gewehrt haben, sind erschossen worden. Es gibt also nur noch ?rzte, die sie befolgen oder eben keine mehr."
Der Arzt stellt sich an den Glassarg und betrachtet sorgenvoll das Kind. Lapsus fragt: "Was hat es?"
Der Arzt erl?utert: "Sie ist wegen einer Leberentzündung ins Koma gefallen. Wir haben um sie gek?mpft. Die Entzündung ist besiegt, aber die Leber ist stark geschw?cht. Wir wissen nicht, ob sie durchkommt."
Iris: "Und warum bekommt sie keine Ersatzleber?"
Arzt, gequ?lt: "Kommandant Hart hat Organtransplantationen verboten. Er will saubere Gene, die selber überlebensf?hig sind."
Lapsus ?ffnet mit der einen Hand den Glassarg und greift mit der anderen in seine Kleidung. Lapsus, ernst: "Dann geben wir ihr doch saubere Gene, die selber überlebensf?hig sind."
Arzt, erschrocken: "Was tun Sie?"
Der Arzt will den ge?ffneten Glassarg wieder schliessen, ...
... da fegt ihn Lapsus mit einer ausholenden Armbewegung mühelos weg, ...
... sodass der Arzt mehrere Meter zurücktaumelt und zu Boden stürzt. Iris und Ewald sind verblüfft über diese unerwartete Reaktion von Lapsus.
Am Boden sitzend, schaut der Arzt verwirrt zu, wie Lapsus ein handtellergrosses, polypenartiges Regenerat hervorzieht ...
... und dieses dem M?dchen auf den Bauch legt.
Ili h?lt dem Arzt die Hand hin, um ihm beim Aufstehen zu helfen, und sagt kichernd: "Wenn Lapsus heilen will, dann heilt es."
Der Arzt will die ausgestreckte Hand ergreifen, wie sein Blick auf Ilis lange Eckz?hne f?llt. Seine Bewegung gefriert und der Arzt denkt: 'Diese Z?hne! ... Was sind das für Leute?'
Die Mutter erwacht und sieht vor sich das M?dchen mit dem Regenerat auf dem K?rper, dessen Tentakel sich eben mit der Haut verbinden.
Erschrocken steht die Mutter auf und greift instinktiv nach dem bedrohlich aussehenden Regenerat, wobei sie ruft: "Nein! Ihr dürft meine Tochter nicht t?ten!"
Noch bevor ihre Hand das Regenerat erreicht, hat Lapsus sie am Handgelenk gepackt, ...
... welches er nun neben das Gesicht der Mutter hoch zieht, sodass sie sich ihm zuwenden muss. Lapsus, eindringlich: "Ihr Kind wird leben ..."
Staunend h?rt die Mutter Lapsus' Vortrag: "Dies ist ein Regenerat. Es wandelt die Gene jedes Zelle in Chromos 1 um. Dadurch k?nnen sich die Zellen beliebig regenerieren. Ihr Tochter wird nie mehr krank werden und ist unsterblich."
Der Arzt sitzt noch immer am Boden und schreit: "Nein! Das dürfen Sie nicht!"
Alle schauen ihn verblüfft an.
Der Arzt argumentiert voller Angst: "Wenn sie jemals heraus finden, dass das M?dchen Chromos 1 ist, werden sie wissen, dass ich es behandelt habe und dafür verantwortlich bin. Dann werfen sie mich in den S?uregraben. Das Kind ist wie eine Zeitbombe, die unter meinem Hintern tickt."
Ili, grübelnd: "Dann soll das Kind sterben, damit nichts in deinem Hintern tickt?"
Der Arzt windet sich: "Nein ... ?hm ... So habe ich das nicht gemeint ... Aber ..."
Lapsus, ernst: "Das Kind soll sterben, damit nichts in Ihrem Hintern tickt."
Vernichtet knickt der Arzt ein. Er ist verzweifelt und weiss nicht mehr, was er tun soll.
Der Arzt schaut auf und sagt leidend: "Offensichtlich leben Sie nicht in Natural City, sonst würden Sie mich verstehen. Die Menschen hier sind voller Angst. Und die Angst drückt all das Schlechte in uns nach draussen, sodass wir nur noch lügen, einander verraten und Tag für Tag grausamer werden, ohne es zu merken ..."
Iris, bitter: "Das haben wir am eigenen Leib zu spüren bekommen."
Meneor: "Warum k?mpft ihr nicht?"
Erschrocken dreht sich der Arzt nach Meneor und Piri um, die immer noch neben der Eingangstüre stehen und die er noch nicht bemerkt hat.
Der Arzt fasst sich, erhebt sich und erl?utert: "Wenn jemand seine Herrschaft so gefestigt hat wie Kommandant Hart, ist Kampf sinnlos."
Meneor: "Warum t?tet ihr Hart nicht einfach?"
Der Arzt erschrickt über Worte, die den Tod bedeuten, wenn ein Guard sie h?rt.
Arzt, unglücklich: "Der Herrschaftsapparat ist so eingerichtet, dass viele Leute davon profitieren. Wenn du ihm den Kopf abschl?gst, wird er sich einen neuen wachsen lassen, um nicht unterzugehen. Das geht immer so weiter. Nur eine starke Kraft von aussen kann diesen Machtapparat noch wegputzen."
Die Aufmerksamkeit aller richtet sich auf die Mutter, wie sie ruft: "Sie wacht auf!"
Das Regenerat hat sich aus dem M?dchenk?rper zurückgezogen und Lapsus l?sst es in seiner Kleidung verschwinden.
Die Wangen des Kindes haben etwas Farbe zurückgewonnen. Seine offenen Augen starren zur Decke. Es scheint Mühe zu haben, sich zu orientieren.
Der Arzt ruft vorwurfsvoll: "Sie hat vielleicht Hirnsch?den und wird jetzt den Rest ihres Lebens als Krüppel daliegen!"
Erschrocken schaut die Mutter hoch zu Lapsus.
Lapsus, ruhig: "Die Chromos 1 Gene werden auch gesundes Hirngewebe nachwachsen lassen. Im schlimmsten Fall hat es ein Teil seines Ged?chtnisses verloren."
?ngstlich schaut die Mutter auf ihr Kind, ...
... beugt sich behutsam über den Glassarg, damit das Kind ihr Gesicht sehen kann und sagt leise: "H?rst du mich? ... Siehst du mich? ..."
Der Blick der M?dchens wird klarer und es sagt: "Mama?"
Spontan umarmt die Mutter ihr Kind und sagt, weinend vor Freude: "Meine Kleine! Meine Kleine!"
Auch das Kind legt seine Arme um die Mutter und so bleiben sie eine Weile.
Behutsam legt die Mutter das M?dchen zurück, ...
... wendet ihr Glück strahlendes, Tr?nen nasses Gesicht Lapsus zu, ...
... sinkt ausser sich vor Glück vor Lapsus auf die Knie, fasst seine Hand ...
... und sagt, ihre Stirn an seine Hand pressend: "Sie sind ein Heiliger."
Ili legt Lapsus den Arm um die Taille, küsst ihn auf den Hals und sagt: "Ja, Lapsus ist ein Heilendes."
Arzt, Stirn runzelnd zur Mutter: "Sie sind sich bewusst, dass Sie sterben werden, sobald jemand entdeckt, dass Ihre Tochter Chromos 1 Gene besitzt?"
Die Mutter hat sich erhoben und erwidert dem Arzt bestimmt: "Jeder Tag, den wir jetzt noch erleben, ist ein Geschenk, das wir dankbar geniessen. Wenn der Tod kommt, werden wir ihn annehmen. Er hat seinen Schrecken verloren, denn in diesem Raum sind wir gestorben und wieder auferstanden."
Der Arzt schweigt hilflos. Niemand denkt an ihn und dass er vielleicht nicht so unerschrocken in den Tod zu gehen bereit ist.
Piri: "Kommen Sie doch mit nach Genville. Dort sind Sie in Sicherheit."
Mutter, abgekl?rt: "Nein, unserem Schicksal k?nnen wir nicht entfliehen."
Arzt, unsicher: "?hm, wo ist dieses Genville?"
Piri, l?chelnd: "Weit draussen in dem Wüste. Wir haben uns dort ein Siedlung aufgebaut."
Der Arzt stellt sich eine ?rmliche, trostlose Baracken-Siedlung in der Wüste vor und sagt wenig begeistert: "Aha."
Lapsus, zum Arzt, ernst: "Wir werden jetzt zu den Todgeweihten gehen. Würden Sie mich bitte führen?"
Arzt, überrascht: "Wozu?"
Lapsus, wie oben: "Wir werden sie alle heilen."
Arzt, schockiert: "Nein!"
Ili flüstert dem geschockten Arzt zu: "Hilf ihm lieber. Wenn es ums Heilen geht, versteht Lapsus kein Spass."
Lapsus geht auf den Arzt zu und sagt, keinen Widerspruch duldend: "Wenn Sie mich aufhalten wollen, wird Ili Sie beissen. Dann sind Sie in sp?testens drei Sekunden tot."
Der Arzt sieht voller Unbehagen, wie die neben ihm stehende Ili ihren Mund leicht ?ffnet, sodass die spitzen Eckz?hne etwas abstehen.
Missmutig setzt sich der Arzt Richtung Tür in Bewegung. Alle mit Ausnahme der Mutter, die nur noch Augen für ihr Kind hat, folgen ihm. Iris denkt: 'Drei Sekunden? ... Auch Ili ist ein t?dliches Monster, das sich bloss harmlos und unschuldig gibt.'
Wie sie die Pathologie verlassen haben und weiter durchs Spital gehen, f?llt Iris Ewalds starrer Blick auf und sie fragt: "Was schaust du so starr? Hat's dir die Sprache verschlagen?"
Noch bevor Ewald etwas sagen kann, hat Iris begriffen: "Ach so, du filmst ..."
Iris bringt sich in den Sichtbereich von Ewald und kommentiert: "Wir sind unterwegs zu den Todgeweihten. Wie es scheint, will Lapsus noch mehr Leuten zu einer ?usserst kurzlebigen Unsterblichkeit verhelfen. Schauen wir, was geschieht ..."
Sie treffen ein auf der Intensivstation, wo im ersten Zimmer ein alter Mann liegt, der von vielen Schl?uchen und Kabeln versorgt wird und der es wohl nicht mehr lange macht.
Lapsus zieht das Regenerat hervor und will es dem alten Mann auf die Brust legen. Der Arzt protestiert: "Aber der Mann ist doch uralt!"
Lapsus legt dem Alten das Regenerat auf die Brust und sagt trocken: "Alter ist kein Grund zum Sterben."
Das Weltbild des Arztes wird arg strapaziert und entsprechend bel?mmert schaut er drein. Ili kichert.
W?hrend die andern sich um den alten Mann scharen, stehen Meneor und Iris noch auf dem Flur. Eine Nachtschwester taucht auf und fragt streng: "Was ist hier los?"
Erschrocken sieht Iris, wie Meneor sich blitzschnell bewegt, ...
... seine Bet?ubungsfl?te zieht und mit einem kurzen Luftstoss der Schwester eine Nadel in den Hals schiesst.
Wie die Schwester bewusstlos hinsinkt, macht Iris erleichtert: "Puh, ich habe sie schon mit einem Messer in der Brust gesehen."
Meneor hebt die Schwester auf und sagt ernsthaft: "Mit jedem Natural Guard, das ich t?te, wird das Welt besser. Mit jedem hilfsbereiten Frau, das ich am Leben lasse, auch."
Auf der Suche nach einem Bett ?ffnet Iris eine Tür und findet einen Raum, in dem zwei leere Betten stehen. Iris, mit schwachem L?cheln und nur leichtem Spott: "Etwas holzschnittartig. Aber immerhin, der grosse Krieger kann unterscheiden."
Meneor legt die Schwester auf ein freies Bett und beobachtet, wie Iris etwas ersch?pft g?hnt. Meneor, freundlich: "Willst du nicht etwas schlafen? Lapsus wird Zeit brauchen, bis es alle geheilt hat."
Iris sagt zweifelnd: "Wir werden verfolgt."
Meneor, l?chelnd: "Das grosse Krieger wird dein Schlaf bewachen."
Ein L?cheln huscht über Iris' Gesicht, wie sie sich auf das zweite Bett zu bewegt.
Meneor, l?chelnd: "Etwas hat sich ver?ndert in deinem Kopf ..."
Fragend, etwas erstaunt schaut Iris Meneor an und bleibt stehen.
Meneor f?hrt fort wie oben: "Du hast Angst gehabt und mich verachtet ... Diese Felder sind schw?cher geworden ... Jetzt ist da noch ein Feld ... ein Art Wohlbefinden, wenn ich in deinem N?he bin ..."
Iris, grübelnd: "Du meinst 'Geborgenheit'?"
Sie schauen sich an.
Iris beginnt zu lachen, ...
... lacht und steckt damit Meneor an. Beide lachen.
Meneor, mit breitem L?cheln: "Warum lachen wir?"
Iris, mit schmerzlichem L?cheln: "Du bist noch immer derselbe verdammte Holzklotz ..."
Meneor macht ein Fragezeichengesicht.
Iris, wie oben: "Einer Frau in den Kopf zu schauen ist wesentlich intimer als mit ihr zu schlafen ..."
Meneor, als begreife er: "Aha, das habe ich nicht gewusst."
Meneor, naiv: "Und was heisst 'intimer'?"
Iris schl?gt's auf den Rücken.
Iris steht neben dem leeren Bett und ist dabei, sich auszuziehen. Meneor beobachtet sie ungeniert.
Wie Iris in der Unterw?sche dasteht, fragt Meneor interessiert: "Du bist sehr sch?n. Willst du kein Mann?"
Iris steigt ins Bett und sagt kühl: "M?nner sind mir scheissegal."
Meneor, wie oben: "Oder ein Frau?"
Iris liegt im Bett, deckt sich zu und sagt wie oben: "Frauen sind mir auch scheissegal."
Meneor, der sich neben das Bett gesetzt hat, ist erstaunt, ...
... hat aber gleich eine L?sung parat: "Magst du dir nicht von Ambellmi ein starkes Verlangen nach M?nnern einbauen lassen? Dann k?nnten wir viel Vergnügen haben zusammen."
Iris fühlt sich wohlig unter der Decke, ist schl?frig und mag sich nicht aufregen. Iris, ruhig: "Kannst du mir nicht eine Gutenachtgeschichte erz?hlen, die weniger gruselig ist?"
Meneor ist leicht überrascht, ...
... betrachtet Iris, deren Augen sich schl?frig schliessen, ...
... um ebenfalls die Augen zu schliessen und sich zu konzentrieren.
Meneor bringt seinen Mund nahe an Iris' Ohr und flüstert: "Ich weiss, was das kleine Iris gerne gehabt h?tte ..."
Meneor küsst Iris z?rtlich auf die Stirn. Iris l?sst es geschehen und sagt leise mit wehmütigem L?cheln: "Die kleine Iris ... Hat es die jemals gegeben ...?"
In Iris' Augenwinkel glitzert eine kleine Tr?ne.
Iris' wehmütiges L?cheln wandelt sich langsam zu einem friedlichen: "Du tust es ja schon wieder ..."
Iris, friedlich l?chelnd: "Ich habe mich noch nie so nackt gefühlt ..."
Iris, wie oben: "Und weisst du, was das Seltsame ist? Es ... es macht mir nichts aus. Es ist, als geh?re mein Leben dir. Du hast es mir schon so oft gerettet, dass ich bis zum Hals in deiner Schuld stehe ..."
Meneor: "'Schuld'? Ist das wie Treibsand, das bis zum Hals geht?"
Iris ist so müde, dass sie nur ersch?pft l?chelt: "Schuld ist, wenn dir jemand geholfen hat und du zum Ausgleich nichts für ihn tun kannst."
Meneor: "Ich verstehe dieses Schuld nicht. Ich tue, was ich tue. Und was ich getan habe, ist vorbei. Da bleibt nichts übrig. Jedes Tag ist neu und f?ngt von vorn an ..."
Meneor: "... Und es ist sch?n mit dir. Ich geniesse jedes Augenblick. Du bist warm und lebendig und lustig. Du bist ein Licht im Dunkeln ... kein Schuld."
Iris, schl?frig: "Ich behandle dich wie Dreck und du ..."
Aus Iris' geschlossenen Augen fliessen Tr?nen.
Szeneanfang:
In der Nacht noch steht Doktor Meer mit den Grossdois auf dem Theaterplatz in Genville und ruft aus Leibeskr?ften: "Vooortraaag!!!"
Eine Schlaf trunkene Gemeinde, bestehend aus Martin, Flu, Hisch, Wagon, Lara, Chromos 5, Antara, Estragon, Aladan und Yon, findet sich wenig begeistert ein. Lara ruft schl?frig: "He Doktor, dein Geschichte muss aber gut sein, wenn ich dafür mein erotisches Traum opfere!"
Doktor Meer steht auf der Bühne und schweigt Tod ernst. In seinem Rücken ragen bedrohlich die m?chtigen Grossdois auf.
Manche sind etwas erstaunt, dass Meer gar nicht reagiert. Sein Gesichtsausdruck l?sst alle spüren, dass die Lage ernst ist, ...
... sodass Meer bald ein aufmerksames Publikum vor sich hat.
Meer, wie oben: "Estragons Wald wird von Kampforganismen angegriffen, welche mit Nadeln ein zellaufl?sendes Gift injizieren, sodass die B?ume umstürzen. Sie sehen aus wie Menschen grosse Kakteen, bewegen sich schnell und ern?hren sich, indem sie stehen bleiben und Wurzeln in den Boden absenken."
Aladan: "Sind es jetzt Krieger, Pflanzen oder Pflanzenkrieger?"
Kafka: "Sie reagieren wie Wesen mit Hirn. Sobald sie uns gesehen haben, sind sie auf uns zu gerannt und wollten uns mit ihren Nadeln stechen. Als es nichts nützte, griffen sie das n?chste Baum an."
Wagon: "Wenn Gift ihr Hauptwaffe ist, sind es Giftkrieger."
Sokrates: "Warum ist das Name so wichtig für euch?"
Lara, lachend: "Wenn wir kein Namen haben, k?nnen wir nicht über sie sprechen und wenn das Name falsch ist, weil wir sie Bonbonkrieger nennen, sind wir im Kampf gegen sie viel zu nett."
Sokrates: "Diese H20-Gef?sse haben ein Nett-Problem."
Kafka: "Vielleicht bekommen wir L?cheln, wenn wir nicht nett sind."
Beckett, zum Publikum: "Ja, wir k?nnen die Giftkrieger für euch zertreten oder mit Mikrowellen kochen."
Chromos 5: "Das w?re leichtfertig. Meneor hat uns gelehrt, sich übersicht zu verschaffen und dann mit Vorsicht zu operieren, um ein Voraussicht der Konsequenzen zu erhalten. Wir ..."
Estragon unterbricht: "Ich werde uns übersicht verschaffen. Schliesslich ist es mein Wald, das angegriffen wird."
Hisch, sp?ttisch: "Aber Estrag?nchen, du bist doch kein Held. Willst du dich wirklich solchem Gefahr aussetzen?"
Yon: "Ich werde ihn begleiten."
Flu: "Ich auch."
Hisch, erschlagen von so viel versammeltem Heldentum: "Was für ein übermacht! Da k?nnen die Giftkrieger gleich einpacken."
Wagon und Lara kichern.
Yon, tief ernst: "Wenn ich nicht nützlich sein kann, ist es auch egal, wenn ich im Kampf sterbe."
Die düsteren Worte lassen die Schwestern betroffen verstummen.
Lara, zu Yon, freundlich: "Wir wollen dich nicht gering sch?tzen, Yon. Wir machen uns bloss Sorgen. Wir wollen dich nicht verlieren."
Stumm und ein wenig trotzig h?rt Yon zu.
Yon, trotzig: "Ich bin doch kein Haustier, das ihr behüten müsst."
Antara, dunkel: "Auch die St?rksten müssen manchmal vor sich selber geschützt werden ..."
Etwas verwirrt von diesem r?tselhaften Satz, schaut Yon zu Antara.
Antara schaut Yon an mit ihrem traurigen Blick und f?hrt fort: "Nicht weil du schwach und unf?hig w?rst, machen wir uns Sorgen, Yon, sondern weil dein Traurigkeit dich dazu veranlassen k?nnte, in einem Augenblick des gr?ssten Gefahrs das Tod als Erl?ser willkommen zu heissen."
Antaras Worte haben Yon aufgewühlt und er starrt sie mit einer Mischung aus Trauer und Trotz an.
Hisch, grübelnd: "Aha, das wusste ich gar nicht."
Wagon, bewundernd: "Wow!"
Lara, bewundernd, gerührt: "Das hast du sch?n gesagt."
Aufgewühlt schaut Yon vor sich hin und denkt über Antaras Worte nach.
Yon hebt seinen Kopf und sagt entschlossen: "Der Tod ist keine L?sung ... Ich bin nicht T..."
Leicht erschrocken darüber, dass er mit der Erw?hnung von Tanjas Namen Martin verletzen k?nnte, schaut er zu Martin, der mit verschlossenem Gesicht vor sich hin blickt und sich nichts anmerken l?sst.
Estragon springt mit einem Satz von den Sitzreihen auf die Bühne und ruft: "Dann hopp! Das Flug des Zeit sei unser Ross, eh' alles nieder geht!"
Estragon, zu den Grossdois: "Wer von euch mag uns hinbringen?"
Yon und Flu finden sich neben Estragon ein.
Kafka: "Gibt es dafür auch L?cheln?"
Estragon ist verblüfft ...
... und erwidert gefasst: "In dem Stunde des Not ist mir nicht nach L?cheln, du Idiot."
Kafka: "Warum bin ich ein Idiot?"
Hisch springt auf und ruft ver?rgert: "Das hat es doch bloss gesagt, damit sich's ein wenig reimt, du bl?des Blechdose!"
Sokrates: "Und warum muss es sich reimen?"
Hisch schl?gt's auf den Rücken.
Estragon versucht abzulenken mit einem verzerrt aussehenden L?cheln: "Wie w?re es mit etwas L?cheln?"
Die Grossdois starren ihn schweigend an.
Sokrates: "Geh du, Kafka!"
Kafka: "Geh du, Beckett!"
Beckett: "Geh du, Sokrates!"
Flu zeigt sein breitestes Hundegrinsen und sagt: "Wie ist es damit. Mein L?cheln ist viel brrreiterrr als das dieserrr schmalmündigen Zweibeinerrr."
Lara flüstert: "Los, Schwestern, l?cheln! Das gibt sonst ein Desaster."
Beckett: "Unser L?chelverlangen kann nur durch humanoide Eiweisss?cke bedient werden, Flu. Dein L?cheln ist für uns wie ein Riss in einem Felsen."
Flu ist erschlagen.
Die drei Schwestern sind aufgestanden und liefern nun mit aller Disziplin ein strahlendes L?cheln und rufen dabei: "Hi-ier!"
Die Grossdois starren auf die Schwestern, die sich krampfhaft bemühen, ihr L?cheln echt aussehen zu lassen.
Alle Grossdois zu Estragon: "Gut, gehen wir!"
Estragon bewegt sich auf Kafka zu und sagt: "Kafka genügt."
Estragon, Flu und Yon in der Hand tragend, rennt Kafka durch die Nacht in Richtung Giftkrieger. Mit im Wind flatternden Haaren oder Kleidern schaut das ungleiche Trio ernst nach vorn. Die Spannung, was sie erwartet, ist ihnen anzusehen.
Das ferne Donnern eines umgestürzten Baumes l?sst Estragon besorgt die Stirn runzeln.
Kafka bremst seinen rasenden Lauf und sagt: "Bei dem Baum da vorn ist ein Gruppe Giftkrieger."
Yon betrachtet den mehrere hundert Meter hohen Baum, der im Silber harten Licht des Mondes schimmert, und sagt: "Sie werden uns sehen, wenn wir uns mit Kafka n?hern."
Flu: "Lass uns rrrunterrr, Kafka. Wirrr schleichen uns an."
Kafka hat seine Hand auf den Boden gelegt, sodass die drei runter springen k?nnen.
Geduckt schleicht das Trio in Richtung Baum.
Nach einigen Metern h?rt Yon hinter sich ein schleifendes Ger?usch.
Yon dreht sich um und fragt verblüfft: "Was tust du da?"
Kafka hat sich auf den Bauch gelegt und robbt ihnen hinter her. Kafka: "So bin ich nicht viel gr?sser als ihr."
Yon hat sich wieder nach vorn gedreht und sagt mit schwachem, unfreiwilligem Grinsen: "Ein haushoher Roboter, der sich anschleicht ..."
Estragon stimmt ihm l?chelnd zu: "Grotesk, nicht wahr?"
Ein unangenehmes Knacken l?sst sie alarmiert zum Baum starren.
Flu schaut nach oben zur Baumkrone, die sich schon gegen sie neigt und sagt: "Derrr Baum wirrrd auf uns fallen."
Estragon l?dt sich Yon wie eine Prinzessin auf die Arme ...
... und rast mit dem Verblüfften seitw?rts davon. Obwohl Flu nur ein Chromos 2 ist, kann er mit seinem Hundek?rper locker mithalten.
Von der Seite her n?hert sich den Fliehenden Kafkas Hand, ...
... bohrt sich wie ein Schaufelbagger unter ihren Füssen in den Boden, ...
... um sie mitsamt der Erde aufzuheben.
Mit Riesenschritten rennt Kafka aus der Gefahrenzone, ...
... w?hrend hinter ihm der fallende Baum den Boden zum Erzittern bringt.
Yon, der immer noch in Estragons Armen liegt und dessen Herz vor Aufregung heftig klopft, sieht Estragon einigermassen beherrscht rufen: "Versteck dich im Ge?st des Baumes, Kafka?"
Sofort dreht Kafka um ...
... und versteckt sich zwischen den riesigen ?sten von Estragons Baum.
Gespannt beobachtet Estragon aus der Deckung heraus, wie eine Gruppe Giftkrieger an ihnen vorbei zum n?chsten Baum zieht.
Yon beobachtet Estragon, der fasziniert den Giftkriegern nachschaut und der v?llig vergessen hat, dass er Yon auf seinen Armen tr?gt. Yon r?uspert sich: "?hm ..."
Etwas überrascht, Yon in seinen Armen zu finden, macht Estragon: "?hm ..."
Yon: "Du kannst mich jetzt runter lassen."
Estragon l?sst Yon runter und sagt wie ein zerstreuter Professor: "Ah ja."
Estragon zeigt in die Ferne und sagt bestimmt: "Als n?chstes greifen sie dieses Baum an. Bringst du uns zu dem Nachbarbaum, Kafka? Wir k?nnen uns dann über das Baumpfad anschleichen und sie von oben aus n?chstem N?he beobachten."
Yon protestiert: "Wir werden auf der Plattform sein, wenn der Baum umf?llt!"
Estragon, ruhig: "Ja, aber das untere Teil des Baumes, wo sich das Plattform befindet, wird nur langsam kippen. Wir k?nnen also auf dem Plattform warten, bis das Baum liegt, dann kann uns Kafka runter helfen."
Yon: "Und warum bleiben wir nicht einfach auf Kafkas Schulter sitzen, um sie zu beobachten? Dort k?nnen sie uns nichts anhaben."
Estragon: "Werden sie uns ihre Geheimnisse verraten, wenn sie sich beobachtet w?hnen?"
Yon schweigt beeindruckt von dem Argument.
Kafka setzt das Trio beim benachbarten Baum in halber H?he zur Plattform auf die Wendeltreppe, die um den Stamm herumführt.
Das Trio rennt den Baumpfad entlang. Kafka bleibt zurück. Estragon: "Kafka sagt, dass wir genug Zeit haben, bis die Giftkrieger das n?chsten Baum gef?llt haben."
Flu: "Vielleicht sind sie jetzt schnellerrr, weil sie dazu gelerrrnt haben."
Yon ist mulmig bei dem Gedanken.
Wie sie noch etwa hundert Meter vom angegriffenen Baum entfernt sind, bricht dessen Stamm mit einem h?sslichen Knacken durch ...
... und neigt sich auf die andere Seite, sodass der Baumpfad in der N?he des Trios zerrissen wird.
Wie die drei schockiert begreifen, dass sie gleich fünfzig Meter in die Tiefe stürzen, dehnt sich die Zeit, um für einen Augenblick fast einzufrieren.
Wie sie zu fallen beginnen, schreit Yon: "Aaahhh!!", Flu jault und Estragon schaut mit weit ge?ffneten Augen, als k?nne er nicht fassen, was geschieht.

